Maximale Sparsamkeit

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Der Begriff Maximale Sparsamkeit (englisch maximum parsimony) bezeichnet eine Methode der parameterfreien Statistik innerhalb der Phylogenetik zur Bestimmung von Phylogenese. Hierbei bezieht sich die Sparsamkeit darauf, den phylogenetischen Baum zu bevorzugen, der am wenigsten evolutionären Wandel benötigt, um die beobachteten Daten zu erklären.

Häufig tritt hierbei das Problem der Bildung eines Baumbildungsartefakts (engl. long-branch attraction artefact) auf. Wenn die Taxa, die einzelnen Ästen zugrunde liegen, eine relativ hohe Rate an Mutationen aufweisen, so werden die entsprechenden Äste fälschlicherweise an basaler Stelle im Kladogramm platziert und verzerren dadurch die Ergebnisse. Noch bis kurz vor der Jahrtausendwende galt das Auftreten von Long-branch-attraction-Artefakten als unwahrscheinlich, mittlerweile sind zahlreiche Beispiele dafür bekannt. Viele Methoden dienen seither zur Entdeckung bzw. Vermeidung dieses Effekts.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Felsenstein: Cases in which Parsimony or Compatibility Methods will be Positively Misleading. In: Systematic Biology. Band 27, Nr. 4, Dezember 1978, S. 401–410, doi:10.1093/sysbio/27.4.401.
  • Bryan Kolaczkowski, Joseph W. Thornton: Performance of maximum parsimony and likelihood phylogenetics when evolution is heterogeneous. In: Nature. Band 431, Nr. 7011, Mai 2004, S. 980–984, doi:10.1038/nature02917.
  • Johannes Bergsten: A review of long-branch attraction. In: Cladistics. Band 21, Nr. 2, April 2005, S. 163–193, doi:10.1111/j.1096-0031.2005.00059.x.