Wald-Wachtelweizen
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Wald-Wachtelweizen (Melampyrum sylvaticum) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Melampyrum sylvaticum | ||||||||||||
| L. |
Der Wald-Wachtelweizen (Melampyrum sylvaticum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wachtelweizen (Melampyrum ) innerhalb der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) und ein Halbschmarotzer.
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Wald-Wachtelweizen ist dem Wiesen-Wachtelweizen ähnlich und kann mit diesem leicht verwechselt werden, zumal der Wiesen-Wachtelweizen sehr formenreich ist. Die Blüten des Wald-Wachtelweizens sind aber erheblich kürzer, nur 6 bis 9 Millimeter, beim Wiesen-Wachtelweizen dagegen 12 bis 20 Millimeter. Auch ist die Blüte gedrungener, kurzröhrig-gekrümmt, während sie beim Wiesen-Wachtelweizen langgestreckt ist. Der Schlund der Blüte ist offen, beim Wiesen-Wachtelweizen fast geschlossen. Die Farbe der Blüten ist dunkel- bis rötlichgelb, beim Wiesen-Wachtelweizen weißlich bis goldgelb.
Die Kelchzähne sind dreieckig und etwa so lang wie die Blütenkronröhre, während die lanzettlichen Kelchzähne des Wiesen-Wachtelweizens die Länge der Blütenkronröhre nicht annähernd erreichen.
Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 18.
Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Wald-Wachtelweizen kommt von Europa bis West-Sibirien vor.[1] In Europa kommtr er in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Portugal, Belgien, Ungarn, Albanien und in der Türkei.[1] Der Wald-Wachtelweizen ist vor allem in Skandinavien inklusive Island[2] und Nordosteuropa verbreitet, ansonsten in den höheren Gebirgen Europas. Auch in Deutschland ist er weithin auf die Alpen und höheren Mittelgebirge beschränkt. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 1 (stark sauer), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[3]
Vorkommen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Man findet ihn zerstreut in Fichten- oder Fichten-Tannenwäldern an halbschattigen oder auch schattigen, frischen, basenreichen, kalkarmen und sauren Standorten. Er ist in Mitteleuropa eine Piceetalia-Ordnungscharakterart, kommt aber auch in Gesellschaften der Unterverbände Galio-Abietenion und Cephalanthero-Fagenion vor.[4]
In den Allgäuer Alpen steigt er am Berg Kirchendach am Schrecksee in Bayern bis zu 1980 m Meereshöhe auf.[5]
Ökologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Wald-Wachtelweizen ist ein Halbschmarotzer, auf Fichten und auf Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus). Er ist ein Humus-Flachwurzler und eine Halbschatt-Schattpflanze. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch Ameisen.[4]
Taxonomie und Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Wald-Wachtelweizen wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 605 als Melampyrum sylvaticum erstbeschrieben. Nach K. Marhold hat Melampyrum sylvaticum L. folgende Synonyme:[6] Melampyrum aestivale Ronniger & Schinz, Melampyrum carpaticum Schult., Melampyrum intermedium Ronniger & Schinz, Melampyrum laricetorum A. Kern., Melampyrum subsylvaticum Ronniger & Schinz, Melampyrum transsilvanicum Schur, Melampyrum sylvaticum subsp. aestivale (Ronniger & Schinz) Ronniger, Melampyrum sylvaticum subsp. carpaticum (Schult.) Soó, Melampyrum sylvaticum subsp. intermedium (Ronniger & Schinz) Ronniger, Melampyrum sylvaticum subsp. laricetorum (A. Kern.) Ronniger, Melampyrum sylvaticum subsp. subsylvaticum (Ronniger & Schinz) Ronniger, Melampyrum sylvaticum subsp. transsilvanicum (Schur) Soó.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 5. Auflage, 1983
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Melampyrum sylvaticum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Steindór Steindórsson: On the age and immigration of the Icelandic flora (= Vísindafélag Íslendinga (Societas Scientiarum Islandica). Band 35). Reykjavík 1962, S. 74 (englisch, timarit.is).
- ↑ Melampyrum sylvaticum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, Seite 849, ISBN 3-8001-3131-5.
- ↑ Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 459.
- ↑ Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae: Datenblatt Melampyrumn sylvaticum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wald-Wachtelweizen. auf FloraWeb.de
- Wald-Wachtelweizen. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
- Thomas Meyer: Wachtelweizen Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)