Georgensgmünd

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Georgensgmünd
Georgensgmünd
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Georgensgmünd hervorgehoben
Koordinaten: 49° 11′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 358 m ü. NHN
Fläche: 46,94 km2
Einwohner: 6660 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91166
Vorwahl: 09172
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 121
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 4
91166 Georgensgmünd
Webpräsenz: www.georgensgmuend.de
Bürgermeister: Ben Schwarz (SPD)
Lage der Gemeinde Georgensgmünd im Landkreis Roth
NürnbergLandkreis Nürnberger LandLandkreis FürthSchwabachLandkreis AnsbachLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Neumarkt in der OberpfalzSoosAbenberger WaldDechenwaldHeidenbergForst KleinschwarzenloheBüchenbachGeorgensgmündKammersteinSchwanstettenRednitzhembachRohr (Mittelfranken)Rohr (Mittelfranken)RothThalmässingWendelstein (Mittelfranken)SpaltRöttenbach (Landkreis Roth)HilpoltsteinHeideckGredingAllersbergAbenbergLandkreis EichstättKarte
Über dieses Bild
Rathaus von Georgensgmünd
Evangelische Kirche St. Georg von Nordosten
Fränkische Rezat bei Georgensgmünd
Die ehemalige Papiermühle
Jüdischer Friedhof in Georgensgmünd

Georgensgmünd (fränk.: Schöschlasgmind,[2] auch: „Georg-Town-City“) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georgensgmünd liegt im Fränkischen Seenland am Zusammenfluss von Fränkischer Rezat und Schwäbischer Rezat zur Rednitz und ist Teil der Metropolregion Nürnberg. Westlich von Georgensgmünd erhebt sich das Spalter Hügelland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georgensgmünd hat 13 amtlich benannte Ortsteile:[3]

Daneben gibt es 4 nicht amtlich benannte Ortsteile: Hammerschmiede, Obere Papiermühle, Untere Papiermühle und Ziegelhütte. Sie sind mit Friedrichsgmünd allesamt in dem Ortsteil Georgensgmünd aufgegangen.

Es existieren die Gemarkungen Georgensgmünd, Petersgmünd, Mäbenberg, Rittersbach, Obersteinbach o. G. und Wallesau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird im Jahre 1304 als „Gmündt“ erstmals urkundlich erwähnt, seit 1410 in der Form „Jorgengemund“, ab 1531 in der heutigen Form „Georgesgemundt“. Der Ortsname leitet sich vom gleichnamigen Flurnamen ab, dem das althochdeutsche Wort „gimundi“ (= Mündung) zugrunde liegt. Zur Unterscheidung von gleichlautenden Orten in nächster Umgebung wurde der Name des heiligen Georg (= Jörg) als Bestimmungswort hinzugefügt.[2] Da Georgensgmünd an wichtigen Handelsstraßen lag, zogen Gewerbetreibende und Reisende durch den Ort. Ende des 16. Jahrhunderts kam eine stattliche Zahl Juden in den Ort. Die Synagoge und der jüdische Friedhof sind Zeugnisse aus dieser Zeit.

Die Herren von Hausen, ein niederes Adelsgeschlecht aus Weiboldshausen, waren seit 1292 Lehensmänner des Nürnberger Burggrafen. Ihnen gehörten bis 1548 etliche Güter in und um Georgensgmünd. Zudem besaßen sie das Patronatsrecht der Kirche St. Georg. Ihr Wappen ist ein roter Steinbock mit schwarzen Hörnern auf goldenem Grund. Von 1548 bis 1792 gehörte Georgensgmünd zum Fürstentum Ansbach.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Georgensgmünd 74 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Richteramt Georgensgmünd inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherrn: 64 Anwesen dem Richteramt Georgensgmünd, 6 Anwesen dem Hochstift Eichstätt (Kastenamt Abenberg: 5; Kastenamt Spalt, Kollegiatstift St. Emmeram und St. Nikolaus: 1), 2 Anwesen dem Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg und 2 Anwesen dem Nürnberger Eigenherrn von Mohr. Neben den Haushalten gab es noch kommunale Gebäude (Schulhaus, Hirtenhaus) und kirchliche Gebäude (Pfarrkirche, Pfarrhaus, Synagoge).[4]

