Matthias-Grünewald-Verlag

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Der Matthias-Grünewald-Verlag war ein unabhängiger deutscher Verlag mit christlichem Programm aus Mainz. Er ist heute ein Unternehmen der Patmos Verlagsgruppe in der Unternehmensgruppe Schwabenverlag in Ostfildern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgeber des Matthias-Grünewald-Verlags ist der Maler und Grafiker Matthias Grünewald, der als bedeutender deutscher Vertreter der Renaissance gilt.

Verlagsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag wurde 1918 im Umfeld der sogenannten Bibelbewegung und der Liturgischen Bewegung in Mainz gegründet. Ein Hauptkristallisationspunkt war der katholische Theologe Romano Guardini. Es erschienen unter anderem die Reihe Klassiker der katholischen Theologie und die Bibelübersetzung von Paul Rießler und Rupert Storr (Mainzer Bibel).

Im Jahr 1944 ordnete die Reichsschrifttumskammer (RSK) die Schließung des Verlages an. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Verlagshaus mit seinem Archiv vollständig vernichtet. Nach dem Krieg wurde die Arbeit fortgesetzt.

1978 wurde der Verlag, der seit 1938 eine Kommanditgesellschaft war, in eine GmbH umgewandelt.[1][2] Nachdem der Matthias-Grünewald-Verlag zum 1. Januar 2006 auf die Schwabenverlag AG überging, wurde die Gesellschaft 2006 aufgelöst und liquidiert.[3][2] Die Nachfolgefirma war die MGV GmbH, die am 20. November 2009 aus dem Handelsregister gelöscht wurde.[4] Heute ist der Matthias Grünewald Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Patmos in der Schwabenverlag AG in Ostfildern (HRB 210919).

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Das Logo des Verlages zeigt die Hand von Johannes dem Täufer beim Isenheimer Altar.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verlagsprogramm mit über 900 Titeln umfasst im Wesentlichen die Bereiche christliche Theologie (auch Pastoraltheologie), Spiritualität, Lebenshilfe, Psychologie und Pädagogik. Außerdem erscheinen Gesangsbücher (Gotteslob-Ausgaben), Zeitschriften und Prospekte (pastoral.de). Zu den Hauptautoren gehören neben anderen Anselm Grün, Romano Guardini, Gustavo Gutiérrez, Wilhelm Hoffsümmer, Walter Kasper, Pinchas Lapide, Wunibald Müller, Otto Hermann Pesch und Josef Pieper.

Zeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Concilium: Internationale Zeitschrift für Theologie
  • Meditation: Zeitschrift für christliche Spiritualität und Lebensgestaltung
  • Communicatio Socialis: Internationale Zeitschrift für Kommunikation in Religion, Kirche und Gesellschaft
  • Wort und Antwort: Dominikanische Zeitschrift für Glauben und Gesellschaft

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edith Minarsch: Matthias-Grünewald-Verlag 1918–1968. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, Bd. 24, 1968, S. 2641–2642.
  • Dagmar Olzog, Johannes Hacker (Hrsg.): Dokumentation deutschsprachiger Verlage. 14. Ausgabe, verlag moderne industrie, Landsberg am Lech 2001, ISBN 3-478-38764-7, S. 199.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handelsregister des AG Mainz, HRA 708 (Matthias-Grünewald-Verlag KG)
  2. a b Handelsregister des AG Mainz, HRB 1654 (Matthias-Grünewald-Verlag GmbH)
  3. Schwabenverlag AG übernimmt Matthias Grünewald Verlag. In: Buchmarkt. BuchMarkt Verlag K. Werner GmbH. 8. Dezember 2005. Abgerufen am 17. Juni 2014.
  4. Handelsregister des AG Mainz, HRB 1654 (MGV GmbH)