Martin Möbius (Botaniker)

Martin August Johannes Möbius (* 7. Dezember 1859 in Leipzig; † 25. Januar 1946 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Botaniker.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Martin Möbius war ein Sohn des Pädagogen Paul Möbius (1825–1889) und Enkel des Mathematikers und Astronomen August Ferdinand Möbius; der Mediziner Paul Julius Möbius war sein älterer Bruder.[1] Seine Mutter Julie geb. Marezoll (1823–1890) war eine Tochter des Juristen Theodor Marezoll; ihrem Schwager, dem Botaniker Matthias Jacob Schleiden, widmete er eine Gedenkschrift.[2]
Martin Möbius war von 1891 bis 1893 außerordentlicher Professor für Botanik an der Universität Heidelberg.[3][4] 1893 wurde er Dozent für Botanik und Direktor des Gartens der Dr. Senckenbergischen Stiftung. Von 1914 bis 1928 war er der erste Institutsleiter des Botanischen Instituts der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und in Personalunion Direktor des Botanischen Gartens Frankfurt am Main.[5]
Martin Möbius äußerte sich auch zu gesellschaftspolitischen Fragen. 1914 gehörte er zu den Unterzeichnern der Erklärung der Hochschullehrer des Deutschen Reiches.[6] 1935 wandte er sich mit einem Brief an den Oberbürgermeister von Frankfurt am Main Friedrich Krebs (NSDAP), um ihn auf ein antisemitisches Plakat hinzuweisen, für das sich die Frankfurter … vor den die Stadt besuchenden Fremden schämen müssten.[7]
Schriften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Autor:
- Mikroskopisches Praktikum für systematische Botanik. 2 Teile. Borntraeger, Berlin.
- 1. Teil: Angiospermae. 1912.
- 2. Teil: Kryptogamae und Gymnospermae. 1915.
- Botanisch-mikroskopisches Praktikum für Anfänger. Borntraeger, Berlin 1919.
- Die Farbstoffe der Pflanzen. Gebrüder Borntraeger, Berlin 1927.
- Geschichte der Botanik. Fischer, Jena 1937. 2. Auflage: Fischer, Stuttgart 1968.
- Die vegetative Vermehrung der Pflanzen. Fischer, Jena 1940.
Herausgeber, Bearbeiter:
- (Hrsg.): Rudolf Jakob Camerarius: Ueber das Geschlecht der Pflanzen. Engelmann, Leipzig 1899.
- (Bearb.): Marcello Malpighi: Die Anatomie der Pflanzen. Engelmann, Leipzig 1901. Nachdruck: Deutsch, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-8171-3120-8.
- (Bearb. der 4. Auflage): Eugenius Warming: Handbuch der systematischen Botanik. Gebrüder Borntraeger, Berlin 1929
- Paul Wolff: Formen des Lebens. Botanische Lichtbildstudien. Vorbemerkungen und Hinweise von Martin Möbius. Langewiesche, Königstein 1931. Nachauflagen 1940, 1943 und 1957.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Martin Möbius im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Möbius, Martin. Hessische Biografie. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Möbius, Martin im Frankfurter Personenlexikon
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ M. Berbig: Möbius, Paul. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 52, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 429 f.
- ↑ Matthias Jacob Schleiden zu seinem 100. Geburtstage. Leipzig 1904. (Digitalisat)
- ↑ Eintrag auf der Website der Universität Heidelberg
- ↑ Matthias C. Angermeyer, Holger Steinberg (Hrsg.): 200 Jahre Psychiatrie an Der Universität Leipzig: Personen und Konzepte. Springer, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-25075-1, S. 158–159 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Geschichte, Organisation und Perspektiven der Biologie an der Universität Frankfurt auf der Website der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
- ↑ Erklärung der Hochschullehrer des Deutschen Reiches (PDF; 2,4 MB)
- ↑ Claudia Michels: 1427 Menschen, die sich den Nazis widersetzten. In: Frankfurter Rundschau. 17. Juli 2004
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Möbius, Martin |
| ALTERNATIVNAMEN | Möbius, Martin August Johannes (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Botaniker |
| GEBURTSDATUM | 7. Dezember 1859 |
| GEBURTSORT | Leipzig |
| STERBEDATUM | 25. Januar 1946 |
| STERBEORT | Frankfurt am Main |