Melodyne

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Melodyne
Melodyne dt.png
Entwickler Celemony Software GmbH
Erscheinungsjahr 2001
Aktuelle Version 4.1.1
(June 2017)
Betriebssystem macOS, Windows
Programmiersprache C++
Kategorie Musiksoftware
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
www.celemony.com

Melodyne ist eine Software, die wegen ihrer automatischen Tonhöhenkorrektur von Musikaufnahmen berühmt und zum Studio-Standard wurde. Inzwischen bietet das Programm auch weitergehende Möglichkeiten der Klangbearbeitung und Analyse von Musikstücken.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musiksoftware wird in Versionen für Windows und Mac OS X von der Celemony Software GmbH vertrieben. Der Name setzt sich aus den Worten Melodik und Dynamik zusammen.[1] Es erhielt inzwischen zahlreiche Preise und erlangte Bekanntheit in der Musikindustrie. Bei der Markteinführung war Melodyne die erste Softwareanwendung, die eine voneinander unabhängige Echtzeit-Bearbeitung verschiedener Parameter wie zum Beispiel Tonhöhe, Klangcharakter und Geschwindigkeit ermöglichte (nachdem das Klangmaterial analysiert wurde). Die Grundidee bestand in einer von einer Tonhöhe und Zeit unabhängigen Bearbeitung des Klangmaterials.[1]

Das Beispiel „Melodyne Studio“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Aufzeichnung des Audiomaterials wird vom Programm eine Analyse vollzogen, damit das Material anschließend in Echtzeit bearbeitet werden kann. Im ersten Schritt wird das Material als melodisch, mehrstimmig oder perkussiv eingestuft. Gesangliche Freiheiten, wie zum Beispiel das Ansteuern der gesungenen Töne und andere Stilmittel werden dabei automatisch erkannt, in sogenannten „Blobs“ (dt. Kleckse, Tropfen) dargestellt und somit für eine Bearbeitung zugänglich gemacht. Dadurch wird ermöglicht, dass auch noch nach der Bearbeitung eine Stimme menschlich und nicht künstlich klingt. Im zweiten Schritt wird melodisches Material nach Tonhöhen angeordnet, perkussives und mehrstimmiges Material werden auf der gleichen Tonhöhenachse dargestellt. Dabei bleibt der Zusammenhang zwischen den Tönen bestehen. In der visuellen Darstellung der Tonhöhen können nicht korrekte Töne verbessert und sogar ganze Melodien in andere Tonarten transponiert werden.[2]

Aktuelles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 stellte Celemony mit Direct Note Access (DNA; deutsch: Direkter Notenzugang) eine Technologie vor, die es ermöglicht, aus polyphonem Audiomaterial (typischerweise fertige Mischungen) einzelne Noten herauszugreifen und zu verändern. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nur möglich, monophones und perkussives Klangmaterial zu bearbeiten. Die Extraktion einzelner Noten aus komplexem Tonmaterial galt zuvor als unmöglich, vor allem wegen der sich überlagernden Frequenzen der beteiligten Instrumente. Die Lösung bestand darin, die Töne weniger vom Frequenzspektrum her als vom Ereignischarakter her zu betrachten.[3] Momentan gibt es vier verschiedene Versionen von Melodyne: Melodyne studio und editor (mit DNA), Melodyne assistant sowie Melodyne essential.

Im Herbst 2014 wurde eine weitere Neuerung für Melodyne vorgestellt: Durch die Extraktion von Ereignissen in fertig gemischter Musik ermittelt Melodyne den Takt. Als Konsequenz kann der Musiker im Studio beim Aufnehmen der ersten Spur eines neuen Stücks nun ohne Metronom arbeiten, denn Melodyne ermittelt anschließend jeden Taktbeginn (Downbeat) und die Zwischenschläge. Damit ist es möglich, das Tempo nachträglich auf eine feste Geschwindigkeit zu bringen oder eine Tempospur zu generieren, auf deren Tempo-Basis die nachfolgenden Spuren eingespielt werden.[4] Am 14. Januar 2016 erschien Melodyne 4, das unter anderem über die oben genannten Tempofunktionen verfügt. [5]

Wegen der stetig schneller werdenden Musikindustrie werden Plugins, welche den Arbeitsfluss verbessern oder zeitaufwendige Arbeitsschritte umgehen können, immer beliebter. Zu den bekanntesten Nutzern von Melodyne gehören Justin Bieber, Peter Gabriel, Herbie Hancock, Pete Townshend, Mike Shinoda, Midge Ure und Helmut Zerlett.[6][7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Philip von Beesten: Elastic Audio. Die digitale Manipulation von Tonhöhen- und Zeitstrukturen.. 2009. Abgerufen am 24. Januar 2015. S. 58.
  2. Philip von Beesten: Elastic Audio. Die digitale Manipulation von Tonhöhen- und Zeitstrukturen.. 2009. Abgerufen am 24. Januar 2015. S. 60–62.
  3. Manfred Dworschak: Photoshop für Klänge. 2008. Abgerufen am 27. Januar 2015. 
  4. Digitale Musikproduktion. Grooven und falten. 2014. Abgerufen am 27. Januar 2015. 
  5. Melodyne mit großem Update. 2016. Abgerufen am 20. Januar 2016. 
  6. Celemony News. 2014. Abgerufen am 27. Januar 2015. 
  7. Sydney bound Justin Bieber admits voice tuned by software Melodyne for third album Believe. 2012. Abgerufen am 27. Januar 2015.