Roth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Roth
Roth
Deutschlandkarte, Position der Stadt Roth hervorgehoben
Koordinaten: 49° 15′ N, 11° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 339 m ü. NHN
Fläche: 96,35 km2
Einwohner: 25.102 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 261 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91154
Vorwahl: 09171
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 143
Stadtgliederung: 31 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 4
91154 Roth
Webpräsenz: www.stadt-roth.de
Bürgermeister: Ralph Edelhäußer (CSU)
Lage der Stadt Roth im Landkreis Roth
NürnbergLandkreis Nürnberger LandLandkreis FürthSchwabachLandkreis AnsbachLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Neumarkt in der OberpfalzSoosAbenberger WaldDechenwaldHeidenbergForst KleinschwarzenloheBüchenbachGeorgensgmündKammersteinSchwanstettenRednitzhembachRohr (Mittelfranken)Rohr (Mittelfranken)RothThalmässingWendelstein (Mittelfranken)SpaltRöttenbach (Landkreis Roth)HilpoltsteinHeideckGredingAllersbergAbenbergLandkreis EichstättKarte
Über dieses Bild
Marktplatz von Roth
Schloss Ratibor

Roth (früher Roth am Sand und Roth bei Nürnberg) ist die Kreisstadt des mittelfränkischen Landkreises Roth. Die Stadt liegt in der Metropolregion Nürnberg 30 km südlich von Nürnberg und am nördlichen Rand des Fränkischen Seenlandes.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth liegt 22 Kilometer südlich von Nürnberg am Zusammenfluss der Flüsse Roth, Rednitz und Aurach in der mittelfränkischen Keuperbucht (vgl. Keuper). Früher wurde es deshalb auch Roth am Sand genannt. Vier Kilometer östlich verläuft der Main-Donau-Kanal.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat 31 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Daneben gibt es 3 ehemalige Ortsteile: Fallhütte, Kauernhofen und Roth Bahnhof. Fallhütte ist im Ort Kiliansdorf aufgegangen, Kauernhofen und Roth Bahnhof im Ort Roth.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird 1057/75 als Rote erstmals urkundlich bezeugt, 1251 als Rot und 1363 als Roth. Der Ortsname leitet sich vom gleichnamigen Gewässernamen ab, der wohl nach dem roten Gestein des Flussbetts benannt wurde.[3]

Seit dem 12. Jahrhundert bestand ein Markt, Mitte des 14. Jahrhunderts sind Stadtrechte nachweisbar. Seit 1349 ist in Roth ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das als Sondersiechenhaus bezeichnet wurde. 1887 ist das Gebäude abgebrannt.[4]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Roth 302 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stadtrichteramt Roth inne. Alle Anwesen hatten das Stadtrichteramt Roth als Grundherrn. Neben den Haushalten gab es noch kirchliche, kommunale und herrschaftliche Gebäude.[5]

Nach dem Ende des Alten Reiches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1792 wurde das Fürstentum Ansbach – und damit auch Roth – zunächst preußisch und 1806 bayerisch. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Roth gebildet, zu der die Obere Glasschleife gehörte. 1811 wurde die Munizipalgemeinde Roth gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Pleinfeld (1858 in Landgericht Roth umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Spalt (1920 in Finanzamt Spalt umbenannt). Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Roth zur Stadt II. Klasse erhoben. Ab 1862 wurde Roth vom Bezirksamt Schwabach (1938 in Landkreis Schwabach umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Roth, ab 1880 beim Amtsgericht Roth. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 11,923 km².[6] Nach 1900, jedoch vor 1904 wurden Kauernhofen und Roth Bahnhof nach Roth umgemeindet, wodurch sich die Gemeindegebietsfläche auf 13,570 km² vergrößerte.[7] 1932 wurde das Finanzamt Spalt aufgelöst. Seitdem unterstand Roth in der Finanzverwaltung dem Finanzamt Schwabach.[8] 1923 erhielt der Ort den Zusatz „bei Nürnberg“.[9] 1961 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 13,783 km².[10]

Die Stadt wurde früh von der Industrialisierung erfasst und profitierte von dem seit 1849 bestehenden Bahnanschluss. Sie war ein Zentrum der Herstellung Leonischer Waren und profitierte vom Trend zum geschmückten Weihnachtsbaum ab dem 19. Jahrhundert.[11]

Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Zweiten Weltkrieg prosperierte die Stadt wegen der erhöhten Nachfrage nach Christbaumschmuck, der aus Propagandagründen sogar in den Kessel von Stalingrad eingeflogen wurde.[12] 1935 verließen die letzten Juden Roth, nachdem es durch das Nazi-Regime zu den damals üblichen Boykottmaßnahmen (in Roth mit Posten von Kindern vor jüdischen Geschäften) gekommen war und die letzten Juden verkaufen mussten.[13]

Im Jahre 1937 wurde auf Bestreben des Reichsluftfahrtministeriums die Otto-Lilienthal-Kaserne gebaut, im Mai 1938 wurde dort der Flugbetrieb aufgenommen.[14] Im Zweiten Weltkrieg waren in Roth mehrere Jagdgeschwader stationiert.[14] Am 8. April 1945 wurde die Kaserne von den amerikanischen Streitkräften bombardiert und die Stadt kurz darauf am 21. April eingenommen.[14]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Belmbrach und Pfaffenhofen mit ihren jeweiligen Ortsteilen eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Bernlohe und Rothaurach sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Brunnau und Wallesau hinzu.[15] Am 1. Januar 1973 folgte Harrlach. Teile der aufgelösten Gemeinde Birkach wurden am 1. Januar 1975 eingegliedert. Mit der Eingliederung von Eckersmühlen und Unterheckenhofen (Teil der ehemaligen Gemeinde Rittersbach) wurde die Reihe der Eingemeindungen am 1. Mai 1978 abgeschlossen. Der Name der Stadt wurde am 13. März 1973 amtlich von Roth b. Nürnberg in Roth geändert.[16]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Roth

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 2016
Einwohner 2361 2444 2447 2507 2492 2458 2604 2872 3456 3323 3751 4049 4826 5307 5030 5581 5840 6573 8602 8910 10281 11336 19807 24773 24279 25102
Häuser[17] 318 264 294 348 505 624 1024 1532 4567 6167
Quelle [18] [19] [9] [20] [9] [21] [9] [9] [6] [9] [9] [7] [9] [9] [9] [22] [9] [9] [9] [23] [10] [24] [25] [26] [26] [26]

Ortsteil Roth

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 2342 2436 2468 2446 3445 4034 5571 8910* 10281* 11268 12292*
Häuser[17] 314 262 345 443 622 1024* 1532* 2621*
Quelle [18] [19] [20] [21] [6] [7] [22] [23] [10] [24] [25]
inklusive Kauernhofen, Roth Bahnhof
* inklusive Kauernhofen, Obere Glasschleife, Roth Bahnhof

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 27. Februar 2011 erreichte keiner der sechs Kandidaten die absolute Mehrheit, worauf sich in der Stichwahl Ralph Edelhäußer (CSU) und Sonja Möller (parteilos, nominiert von den Freien Wählern) gegenüberstanden. Diesen Wahlgang entschied Edelhäußer mit 59,6 % der gültigen Stimmen für sich, er ist seit dem 23. Februar 2011 Erster Bürgermeister. Das Amt des Zweiten Bürgermeisters nimmt derzeit Hans Raithel (SPD) wahr, Dritter Bürgermeister ist Heinz Bieberle (CSU). Am 19. Februar 2017 wurde Edelhäußer mit 56 % der Stimmen wiedergewählt; Andreas Buckreus (SPD) kam auf 44 %.

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Roth existieren Ortsvereine aller im Stadtrat vertretener Fraktionen. Zudem gibt es Ortsverbände der Jusos, der Jungen Union und der Grünen Jugend.

Der 30-köpfige Stadtrat wurde zuletzt 2014 gewählt. Die momentane Sitzverteilung:

Das Rathaus am Kirchplatz
Partei Sitze
SPD 08
CSU 10
Bündnis 90/Die Grünen 03
Freie Wähler 05
FDP 01
Wählergemeinschaft 02
Die Franken 01

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtwappen besteht aus der schwarz-weißen Zollernvierung und einem roten R (heraldisch rechts oben) als Kürzel für die Namen derer von Ratibor, die auch das Schloss Ratibor erbauten. Im 15. Jahrhundert war das Herzogtum Oppeln-Ratibor an das Fürstentum Ansbach verpfändet.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth unterhält Städtepartnerschaften mit Racibórz (Ratibor) in Polen, mit Opava (Troppau) in Tschechien, mit der niederbayerischen Stadt Regen sowie mit Xinbei (Changzhou) in China.

