Martin Hadelich

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Martin Hadelich (* 21. November 1903 in Einzingen; † 6. August 2004 in Dessau) war ein deutscher Bildhauer und Grafiker in Dessau.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren im Jahre 1903 als Sohn eines Pfarrers in Einzingen (Kreis Allstedt/Sangerhausen) besuchte Hadelich die Volksschule und anschließend die Fachschule für Feinmechanik in Ilmenau. Jahrelang reparierte er Schreibmaschinen und arbeitete später in einer Futtermittel- und Kohlehandlung.

Von seinem 30. Lebensjahr an modellierte Hadelich in seiner knappen Freizeit und entwickelte sich so, in einem 15-jährigen Selbststudium, zum bildenden Künstler. Das nötige Material erhielt er aus einer Ofenkachelfabrik, in der er auch seine aus Ton geformten Kleinplastiken brannte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ging Hadelich als freischaffender Bildhauer in das alte thüringische Töpferstädtchen Bürgel und erlernte dort das Töpferhandwerk. Dort lernte er seine spätere Ehefrau Irmela Nauck kennen und folgte ihr 1950 in ihre Heimatstadt Dessau.

In Dessau angekommen, schuf er für die Staatliche Galerie Dessau anlässlich der Ausstellung 400 Jahre gesellschaftliche Entwicklung die lebensgroße Gipsplastik Obdachlose, die als ältestes erhaltenes Werk des Künstlers gilt. Es folgten zunächst baugebundene Arbeiten sowie plastische Putzschnitt- und Wandkeramikgestaltungen.

In den 1960er-Jahren schuf Hadelich wieder Skulpturen, die sich im Stadtbild von Dessau verteilt finden: Kraniche (Kavalierstraße), Ziegenreiterin (Stadtpark), Völkerfreundschaft (vor Scheibe Nord), Akrobaten (ehemaliges Restaurant am Museum), Keramikfiguren im Treppenaufgang in der Volksschwimmhalle. Ab 1970 verlegte er sein Schaffen auf kleinformatige Keramikskulpturen. 1972 erhielt er den Wilhelm-Müller-Kunstpreis der Stadt Dessau. 1995 löste Hadelich seine Werkstatt im Palais Hilda auf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]