Mayo Kébbi (Fluss)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mayo Kébbi
Mao Kebi
Einzugsgebiet des Benue

Einzugsgebiet des Benue

Daten
Lage Tschad; Kamerun
Flusssystem Niger
Abfluss über Benue → Niger → Atlantischer Ozean
Mündung in den BenueKoordinaten: 9° 19′ 3″ N, 13° 32′ 3″ O
9° 19′ 3″ N, 13° 32′ 3″ O
Einzugsgebiet 21.360 km²

Linke Nebenflüsse Mayo Louti, Mayo Oulu
Durchflossene Seen Léré-See; Tréné-See, Tikem-See, N’gara-See
Mittelstädte Léré, Fianga

Der Mayo Kébbi (auch Mao Kebi oder Kabia) ist ein Fluss im Tschad und in Kamerun.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Quellen liegen an der Grenze des Tschads zu Kamerun, an den nordöstlichen Flanken des Hochlands von Adamaua. Nach ihm sind die Provinzen Mayo-Kebbi Ouest und Mayo-Kebbi Est im Tschad benannt, die er durchfließt. Der Fluss weist eine scharfe Trennung von Oberlauf und Unterlauf auf, diese entsteht durch eine Reihe von Stromschnellen und zweier größerer Wasserfälle, die insgesamt einen Höhenunterschied von 110 Metern überwinden und zusammenfassend die Gauthiot-Wasserfälle genannt werden.

Am Oberlauf durchfließt der Mayo Kébbi den Tikem- und den N’gara-See und ist über den Fianga-See mit dem Logone verbunden. Vom Logone erhält der Mayo Kébbi über eine großflächige Überschwemmungsebene einen wesentlichen Anteil seiner Wassermassen.

Der Fluss mündet etwa 14 km östlich der Stadt Garoua in den Benue.

Mega-Tschad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindung zwischen Logone und Mayo Kébbi über die Überschwemmungsebene entspricht dem Ausfluss aus dem historischen Mega-Tschadsee in seiner maximalen Ausdehnung vor mehr als 5.000 Jahren [1]. Diese Verbindung ist vermutlich die Ursache für das Vorkommen von Afrikanischen Manatis in den Zuläufen des an sich vom Meer her abgeschnittenen Tschadsees.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Überschwemmungsebene des Longone wurde vom Tschad unter dem Titel Plaines d’inondation du Logone et les dépressions Toupouri unter dem Schutz der Ramsar-Konvention gestellt.

Am Unterlauf bewässert der Mayo Kébbi den Tréné-See und den Léré-See, die Teil des Wildtierreservat Binder-Léré sind und in dem eine Population des seltenen Afrikanischen Manati lebt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leblanc et al. 2006 Reconstruction of megalake Chad using shuttle radar topographic mission data. Palaeogeography, palaeoclimatology, palaeoecology 239, pp. 16-27 ISSN 0031-0182 ISSN 1872-616X