1792 wurde das Fürstentum Ansbach – und damit auch Georgensgmünd – zunächst preußisch und 1806 bayerisch. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Georgensgmünd gebildet, zu dem Bernlohe, Eisenhammer (= Hammerschmiede), Friedrichsgemünd, Hauslach, Oberheckenhofen, Obere Papiermühle, Petersgmünd und Ziegelhütte gehörten. 1811 wurde die Ruralgemeinde Georgensgmünd gebildet, zu der Eisenhammer, Friedrichsgemünd, Hauslach, Oberheckenhofen, Obere Papiermühle und Ziegelhütte gehörten. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Pleinfeld (1858 in Landgericht Roth umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Spalt (1920 in Finanzamt Spalt umbenannt). Ab 1862 wurde Georgensgmünd vom Bezirksamt Schwabach (1938 in Landkreis Schwabach umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Roth, ab 1880 beim Amtsgericht Roth. Am 1. April wurde die Hämmerleinsmühle von Mäbenberg nach Georgensgmünd umgemeindet. 1932 wurde das Finanzamt Spalt aufgelöst. Seitdem unterstand Georgensgmünd in der Finanzverwaltung dem Finanzamt Schwabach.[5] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 13,337 km².[6]


Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde der Ortsteil Untersteinbach der aufgelösten Gemeinde Obersteinbach ob Gmünd, am 1. Januar 1972 Teile der aufgelösten Gemeinde Wallesau eingegliedert. Am 1. Juni 1972 kamen Mäbenberg und Petersgmünd hinzu.[7] Der größere Teil der aufgelösten Gemeinde Rittersbach folgte am 1. Mai 1978.[8] Die 1978 gegründete Verwaltungsgemeinschaft Georgensgmünd wurde 1980 wieder aufgelöst.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Georgensgmünd

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 2016
Einwohner 961 1020 1109 1249 1301 1314 1323 1386 1529 1519 1531 1580 1607 1660 1693 1675 1811 1850 2853 3051 3298 3844 5167 6696 6650 6660
Häuser[9] 187 155 231 252 272 300 379 583 1396 2036
Quelle [10] [11] [12] [13] [12] [14] [12] [12] [15] [12] [12] [16] [12] [12] [12] [17] [12] [12] [12] [18] [6] [19] [20] [21] [21] [21]

Ortsteil Georgensgmünd

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 585 606 776 749 832 849 760 2832* 3143* 3710* 3529*
Häuser[9] 112 94 145 146 157 348* 551* 936*
Quelle [10] [11] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [6] [19] [20]
* inklusive Friedrichsgmünd, Hammerschmiede, Obere Papiermühle, Ziegelhütte

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern. Sitzverteilung 2014–2020:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl 1. Bürgermeister 2. Bürgermeister
1946 Wilhelm Müller (SPD) Johann Andreas Maderholz
1948 Wilhelm Müller (SPD) Johann Katheder
1952 August Haarländer (GEL) Hans Aufhammer (SPD)
1956 August Haarländer (GEL) Hans Aufhammer (SPD)
1960 August Haarländer (SPD) Hubert Prim (BHE 1960–1965), Hans Aufhammer (SPD 1965/66)
1966 Fritz Schönwald (SPD) August Wunram (1966–1969), Manfred Pirner (1969–1972)
1972 Fritz Schönwald (SPD) Josef Baader (SPD)
1978 Fritz Schönwald (SPD) Karl Kolb (CSU)
1984 Fritz Schönwald (SPD) Wolfgang Boll (CSU)
1990 Klaus Wernard (SPD) Wolfgang Boll (CSU)
1996 Klaus Wernard (SPD) Wolfgang Boll (CSU)
2002 Klaus Wernard (SPD) Eva Loch (CSU)
2008 Eva Loch (CSU) Jürgen Richter (LB)
2011 Ben Schwarz (SPD) Jürgen Richter (LB)
2014 Ben Schwarz (SPD) Georg Schiffermüller (CSU)