Bildung, Kultur, Freizeit und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Ratibor
Evangelische Stadtkirche
Katholische Pfarrkirche

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 6 Kindergärten
  • Grund- und Hauptschulen:
  • Volksschule Eckersmühlen (Grundschule 1.–4. Jahrgangsstufe)
  • Volksschule Gartenstraße (Grundschule 1.–4. Jahrgangsstufe mit Mittagsbetreuung)
  • Volksschule Kupferplatte (Grundschule 1.–4. Jahrgangsstufe mit Mittagsbetreuung)
  • Grundschule Nordring (Grundschule 1.–4. Jahrgangsstufe mit Mittagsbetreuung)
  • Grundschule Pfaffenhofen (Grundschule 1.–4. Jahrgangsstufe)
  • Weiterführende Schulen:
  • Anton-Seitz-Mittelschule (Hauptschule 5.–10. Jahrgangsstufe mit Ganztagsbetreuung)
  • Wilhelm-von-Stieber-Schule – Staatliche Realschule (5.–10. Jahrgangsstufe)
  • Gymnasium Roth (naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium)
  • Sonstige Bildungseinrichtungen:
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum
  • Staatliche Berufsschule
  • Berufsfachschule für Altenpflege
  • Berufsfachschule für Krankenpflege
  • Berufsfachschule für technische Assistenten und Informatik
  • Landwirtschaftsschule
  • Fachschule für Maschinenbau
  • Offizierschule der Luftwaffe (ab 2019)

Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kreisklinik
  • Einrichtungen der Altenpflege
  • Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber; Seit Januar 2015 werden in Teilen der ehemaligen Kaserne auch Asylbewerber untergebracht. Die Einrichtung ist eine Außenstelle der zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (ZAE), in Zirndorf. Das Übergangswohnheim für Flüchtlinge hat zurzeit eine reguläre Beherbergungskapazität für Asylbewerber von über 850 Plätzen.[28]
  • Der Landkreis Roth bietet auch ein reichhaltiges Vereinsangebot. So gibt es hier beispielsweise die Sportvereine TSG 08 Roth und SpVgg Roth e. V., den Sportschützenverein SSV Birkenhain-Belmbrach 1968 e. V., den Tanz-Sport-Club Roth e. V. oder den gemeinnützigen Lions Club Roth-Hilpoltstein.[29]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Markgrafenschloss Ratibor wurde 1535 bis 1538 von Markgraf Georg dem Frommen von Brandenburg-Ansbach erbaut. Die finanziellen Mittel stammten aus den oberschlesischen Provinzen Oppeln, Jägerndorf und Ratibor des Markgrafen. Deshalb wurde das Schloss „Ratibor an der Retzet“ genannt.
  • Die Evangelische Stadtkirche, auf einer Anhöhe, etwas abseits des mittelalterlichen Marktplatzes gelegen, bildet mit ihrem hoch aufragenden Turm ein markantes Wahrzeichen der Altstadt. Sie wurde etwa im 14. Jahrhundert erbaut und später mehrmals umgebaut (1511, 1732–1738, 1882–1885). Im Zuge der Reformation wurde die Kirche im Jahre 1529 evangelisch.
  • Die Katholische Pfarrkirche: Am Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die stark angewachsene katholische Gemeinde ein eigenes Gotteshaus, die neugotische Pfarrkirche St. Maria, die am 13. November 1898 geweiht wurde. In ihrem Inneren stehen zwei bedeutende spätgotische Altäre aus der Kirche in Rednitzhembach. Es handelt sich um charakteristische Beispiele der Nürnberger Kunst um 1500.
  • Der Brunnen am Marktplatz mit dem brandenburgischen Adler auf der reich mit Rokoko-Ornamenten verzierten Brunnensäule stammt aus dem Jahr 1757.
  • Das Riffelmacherhaus, Haus Nr. 43 am Marktplatz, ausgestattet mit Zierfachwerk aus der Zeit um 1600
  • Das Seckendorff-Schlösschen
  • Das Alte Rathaus an der Hauptstraße, ein Bau aus dem Jahr 1759 trägt auf seinem Giebel eine Figur der Justitia und an der Fassade ein Relief mit dem Stadtwappen. Das Stadtwappen an der Südseite mit der Jahreszahl 1533 stammt vom Vorgängerbau.
  • Der Stieberpark
  • Das Gartenschaugelände; ehemaliges Ausstellungsgelände der kleinen Landesgartenschau, angrenzend an den Stadtpark mit einem alten Bahnhäuschen aus der Zeit um 1900.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jugendhaus
  • Kulturfabrik Roth
  • Nordic-Walking-Park
  • Freizeitbad im Rothgrund
  • Kreissportanlage
  • Surf- und Segelzentrum
  • Skatepark im Rothgrund

