Mesotheliom

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Klassifikation nach ICD-10
C45 Mesotheliom
ICD-O M9050/3
C45.0 Mesotheliom der Pleura
C45.1 Mesotheliom des Peritoneums
C45.2 Mesotheliom des Perikards
C45.7 Mesotheliom sonstiger Lokalisationen
C45.9 Mesotheliom nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Das Mesotheliom ist ein diffus wachsender Tumor, welcher vor allem in der Pleura (Pleuramesotheliom), dem Herzbeutel und dem Peritoneum sowie an der Tunica vaginalis testis vorkommt, allerdings kann es auch an anderen Stellen auftreten. Es tritt in allen Lokalisationen vor allem bei Menschen auf, die mit Asbest Kontakt hatten (Asbestose). Wie bei den meisten Tumoren kann auch das Mesotheliom in gutartiger (benigne, nicht invasiv und langsam wachsend) oder bösartiger (maligne, invasiv und schnell wachsend) Form auftreten.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mesotheliome sind oft schwer zu diagnostizierende, relativ seltene (ca. 3000 neue Fälle pro Jahr in den USA) Bindegewebstumore des Mesothels, vor allem der Pleura. Männer sind häufiger von der Erkrankung betroffen (Wahrscheinlichkeit ca. 1:1000 bzw. 4:1, je nach Quelle). Nach aktuellen Erkenntnissen wird das Mesotheliom zumeist durch Asbesteinwirkung (hier v.a. die langfasrigen Amphibole), Glasfaserstaub oder Toxikose durch Zigarettenrauch und andere exogene Schadstoffe hervorgerufen. Vereinzelt sind auch Fälle nach Strahlentherapie von Hodgkin Lymphomen und anderen malignen Krebserkrankungen aufgetreten. Formen, die primär im Mesothel des Bauchfells oder Herzbeutels auftreten, sind wesentlich seltener. Das Pleuramesotheliom ist eine charakteristische Tumorform in Folge einer Asbestose und eine der ersten anerkannten Berufserkrankungen, da besonders Arbeiter in der asbestverarbeitenden Industrie und Bau- und Werftsarbeiter betroffen sind, was auch die erhöhte Inzidenz bei Männern erklärt.

Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CT eines Patienten mit Mesotheliom (gelbe Pfeile).
PET/CT eines Mesothelioms

Die Latenzzeit des Pleuramesothelioms kann bis zu 40 Jahre betragen, sodass Symptome erst spät auftreten und denen einer Pleuraerkrankung (z. B. Pleuraerguss) ähneln.

Die Diagnose erfolgt durch zytodiagnostische Untersuchungen aus Zellproben, die mittels Feinnadelbiopsie gewonnen werden, Histologie, Pleurabiopsie sowie radiologische Untersuchungen. Wegweisend ist oft die Thorakoskopie. Computertomografische (CT) Verfahren werden eingesetzt, um eine Metastasierung des Thorax, der Thoraxwand und der Lunge eindeutig diagnostizieren zu können. Des Weiteren beschäftigen sich Forschungsgruppen mit der Erforschung und Etablierung von Biomarkern, wie Calretinin[1], Mesothelin, Osteopontin oder Fibulin[2]. Der Einsatz solcher Tumor-Biomarker in der klinischen Praxis ermöglicht eine frühere und präzisere Diagnose. In vitro konnte sogar gezeigt werden, dass Calretinin für Mesothelioma Zellen essenziell ist[3].

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. V. Gotzos, P. Vogt, M. R. Celio: The calcium binding protein calretinin is a selective marker for malignant pleural mesotheliomas of the epithelial type. In: Pathology, Research and Practice. Band 192, Nr. 2, 1. Februar 1996, S. 137–147, doi:10.1016/S0344-0338(96)80208-1, PMID 8692714.
  2. rme/aerzteblatt.de: Neuer Tumormarker des Mesothelioms. In: aerzteblatt.de. 11. Oktober 2012, abgerufen am 2. Februar 2015.
  3. Walter Blum, Beat Schwaller: Calretinin is essential for mesothelioma cell growth/survival in vitro: a potential new target for malignant mesothelioma therapy? In: International Journal of Cancer. Band 133, Nr. 9, 1. November 2013, S. 2077–2088, doi:10.1002/ijc.28218, PMID 23595591.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mesotheliom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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