[22] Legende:
GEL = Georgensgmünder Einheitsliste (CSU/FDP)
BHE = Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (später „Gesamtdeutscher Block“)
LB = Leben und Bewahren

Eva Loch (CSU) war erste Bürgermeisterin, bis sie am 28. Juni 2011 verstarb. In Vertretung übernahm Jürgen Richter als Zweiter Bürgermeister (Leben & Bewahren) die Amtsgeschäfte.

Am 9. Oktober 2011 wurde Ben Schwarz (SPD) zum neuen Bürgermeister gewählt und am 12. Oktober vereidigt.[23]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Georgensgmünd stellt drei charakteristische Elemente der Gemeinde auf silbernem Grund dar. Ein blauer Wellengöpel in der Mitte symbolisiert den Zusammenfluss von Fränkischer und Schwäbischer Rezat. Links ein rotes, schwebendes Balkenkreuz deutet das Kreuz des hl. Georg an, dem Schutzpatron der Ritter und Burgen. Rechts betonen die beiden übereinanderstehenden Hopfendolden am Stiel die Bedeutung des Ortes als einen der Hauptplätze fränkischen Hopfenanbaus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Georgs-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weithin sichtbar erhebt sich der Turm von St. Georg mit seinen grün glasierten Ziegeln als Wahrzeichen über den Ort. Die Kirche, dem Schutzpatron der Burgen und Ritter geweiht, gab der Ortschaft ihren Namen. Das heutige Gebäude wurde 1757/58 von dem Ansbacher Hofbaumeister Johann David Steingruber an Stelle der alten romanischen Kirche als typische Markgrafenkirche im spätbarocken schlichten Stil erbaut; den Turm schließt eine mansarddachartige Turmhaube mit aufgesetztem Spitzdächlein ab.[24] 1364 wurde die St.-Georgs-Kirche („ecclesie in Gmund“) erstmals urkundlich erwähnt.

Katholische Kirche St. Wunibald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste St. Wunibald-Kirche wurde 1931/32 von Michael, Hans und Karl Gsaenger erbaut und am 8. Mai 1932 konsekriert. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die 120 Plätze in der Kirche infolge heimatvertriebener Katholiken nicht mehr ausreichte, wurde vom damaligen Pfarrer Egid Harrer Wolfgang Gsaenger mit einem Neubau für 400 Plätze beauftragt. 1964 wurde die alte Kirche abgerissen und der Neubau ab 1966 errichtet und am 18. Dezember des gleichen Jahres durch den Eichstätter Bischof Joseph Schröffer u. a. im Beisein evangelischer Geistlicher konsekriert. Bemerkenswert ist neben dem hohen Dach, das an die fränkische Bauweise erinnern soll, der freistehende Glockenturm mit seinem hohen spitzen Dach, in dem auch ein Jugend-, ein Werkraum und eine Bücherei untergebracht ist.[25]

Wasserrad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sechs Meter hohe Wasserrad von 1912 wurde 1983 an der Fränkischen Rezat dort wieder errichtet, wo das frühindustrielle Zeitalter des Ortes begonnen hatte: Einst befand sich dort eine Papiermühle, die später in eine Glasschleife und um 1900 in das erste Elektrizitätswerk umgewandelt wurde. Heute ist das historische Wasserrad ein Blickfang und Namensgeber des jährlich im Juni stattfindenden Wasserradfestes.

Synagoge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Synagoge in Georgensgmünd

Fast 400 Jahre, etwa von 1560 bis 1938 lebten Juden am Ort und stellten zeitweise sogar ein Drittel der Bevölkerung. Mit einer Synagoge, zwei Ritualbädern (Mikwen), einem großen Friedhof und einem Totenwaschhaus (Taharahaus) ist in Georgensgmünd ein typisches Ensemble einstigen jüdischen Lebens im ländlichen Raum vollständig erhalten geblieben. Im Inneren der Synagoge von 1734 sind Teile der originalen Malerei freigelegt, die in Stil und Ausführung auf den bekannten polnischen Wandermaler Elieser Sussmann hindeuten.