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früher eigenständige Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung unterhält weiterhin ein Redaktionsbüro in Roth und erscheint als Regionalausgabe des NPV.[30]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es bestehen Gemeinden der beiden großen christlichen Konfessionen, eine neu-apostolische, eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde und seit 1977 auch eine kleine islamische Gemeinde. Die Zeugen Jehovas versammeln sich im Ortsteil Eckersmühlen.

Seit dem 15. Jahrhundert gab es in Roth Juden. Im 17. Jahrhundert bildeten sie eine Gemeinde mit zehn Familien.[13] 1840 gab es in Roth noch 167 Juden,[19] 1925 waren es nur noch 20.[22] 1935 wurde die jüdische Gemeinde schließlich aufgelöst.[13]

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth besitzt eine gewachsene Infrastruktur. Hervorzuheben sind hier insbesondere die LEONI Kabel GmbH, die NUTRICHEM Diät und Pharma GmbH, die Carl Schlenk AG, die Feser-Joachim Automobil GmbH, die BHR Baustoffhandel GmbH, die Hans Humpenöder GmbH oder ein Logistikzentrum des Discounters Aldi Süd. Daneben sind in Roth auch mehrere kleinere Traditionsunternehmen ansässig, die teilweise seit mehreren Jahrzehnten Teil der Stadt sind. Dazu gehören u. a. die O. Lux GmbH & Co. KG, die Speck Firmengruppe, die Strobel AG oder die Zweirad Müller GmbH & Co. KG. Ferner besaß die Stadt auch seit 1924 eine eigene Brauerei, die Stadtbrauerei Roth, im Rothgrund.[31] Diese wurde aufgrund tiefroter Zahlen 2006 an die Privatbrauerei Hofmühl verkauft, welche den Braubetrieb entgegen vorheriger Versprechen 2007 endgültig stilllegte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Roth kreuzen sich die Staatsstraßen 2220, 2237 und 2409; die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 2 führt als Umgehungsstraße östlich um die Stadt herum mit drei Auffahrten im Stadtgebiet. Kreis- und Gemeindestraßen führen zu den Ortsteilen. Zufahrten zur Autobahn A 6 bestehen zehn Kilometer nördlich bei Schwabach, zur A 9 neun Kilometer östlich bei Allersberg.

Für die Schwerst- und Schüttgüterabfertigung per Schiff besteht im Industriegebiet Lände Roth ein direkter Zugang zum Europäischen Wasserstraßensystem am Main-Donau-Kanal, Hafen Roth bei MDK KM 90,7 West, der etwa ein- bis zweimal wöchentlich angesteuert wird. 2013 wurden dort mehr als 75.000 Tonnen Güter umgeschlagen.[32]

Eine Anbindung an die Personenschifffahrt wäre dort ebenfalls möglich, es gibt einen gesicherten Landungssteg mit Schwimmponton, allerdings wird dieser nicht regelmäßig bedient.

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den Regional-Express-Zügen bestehen tagsüber stündliche Verbindungen nach München, im Wechsel über Augsburg oder Ingolstadt. Die S-Bahn der Linie 2 Roth – Nürnberg – Altdorf verkehrt im 20-Minuten-Takt.

