Max Meirowsky

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Halle im Haus von Max Meirowsky in Köln-Lindenthal. Mit einem Gobelin von Fritz Erler (1909)

Max Meirowsky (* 17. Februar 1866 in Guttstadt; † 1. Dezember 1949 in Genf) war ein deutsch-jüdischer Industrieller und Kunstsammler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Meirowsky, der ältere Bruder des Dermatologen Emil Meirowsky, kam aus Ostpreußen nach Köln. 1893–1901 gründete er nahe dem Militärgelände in Porz eine Firma zur Herstellung von Isoliermaterial (Glimmer, Monazit und Feldspat) für die aufkommende Elektro- und Motorenindustrie.

Als das Unternehmen florierte, wurde es 1910 in eine Familien-AG, die Meirowsky AG, umgewandelt, an der sich auch sein Bruder Emil beteiligte.

Zu seiner Kunstsammlung zählten Werke von van Gogh, Renoir, Monet, Gauguin und Pissarro. 1938 lebte er in Berlin und bereitete seine Emigration in die Schweiz vor. Zur Finanzierung seiner Auswanderung war er gezwungen, seine Kunstsammlung auf einer Judenauktion am 18. November 1938 im Berliner Auktionshaus H. W. Lange zu versteigern. Auch eine Version von Ferdinand Hodlers Lied aus der Ferne von 1914 wurde für 2800 Reichsmark veräußert.[1]

Am 28. Oktober 1938 wurde er von seiner Frau, Amélie Paula Feldsieger, geb. Felsch, geschieden.[2] Als sein Erbe gilt die Bona Terra-Stiftung, die seit 1954 junge Juden unterstützt, die einen Beruf in der Landwirtschaft ergreifen wollen.

1941 wurde die Meirowsky AG als Dielektra AG „arisiert“ und war bis Januar 2006[3] eine GmbH.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lothar Jaenicke und Frieder W. Lichtenthaler: Ein Kaiser-Wilhelm-Institut für Köln : Emil Fischer, Konrad Adenauer und die Meirowsky-Stiftung, in: Angewandte Chemie, Volume 115, Issue 7, 17. Februar 2003, S. 746–750.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Max Meirowsky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Samuel Herzog: Zweifel aus der Ferne, in: NZZ, 17. Oktober 2015, S. 33. Das Bild Hodlers ist im Jahr 2015 im Besitz von Christoph Blocher.
  2. http://www.berlin.de/aktuell/07_01/suchanzeigen/aktuell_85297.html (Memento vom 11. August 2012 auf WebCite)
  3. „Dielektra“ schließt den Betrieb, bei Kölner Stadtanzeiger, 16. Februar 2009