Maryam Akhondy

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Maryam Akhondy (* 1957 in Teheran, Iran) ist eine in Köln lebende iranische Sängerin und Musikerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schülerin gewann sie ihre ersten Gesangswettbewerbe. Neben dem Studium der Theaterwissenschaft an der Akademie der schönen Künste in Teheran nahm sie Gesangsunterricht bei Ostad Nasrollah Nassepour, einem der bedeutendsten Lehrer des klassischen persischen Gesangs, erlernte bei ihm Radif, die Ordnung und Systematik persischer Musik, und Tahrir, die charakteristische Gesangstechnik in der traditionellen iranischen Kunstmusik.

Nach der Islamischen Revolution wurden öffentliche Auftritte von Sängerinnen im Iran verboten. Maryam Akhondy wanderte deshalb nach Deutschland aus. In Köln wagte sie einen künstlerischen Neuanfang und gab erste Konzerte mit exiliranischen Musikgruppen in Skandinavien und anderen Ländern Europas.

Als Sängerin und Leiterin des „Ensemble Barbad“, einem klassisch instrumentierten Orchester für iranische Kunstmusik, steht Maryam Akhondy seit Mitte der 1990er Jahre auf der Bühne vieler deutscher und internationaler Konzertsäle und Musikfestivals. 2006 vertonte sie mit dieser Gruppe Gedichte der persischen Poeten Hafez, Chayyam und Attar und veröffentlichte diese auf der CD Sarmast – Iranian Art Music for Texts of Persian Poets.[1][2][3]

Maryam Akhondy ist auch Gründerin und Leiterin der Frauen-Vokalgruppe Banu (persisch für „vornehme Dame“), mit der sie nach fast vergessenen iranischen Frauengesängen forscht, um diese dann zu bearbeiten und auf die Bühne zu bringen. Einige der gesammelten Arbeiterinnen-, Hochzeits- und Trauerlieder finden sich auf Maryam Akhondys im Jahr 2000 erschienener CD Banu – Songs of Persian Women.[4][5][6]

Maryam Akhondys musikalische Arbeit umfasst auch die Beschäftigung mit zeitlich weit zurückliegenden Epochen persischer Musik, darunter ein Konzert-Projekt mit zoroastrischen Klängen und Gesängen aus vorislamischer Zeit, das 2012 beim Festival Musica Sacra International im Stadtschloss zu Füssen (Deutschland) unter dem Titel „Music In Praise of Ahura Mazda“ uraufgeführt wurde.[7][8][9] Für das gleiche Festival erarbeitete Maryam Akhondy 2016 ein Bühnenprogramm über die „Zar“-Musik südiranischer Stämme, die von arabisch-afrikanischer Trancemusik beeinflusst ist. Ort der Uraufführung war diesmal die Basilika St. Michael in Altenstadt (Deutschland).[10]

Über die persische Musik hinaus arbeitet Maryam Akhondy auch immer wieder mit Vertretern westlicher Musik zusammen, von 1994 bis 1999 zum Beispiel mit dem deutschen Weltmusik-Orchester Schäl Sick Brass Band, 2008 mit dem Kölner Arrangeur und Bandleader Mike Herting bei der RuhrTriennale in Duisburg und 2009 mit dem amerikanischen Jazz-Vokalisten Bobby McFerrin bei der europäischen Uraufführung von dessen Opernprojekt „Bobble“ in Basel/CH.[11]

2013 gründete Maryam Akhondy ihre dritte Musikgruppe, „Maryam Akhondy’s Paaz“. Das international besetzte Quintett spielt neu arrangierte persische Chansons aus der Frühzeit des iranischen Rundfunks bis zur Islamischen Revolution und von Jazz und Klassik beeinflusste Kompositionen der beteiligten Musiker. 2015 nahm der Westdeutsche Rundfunk ein Konzert der Band auf, das unter dem Titel „Maryam Akhondy’s Paaz – live at WDR“ 2016 auf CD bei Laika Records in Bremen veröffentlicht wurde.[12]

Ebenfalls 2016 formierte sich das Duo „Maryam Akhondy & Mike Herting“, dessen erstes Konzert am 23. Juni 2016 im Kölner Stadtgarten stattfand. Die Musik ist eine Mischung aus europäischen, afrikanischen, persischen und indischen Klängen und reicht vom Jazz bis zu neu interpretierten deutschen Volksliedern.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.laika-records.com/RECORDS/Akhondy.html
  2. http://www.welt-musik.net/?p=723
  3. http://www.musikglobal.de/kalender/revdetail.php?AID=139&cid=29
  4. http://www.laika-records.com/RECORDS/Akhondy.html
  5. http://www.folker.de/200403/04banu.htm
  6. http://www.donaukurier.de/nachrichten/kultur/art598,1211984
  7. https://www.youtube.com/watch?v=R2LA6zrGnXI
  8. http://www.chorverbaende.de/de/modfestivals/musica-sacra-international/archiv.html
  9. http://www.all-in.de/nachrichten/allgaeu/musica-sacra./Allgaeu-Kultur-Musica-Sacra-in-Isny-ndash-Ergreifendes-zeitgenoessisches-Requiem;art2746,1146929
  10. http://www.chorverbaende.de/de/modfestivals/musica-sacra-international/ensembles-2016.html
  11. Konzertankündigung mit Bobby McFerrin
  12. http://www1.wdr.de/kultur/musik/opensoundworld398.html; http://www.laika-records.com/RECORDS/Akhondy.html
  13. http://www.stadtgarten.de/?m=event&id=10306

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]