Die Lokalbahn Roth – Hilpoltstein, von den Einheimischen meist Gredl genannt, sowie mehrere Stadtbuslinien, die von der Röhler Stadt Bus GmbH (RSB) im Auftrag des VGN betreiben werden, bedienen die Orte in der Umgebung. Der 4 km südlich von Roth gelegene Flugplatz Roth wird derzeit ausschließlich polizeilich, militärisch, für Rettungsaufgaben und vom Fliegerclub Roth genutzt. Der nächstgelegene Verkehrsflughafen ist der 35 km entfernte Flughafen Nürnberg.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterrichtungstafel an der A9
  • Anfang bis Mitte April: Rother Bluestage
  • Mitte Juni (alle zwei Jahre): Backofenfest in Roth-Bernlohe
  • Ende Mai: Spargelfest
  • Letztes Juni-Wochenende: Rothsee-Triathlon-Festival
  • Juli/August: Rother Schlosshofspiele
  • Anfang Juli: Eichelburger Backofenfest
  • Erstes Juliwochenende: Landkreislauf
  • Zweites Juliwochenende: Challenge Roth, Triathlon-Festival (ehem. Ironman Europe)
  • Ende Juli: „Roth bei Nacht“-Nachtführungen
  • Zweites Augustwochenende: Rother Kirchweih
  • Zweites Septemberwochenende: Rother Altstadtfest
  • Oktober/November: Rother Kabarettherbst
  • Anfang Dezember: Rother Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Roth geborene Persönlichkeiten, unabhängig von ihrem späteren Wirkungskreis

Ehemalige Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1919–1945: Robert Groß (parteilos)
  • 1945–1946: Ernst Supf (FDP), (kommissarisch)
  • 1946–1969: Heinrich Pürner (SPD)
  • 1969–1984: Friedrich Wambsganz (parteilos)
  • 1984–1998: Hans Weiß (SPD)
  • 1999–2011: Richard Erdmann (SPD)

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die in Roth gewirkt bzw. gelebt haben und/oder verstorben sind:

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Hauptartikel Liste der Ehrenbürger von Roth

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Roth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Roth – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Stadt Abenberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. Mai 2011
  3. W.-A. v. Reitzenstein, S. 193.
  4. Siehe Dokumentation: Mittelalterliche Leprosorien im heutigen Bayern, ursprünglich in der Zeitschrift "Die Klapper", abgerufen 17. März 2018
  5. F. Eigler, S. 418.
  6. a b c Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1192 (Digitalisat).
  7. a b c K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1265 (Digitalisat).
  8. F. Eigler, S. 484.
  9. a b c d e f g h i j k l m Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 184, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  10. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 826 (Digitalisat).
  11. Ralf Rossmeissl, Konrad Besal (Hrsg.): „Glanz und Glitzer“, Lametta – Christbaumschmuck aus Roth & Allersberg. Verlag Fränkisches Freilandmuseum, Bad Windsheim 2002, ISBN 3-926834-53-6, S. 11
  12. Sven Felix Kellerhoff: Görings künstliche Weihnachtsbäume für Stalingrad, welt.de vom 18. Dezember 2012, abgerufen am 18. Dezember 2012
  13. a b c http://www.alemannia-judaica.de/roth_bei_nuernberg_synagoge.htm#Zur%20Geschichte%20der%20j%C3%BCdischen%20Gemeinde
  14. a b c Geschichte der Otto-Lilienthal-Kaserne, rgt26.org, abgerufen am 15. August 2018
  15. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 568.
  16. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 732.
  17. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  18. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 77 (Digitalisat). Für die Gemeinde Roth zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Glasschleif (S. 30).
  19. a b c Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 218–219 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 2454 Einwohner.
  20. a b Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1090, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  21. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1257–1258, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  22. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1302 (Digitalisat).
  23. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1127 (Digitalisat).
  24. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 180 (Digitalisat).
  25. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 349 (Digitalisat).
  26. a b c Roth: Amtliche Statistik des LfStat
  27. Beleg auf der Seite des Katalogs, abgerufen am 25. März 2013
  28. Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber in Roth verdoppelt. Pressebericht Bayernkurier vom 22. Oktober 2015.
  29. Vereine & Verbände Stadt Roth. In: stadt-roth.de. Stadt Roth, abgerufen am 22. April 2016.
  30. Roth-Hilpoltsteiner-Volkszeitung, Redaktionsbüro
  31. Elmar R. Göller: Stillgelegte fränkische Brauereien. In: braufranken.de. Abgerufen am 17. April 2016.
  32. Info Hafen Roth