Martin Lipsius

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Martin Lipsius, eigentlich Maarten Lips, (* vor 1492 in Brüssel; † 23. März 1555 in Huy (Brabant)) war ein Burgunder Augustinermönch, Humanist, Prior eines Nonnenklosters und Großonkel väterlicherseits von Justus Lipsius.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ausgehenden 15. Jahrhundert in Brüssel geboren, trat er im Jahre 1510 in das Augustinerkloster, die Priorij van Sint-Maartensdal, in Leuven ein, später wurde er im Orden Canonicus regularis.[2] Lipsius war mit Erasmus von Rotterdam befreundet und arbeitete ihm bei dessen patristischen Studien regelmäßig zu. So beschäftigte er sich mit der Textkritik der lateinischen Kirchenväter, besonders des Augustinus. Seine Briefe lassen auf ein hohes Maß an Bildung und Belesenheit schließen. Er verfasste einige eigne Werke, etwa „D. Hilarii Pictavorum episcopi lucubrationes, olim per Des. Erasm. Roterodanum emendata, nunc denuo vigilantissime et ad plura exemplaria per D. Martinum Lypsium collatae et rocognitae“ (1550).

Lipsius besaß in die Gelehrtenwelt zahlreiche Verbindungen und Kontakte, er vertrat dabei gänzlich die Positionen des Humanisten Erasmus und hatte deshalb auch so manche Verfolgung und Unannehmlichkeit zu bestehen.

Dennoch fand sein Schaffen Anerkennung. Welchen Wert man etwa seinen Augustinusstudien beimaß, zeigt die Censura generalis vor dem X. Band der Löwener Ausgabe des Augustinus, 1571. Zuletzt war er als Prior eines Nonnenklosters in der Nähe von Huy in Brabant tätig.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • D. Hilarii Pictavorum episcopi lucubrationes, olim per Des. Erasm. Roterodanum emendata, nunc denuo vigilantissime et ad plura exemplaria per D. Martinum Lypsium collatae et rocognitae. Basil 1550

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • F. Néve: M. Lipsius Savant Augustin, ami d'Erasme in der Revue Catholique. 1883, S. 839 ff.
  • Adalbert Horawitz: Erasmus von Rotterdam und Martinus Lipsius: ein Beitrag zur Gelehrtengeschichte Belgiens. Carl Gerold's Sohn, Wien 1882 [1]
  • Arnoud Visser: Reading Augustine through Erasmus’ Eyes: Humanist Scholarship and Paratextual Guidance in the Wake of the Reformation. Erasmus of Rotterdam Society Yearbook Twenty-Eight, Koninklijke Brill NV, Leiden, 2008, S. 75 [2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adalbert Horawitz: Lipsius, Martin. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 18, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 745.
  2. Christian Gottlieb Jöcher, Johann Christoph Adelung, Heinrich Wilhelm Rotermund, Otto Günther (Hrsg.): Allgemeines Gelehrten-Lexicon: Darinne die Gelehrten aller Stände sowohl männ- als weiblichen Geschlechts, welche vom Anfange der Welt bis auf ietzige Zeit gelebt, und sich der gelehrten Welt bekannt gemacht, Nach ihrer Geburt, Leben, merckwürdigen Geschichten, Absterben und Schrifften aus den glaubwürdigsten Scribenten in alphabetischer Ordnung beschrieben werden. D - L. 2, Gleditsch, 1750, S. 1466