Jüdischer Friedhof Georgensgmünd

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der jüdische Friedhof wurde um 1580 von dem Juden Jakob Jud aus Roth angelegt und diente auch den jüdischen Gemeinden der Umgebung bis nach Windsbach, Thalmässing, Roth und Schwabach als Begräbnisstätte. Auf einer Fläche von 11.800 m² sind etwa 1800 Grabsteine erhalten, die tagsüber besichtigt werden können. Das renovierte Taharahaus stammt von 1723 und gehört zu den ältesten in Bayern. 1946 wurde hier ein Schwabacher KZ-Überlebender als letzter Jude beerdigt.

Skulpturenweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

15 Skulpturen aus Jurakalkstein, Eiche und Stahl entstanden zum Jahreswechsel 2000 in einer gemeinsamen, offenen Künstlerwerkstatt und machen seitdem den Fuß- und Radweg[26] in Richtung Roth bis Oberheckenhofen zu einer Freiluftgalerie. Die 2,4 km lange Strecke ist Teil einer attraktiven Radwegeverbindung zwischen den Seen des Fränkischen Seenlandes. An jeder Skulptur finden sich Informationen mit einer Beschreibung des Kunstwerkes.

Planetenweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung des Planetenwegs von Georgensgmünd nach Spalt: Die Sonne

Im Sommer 2000 wurde zwischen Georgensgmünd und Spalt ein sogenannter Planetenweg[27] im Maßstab 1:1.000.000.000 eröffnet. Hier finden sich die Sonne und die sie umkreisenden acht Planeten (sowie Pluto) in ihren Entfernungen zueinander maßstabsgerecht als Modell dargestellt. Der Planetenweg beginnt hinter dem Georgensgmünder Rathausplatz mit einem Sonnenglobus. Entlang eines sieben Kilometer langen Radweges führt die Strecke durch das Rezattal bis zum Spalter Bahnhof, wo Pluto als der sonnenfernste (Zwerg-)Planet steht. Eine Tafel zu jedem der Himmelskörper erläutert die wichtigsten Daten.

Sommerkeller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lagerkeller der ehemaligen Brauerei Böhm ist bereits in einem Plan aus dem Jahr 1820 eingezeichnet. Die Geschichte seiner Entstehung und Erweiterung ist nicht bekannt. Seit Anfang 2013 wird der Keller mit Eingangsbereich auf Initiative der Angersteg-Stiftung von Gmünder Bürgern renoviert und erforscht. Er reicht ca. 60 m in den mehrfach gestörten Burgsandstein oberhalb der Rittersbacher Straße hinein. Die Stollen ist mindestens 100 m lang. Die Verwendung als Lagerkeller für Bier ist bekannt und gesichert. Es wurden aber auch Lebensmittel und andere Waren gelagert.

Sehenswertes in der Nähe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert rund um Georgensgmünd:

  • Der Druidenstein bei Mäbenberg, ein sagenumwobener Sandstein, der als Hexenkultstätte gesehen wird
  • Die Wernsbacher Steinbrüche, in denen zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg Steine abgebaut wurden, mit denen die Nürnberger Altstadt teilweise (wieder-)erbaut wurde.
Steinbruch, Panorama-Blick, November 2013
  • Die Nussermertelshöhle an den Gmünder Steinbrüchen wurde 2012 von Georgensgmünder Bürgern renoviert. Sie ist möglicherweise ein Rest der Hauslacher Bergwerke aus dem 17. Jahrhundert.
  • Die Erzgruben unter dem Hörlberg mit Resten des Eisenerz-Tagebaus aus dem 16. oder 17. Jahrhundert. Die Eisenerze wurden direkt am Ort in der „Eisenschmelz“ verhüttet. Im Ortsteil Friedrichsgmünd stand von ca. 1520 bis 1732 ein Betrieb zur Eisenerzeugung mit wechselnder Bedeutung.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchweihfeste
    • in Wernsbach am dritten Sonntag nach Ostern
    • in Untersteinbach und Mauk an Pfingsten
    • für Petersgmünd am Sonntag nach St. Veit (15. Juni)
    • in Mäbenberg wird am letzten Sonntag im Juni gefeiert
    • in Rittersbach am Sonntag nach dem Tag des Heiligen Wilibald, dem 7. Juli
    • in Georgensgmünd am ersten Sonntag im August
  • Andere
    • Weihnachtsmarkt in Georgensgmünd ist jeweils am zweiten Adventswochenende.
    • Ende Mai findet das große Wasserradfest statt, das durch zahlreiche Vereine und Gruppierungen ausgetragen wird. Mittelpunkt dieses Festes ist das unterschlächtige Wasserrad am ehemaligen Schallers-Werkskanal.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georgensgmünd hat Anbindung an der Bahnlinie Nürnberg-Augsburg. Die Regionalexpresszüge der Deutschen Bahn halten stündlich mindestens einmal. Die Bahnstrecke Georgensgmünd–Spalt wurde in den 1990er Jahren stillgelegt. Heute führt ein Radwanderweg an deren ursprünglichem Verlauf.

Die Staatsstraße 2224 führt nach Pleinfeld bzw. nach Schwabach. Die Staatsstraße 2223 führt nach Spalt bzw. zur Bundesstraße 2 bei Mauk. Die Kreisstraße RH 9 führt nach Petersgmünd bzw. über die Hämmerleinsmühle nach Untersteinbach ob Gmünd. die Kreisstraße RH 6 führt nach Hauslach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mäbenberg.

Gewerbegebiet Obere Lerch und Breitenloher Weg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georgensgmünd verfügt über ein verhältnismäßig großes Gewerbegebiet im Süden der Gemeinde, in dem sich kleine und mittelständische Betriebe unterschiedlichster Branchen niedergelassen haben. Es ist mittels einer Umgehungsstraße (Spalter Spange) direkt an die Bundesstraße 2 angebunden. Die Fläche des Gebiets beträgt ca. 0,90 km².

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klein- bis mittelständische Betriebe u. a. in den Branchen Anlagentechnik und Maschinenbau, Präzisionsteile, Filtrationssysteme, Formenbau, Fertighausbau, Gummi, Babyartikel, Schwimmbadüberdachungen, Software, Trapezbleche, Fahrzeugtechnik, Folienherstellung sind in der Gemeinde aktiv.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das monatlich erscheinende Gemeindeblatt Gmünder Rundschau wird kostenfrei an alle Haushalte verteilt, finanziert durch Geschäftsempfehlungen der im Gemeindegebiet ansässigen Unternehmen und Einzelhändler, die in der Gmünder Werbegemeinschaft zusammengeschlossen sind.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindebücherei auf drei Etagen. An die Leserinnen und Leser werden Bücher, Zeitschriften, CDs,VHS-Filme und DVDs verliehen. Insgesamt stehen mehr als 16.000 Medien zur Verfügung.[28]
  • Hallenbad in der Wiesenstraße mit einem 20 x 10 m großen Becken.
  • Freizeitpark am Bruckespan mit Spielgeräten für kleinere Kinder, Pumpbrunnen, Seilbahn, Basketballplatz und Boulebahn.
  • Bike Park bietet actionreiche, rasante und kurvenreiche Fahrten mit dem eigenen Rad (Nähe Wertstoffhof)

