Max Verworn

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Max Verworn

Max Richard Constantin Verworn (* 4. November 1863 in Berlin; † 23. November 1921 in Bonn) war ein deutscher Physiologe.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Verworn war der Sohn des Zahlmeisters beim 2. Garde-Ulanen-Regiment in Berlin, Wilhelm Ferdinand Verworn,[1] und jüngerer Bruder des Architekten Hermann Verworn. Er begann sein Studium der Zoologie und Medizin 1884 an der Universität Berlin u. a. bei Franz Eilhard Schulze, Emil Du Bois-Reymond und Rudolf Virchow und wurde dort 1887 in Zoologie promoviert. Anschließend studierte er Medizin an der Universität Jena, u. a. bei William Preyer, Wilhelm Biedermann und Ernst Haeckel, 1889 wurde er zum Dr. med. promoviert. Während seines Studiums wurde er Mitglied der Burschenschaft Germania Jena.[2]

Er blieb als Assistent an der Universität Jena und wurde dort 1895 außerordentlicher Professor für Physiologie, 1901 ging er als ordentlicher Professor an die Universität Göttingen, 1910 an die Universität Bonn.

Verworn befasste sich mit den beweglichen Zellen und der Physiologie der einzelligen Lebewesen. Auch die Funktion der Nervenzellen war Gegenstand von Verworns Forschung. Weiterhin befasste er sich mit prähistorischer Archäologie und gab zusammen mit Gustav Steinmann und Robert Bonnet mehrere Schriften zum Doppelgrab von Oberkassel heraus.

Er schuf 1902 die Zeitschrift für allgemeine Physiologie und redigierte von 1910 bis 1918 Pflügers Archiv für die gesamte Physiologie.

Er interessierte sich auch für Numismatik und besaß eine Münzsammlung, die nach seinem Tode bei Adolph E. Cahn in Frankfurt versteigert wurde.[3]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Psychophysiologische Protistenstudien. 1889.
  • Die Bewegung der lebendigen Substanz. 1892.
  • Allgemeine Physiologie. 1895.
  • Die Biogenhypothese. 1903.
  • Die Lokalisation der Atmung in der Zelle. In: Denkschriften der Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Jena, 11, (= Festschrift zum siebzigsten Geburtstage von Ernst Haeckel, Herausgegeben von seinen Schülern und Freunden), Fischer, Jena 1904, S. 561–570 (Digitalisat)
  • Die Mechanik des Geisteslebens. 1907.
  • Die Frage nach den Grenzen der Erkenntnis. Fischer, Jena 1908 (archive.org)
  • Kausale und konditionale Weltanschauung. Jena 1912; 1928.
  • mit Robert Bonnet, Gustav Steinmann: Der diluviale Menschenfund von Obercassel bei Bonn. Wiesbaden 1919.
  • Keltische Kunst. Der Sturm. 1919.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Verworn. In: Theodor Westrin, Ruben Gustafsson Berg, Eugen Fahlstedt (Hrsg.): Nordisk familjebok konversationslexikon och realencyklopedi. 2. Auflage. Band 32: Werth–Väderkvarn. Nordisk familjeboks förlag, Stockholm 1921, Sp. 10 (schwedisch, runeberg.org).
  • Raimund Wüllenweber: Der Physiologe Max Verworn. Universität Bonn, Med. Diss. 1968.
  • Hans-Jürg Kuhn: Max Verworn, 1863–1921. In: Göttinger Gelehrte: die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Bildnissen und Würdigungen 1751–2001. Wallstein, Göttingen 2001, ISBN 3-89244-485-4, Band 1, S. 308–309.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Max Verworn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geborene und Getaufte im Jahr 1863. In: Garde Landwehr Garnisonkirche-Gemeinde in Berlin, Duplicat der Geborenen des 2. Garde-Ulanen-Landwehr-Regiments 1822–1868, S. 121
  2. Verzeichnis der Alten Herren der Deutschen Burschenschaft. Überlingen am Bodensee 1920, S. 141.
  3. Sammlung eines rheinischen Gelehrten. Bedeutende Serien barbarischer Prägungen und deutscher Mittelaltermünzen, besonders Brakteaten in gewählten Exemplaren. Versteigerung: Montag, den 18. Dezember 1922 und folgende Tage. Katalog 49. Adolph E. Cahn, Frankfurt am Main 1922 (Digitalisat).
  4. Max Verworn. In: Mitgliederverzeichnis Leopoldina.