Maximalpuls

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Die maximale Herzschlagfrequenz (auch: Maximalpuls) ist die Anzahl der Herzschläge pro Minute, die ein Mensch bei größtmöglicher körperlicher Anstrengung erreichen kann. Die maximale Herzschlagfrequenz ist eine individuelle Größe, die von Alter, Geschlecht, genetischer Veranlagung, Trainingszustand und Tagesform (u. a. Hormonhaushalt) abhängt und große Abweichungen vom Durchschnitt aufweist[1]. Der individuelle Maximalpuls kann (in den meisten Fällen) durch entsprechende Ausdauerbelastung ergometrisch bestimmt werden. Anhand von Formeln erfolgt die Bestimmung des Maximalpulses nur annähernd und ist nur dann zu empfehlen, wenn z. B. aufgrund gesundheitlicher Risiken keine anderen Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Faustregel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Faustregel zur Bestimmung des eigenen Maximalpulses gilt die Formel:

Maximalpuls = 220 − Lebensalter (in Jahren).

Diese Formel wurde im Verlauf der Geschichte verschiedenen Quellen zugeordnet. Es wird angenommen, dass sie erstmals von William Haskell und Samuel Fox veröffentlicht wurde. Oft weichen die Werte um 10 bis 30 Schläge nach oben oder unten ab, denn neben dem Alter hängt der Maximalpuls auch von Verfassung, Veranlagung und Trainingszustand und externen Faktoren ab.

Weitere Formeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sally Edwards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Sally Edwards wurden Formeln entwickelt, die auch das Geschlecht und das Körpergewicht berücksichtigen[2]:

Männer: Maximalpuls = 214 − 0,5 x Lebensalter (in Jahren) − 0,11 × Körpergewicht (in Kilogramm)
Frauen: Maximalpuls = 210 − 0,5 x Lebensalter (in Jahren) − 0,11 × Körpergewicht (in Kilogramm)

Winfried Spanaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 wurden von Winfried Spanaus[3] mit Hilfe von Tests mit über 600 Probanden neue geschlechtsspezifische Formeln für trainierte Sportlerinnen und Sportler entwickelt:

Männer: Maximalpuls = 223 − 0,9 × Lebensalter (in Jahren)
Frauen: Maximalpuls = 226 − 1,0 × Lebensalter (in Jahren)

Auch bei dieser Formel treten immer noch Abweichungen von bis zu 10 Schlägen nach oben und unten auf.

Vergleich von verschiedenen Berechnungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergleiche verschiedener Berechnungsverfahren mit dem eigentlichen Maximalpuls von Sportlern zeigen, dass die oft verwendete Faustformel die maximale Herzrate von Menschen die jünger als 40 jahre sind oft über- und bei Menschen die älter als 40 Jahre sind oft unterschätzt.[4] Eine durch lineare Regression ermittelte Gleichung berechnet den Maximalpuls wie folgt:

Maximalpuls = 208 − 0.7 x Lebensalter (in Jahren).

Der berechnete Maximalpuls kann jedoch beim einzelnen Menschen um mehrere 10 Schläge pro Minute von dem tatsächlichen Maximalpuls abweichen.

Eine weitere Untersuchung des berechneten und des tatsächlichen Maximalpulses bei jungen Sportlern im Alter von 9 bis 18 Jahren ergab, dass keine der Berechnungsverfahren genaue Resultate lieferte.[5] Der Autor empfiehlt u.a. die o.g. Formel von Tanaka et al. zu benutzen, wenn man Übertraining vermeiden möchte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert A. Robergs, Roberto Landwehr: The surprising history of the HRmax=220-age equation. In: The American Society of Exercise Physiologist (Hrsg.): Journal of Exercise Physiologyonline. Band 5, Nr. 2, Mai 2002, ISSN 1097-9751 (asep.org [PDF; abgerufen am 22. März 2016]).
  2. Sally Edwards (1992): Leitfaden zur Trainingskontrolle. Meyer & Meyer : Aachen
  3. Winfried Spanaus: Herzfrequenzkontrolle im Ausdauersport. Meyer und Meyer, Aachen 2002 (zugl.: Düsseldorf, Univ., Diss., 2000) ISBN 3-89124-851-2.
  4. Hirofumi Tanaka, Kevin D Monahan, Douglas R Seals: Age-predicted maximal heart rate revisited. In: Journal of the American College of Cardiology. Band 37, Nr. 1, Januar 2001, S. 153–156, doi:10.1016/S0735-1097(00)01054-8.
  5. Nikolaidis: Age-predicted vs. measured maximal heart rate in young team sport athletes. In: Nigerian Medical Journal. 2014 Band 55, Nr. 4, S. 314–320.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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