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kinderkrippe: Als Neubau neben dem Kindergarten „Arche Noah“ angesiedelt. 2013 entstand eine zweite Kinderkrippe in der Straße Am Berg, die verkehrsgünstig unmittelbar am Neubaugebiet liegt. Damit bietet die Gemeinde auch berufstätigen Einpendlern die Möglichkeit einer Kleinkindbetreuung während der Arbeit. Zusätzlich eröffnete ein örtlicher Fertighaushersteller eine dritte Kinderkrippe in unmittelbarer Nähe zum Industriegebiet.
  • Drei Kindergärten, davon zwei in Georgensgmünd mit insgesamt 215 Plätzen, einer in Rittersbach
  • Volksschule: Dr.-Mehler-Schule, Grund- und Mittelschule
  • Niederlassung der Volkshochschule Roth

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den herausragendsten Persönlichkeiten der Gemeinde Georgensgmünd zählt Heinrich Mehler (1859–1926), nach dem die heutige Grund- und Mittelschule von Georgensgmünd sowie eine Mehrzweckhalle benannt sind. Als Sohn eines jüdischen Kaufmanns ließ sich Mehler 1887 in Georgensgmünd als Arzt nieder und wurde noch im selben Jahr Arzt des Gemeindekrankenhauses.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Verein in Georgensgmünd ist der TSV Georgensgmünd mit ca. 1300 Mitgliedern. Daneben gibt es den Schützenverein, die Jugendkapelle und verschiedene Musikgruppen, z. B. Neue Gmünder Blasmusik, Gmünder Kirwa-Musikanten und die Gmünder Jungbürger.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Georgensgmünd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b W.-A. v. Reitzenstein, S. 80f.
  3. Stadt Abenberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 26. Oktober 2011
  4. F. Eigler, S. 391.
  5. F. Eigler, S. 472.
  6. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 823 (Digitalisat).
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 568.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.
  9. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  10. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 29 (Digitalisat). Für die Gemeinde Georgensgmünd zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Eisenhammer (S. 22), Friedrichsgemünd (S. 27), Hauslach (S. 37), Oberhöckenhofen (S. 66) und Papiermühle (S. 70).
  11. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 216 (Digitalisat).
  12. a b c d e f g h i j k l Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 184, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. a b Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1089, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat). Georgensgmünd: 775 Einwohner; Bahnwärterhaus: 1 E.
  14. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1256, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Georgensgmünd: 745 Einwohner; Bahnhof: 4 E.
  15. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1191 (Digitalisat). Georgensgmünd: 807 Einwohner, 140 Wohngebäude; Bahnhof: 25 E., 5 Wgb.
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1263–1264 (Digitalisat). Georgensgmünd: 825 Einwohner, 142 Wohngebäude; Bahnhof: 24 E., 4 Wgb.
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1301 (Digitalisat). Georgensgmünd: 748 Einwohner, 156 Wohngebäude; Bahnhof: 12 E., 1 Wgb.
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1124 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 179 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 347 (Digitalisat).
  21. a b c Georgensgmünd: Amtliche Statistik des LfStat
  22. Axel Schwaiger: Georgensgmünd – 700 Jahre Geschichte am Zusammenfluß von Fränkischer und Schwäbischer Rezat. Gemeinde Georgensgmünd, 2002, ISBN 3-00-009312-5, S. 235.
  23. Detlef Gsänger: Der Neue will „die Sache in den Vordergrund stellen“. In: Lokalteil der Hilpoltsteiner Zeitung. 14. Oktober 2011, S. 1.
  24. Eugen Maria Hausladen: Der Kirchen- und Profanbau des 18. Jahrhunderts im Markgrafentum Ansbach. II. Der markgräfliche Baumeister Joh. David Steingruber und der evangelische Kirchenbau. Verlag von C. Brügel & Sohn, Ansbach 1930, S. 56, 59.
  25. Andrea Franzetti: Zweimal bei der Weihe. 50 Jahre St. Wunibald in Georgensgmünd. In: Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt vom 11. Dez. 2016, S. 16.
  26. OpenStreetMap: Verlauf des Skulpturenwegs (abgerufen am 17. November 2013)
  27. OpenStreetMap: Verlauf des Planetenwegs (abgerufen am 17. November 2013)
  28. http://www.buechereistadl-georgensgmuend.de/fileadmin/Dateien/Dateien/Buechereistadl/Flyer_Buecherei.pdf