Massefigur

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Wehrmachtssoldat mit Flammenwerfer als Elastolinfigur

Masse- oder Elastolinfiguren sind Spielzeugfiguren, die aus einem Gemisch aus Holzmehl, Leim und anderen Bestandteilen hergestellt werden. Elastolin war eigentlich der Markenname der Firma O. & M. Hausser, der im allgemeinen Sprachgebrauch aber als Gattungsname auch für Produkte anderer Hersteller verwendet wurde.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst wurde der Massebrei in Metallformen gegeben, diese anschließend miteinander verbunden und unter Hitzeeinwirkung zusammengepresst. Zuvor eingelegte Drähte im Inneren der Figuren erhöhten deren Stabilität. Nach dem Entgraten folgte das Bemalen. Die Fertigungsgänge fanden oft ganz oder teilweise in Heimarbeit statt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elastolin-LKW

Massefiguren wurden schon um 1880 in Österreich von dem in Wien ansässigen Unternehmen Emil Pfeiffer produziert, das aufgrund der „[...] liebevollen und bunten Bemalung“ seiner Figuren weltberühmt wurde.[1]

Um 1900 begann auch die Produktion in Deutschland. Ähnlich wie bei Zinnfiguren deckten sie zwar thematisch eine enorme Bandbreite ab, stellten schwerpunktmäßig jedoch Kriegsspielzeug dar. Zubehör wie Fahrzeuge wurden meist aus Blech gefertigt, zuweilen gab es auch Mischformen, beispielsweise Blechkutschen mit Besatzung und Pferden aus Masse. Da sich andere Hersteller meist an die Größenmaßstäbe von Hausser hielten, waren die Produkte oft beliebig untereinander kombinierbar. Da viele Hersteller sich nicht nur auf Kriegsspielzeug spezialisiert hatten, sondern auch Organisationen und Führungspersonal des NS-Regimes in ihren Figuren darstellten, war nach dem Zweiten Weltkrieg eine Wiederaufnahme der Produktion in allen Besatzungszonen Deutschlands schwierig. Kriegsspielzeug war gesellschaftlich geächtet und teilweise sogar verboten. Nachdem ein Neustart mit zivilen Themen gemacht worden war, konnten im Vorfeld der Wiederbewaffnung beider deutscher Staaten auch wieder militärische Figuren angeboten werden. Mit dem Siegeszug der leichter zu verarbeitenden und stabileren Kunststoffe verschwanden die Massefiguren jedoch in den 1960er-Jahren vom Markt und sind heute gesuchte Sammlerobjekte.

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Adresse Neubaugasse 33 in Wien hatte der Spielzeug- und Figurenhersteller Emil Pfeiffer Nachf. seinen Sitz.[2]

Viele bekannte Hersteller hatten ihren Sitz in der traditionellen deutschen Spielzeugregion Mittelfranken/Thüringen.

  • Armee,
  • Duro (Tochterunternehmen von O&M Hausser in der Tschechoslowakei),
  • Durolin,
  • Durso,
  • Lineol,
  • O & M Hausser (Markenname Elastolin),
  • F.F. (Firma F. Fischer, Mengersgereuth-Hämmern in Thüringen),
  • Fröha (Firma Frömter, Roth, später Hilpoltstein),
  • Gloria,
  • Kienel,
  • Leyla (Spielwarenfabrik Christian Friedrich Ley, Roth bei Nürnberg),
  • Lisantol
  • Schusso (Firma Georg Schuster, Georgensgmünd bei Nürnberg)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elastolin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Wilhelm (Verantw.): Figuren / Buntes Treiben am Bahnhof, Beispielfotografie einer Figurengruppen und weitergehende Informationen von der Fernsehsendung Kunst & Krempel des Bayerischen Rundfunks vom 27. März 2010, zuletzt abgerufen am 8. September 2016
  2. Vergleiche beispielsweise die Fotografie des beschriebenen Kataloges bei ebay, zuletzt abgerufen am 9. September 2016