Mia (PKW-Modell)

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mia
Elektroauto mia
Elektroauto mia
mia
Produktionszeitraum: 2010–2014
Klasse: Minivan
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Elektromotor:
24 kW
Länge: 2870 mm
Breite: 1640 mm
Höhe: 1550 mm
Radstand:
Leergewicht: 786 kg

Die Mia (Eigenschreibweise: die mia) ist ein vollelektrischer Kleinstwagen von Mia electric mit drei oder vier Sitzplätzen in Form eines Minivans. Die Mia wurde konsequent als Elektroauto konzipiert.

Allgemeines /Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mia wurde ab 2007 vom Karosseriehersteller Heuliez entwickelt und als Prototyp gefertigt[1]. 2008 wurde der Wagen auf der Mondial de l’Automobile in Paris unter dem Namen Friendly vorgestellt. In Deutschland war er unter anderem 2009 auf dem ersten Deutschen Elektromobilkongress in Bonn ausgestellt. Als Verkaufsförderung bot Heuliez im Jahr 2009 zunächst Käufer-Registrierungen für 10 EUR, später dann Vorreservierungen des Fahrzeuges für 500 EUR an. Nach der Insolvenz von Heuliez wurde die Elektrofahrzeugsparte am 1. Juli 2010 von dem deutsch-französischen Unternehmen Mia electric unter dem Hauptgesellschafter und Pharmaunternehmer Prof. Edwin Kohl (73,4 %) übernommen[1]. Das Design wurde unter Leitung des Designers Murat Günak weiterentwickelt[2]. Im Frühjahr 2010 wurde das Fahrzeug auf mehreren Messen ausgestellt.

Ursprünglich sollte das Fahrzeug mit einem 6-kWh-Akku 14.990 EUR kosten. Anfang 2011 wurde die Nennkapazität der kleinen Akkuvariante mit 8 kWh angegeben, optional wird ein 12-kWh-Akku angeboten.[1] Für den Juni 2011 wurde der Start der Auslieferung von zunächst 1.500 Fahrzeugen angekündigt, dieser Termin wurde später verschoben. Nach Auskunft des Unternehmens begann im Juni 2011 die Produktion des Mia im französischen Werk in Cerizay. Die ersten Fahrzeuge erhielten Werksmitarbeiter zum Test. Ab Dezember 2011 sollen in der Serienfertigung monatlich 1.000 Fahrzeuge gebaut werden. Der Verkauf erfolgt zunächst an gewerbliche bzw. Flottenkunden, erst ab 2012 sollen private Käufer beliefert werden. Am 14. Februar 2011 gaben elf Stadtwerke aus Ostwestfalen bekannt, dass sie in Zukunft Modelle vom Typ Mia für ihre Fuhrparks verwenden wollen.[3] Seit April 2013 wurde die mia neben Frankreich, Deutschland u. a. europäischen Ländern auch in Österreich angeboten.[4] 2014 wurde der Verkauf wegen Insolvenz der Firma eingestellt.

Besonderheit des Konzeptes ist die Sitzanordnung, bei der hinter dem mittig sitzenden Fahrer zwei bis drei Passagiere sitzen können. Das Fahrzeug hat zwei seitliche Schiebetüren und eine Heckklappe. Zum Konzept gehört die Wahl zwischen verschieden großen Batterien bei der Bestellung. Damit sollen später aufrüstbare, möglichst preiswerte Grundmodelle möglich sein. So soll der Preis der kleinsten Variante „pur“ mit einem 8-kWh-Akku etwa 19.500 EUR betragen.

Auch ein von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle gespeister Elektroantrieb war in der Entwicklung.[5]

Praktische Erfahrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Testbericht[6] der auto motor sport wurden folgende Praxiswerte ermittelt:

  • mit 12-kWh-Akku 93 km Reichweite und 15,3 kWh/100 km ab Steckdose bei gemischtem Testbetrieb
  • Beschleunigung 0–50 km/h: 8,3 s
  • kein ESP, angeblich auch kein ABS, was zweifelhaft ist, da es der Hersteller als Serienausstattung aufführt

Kunden von mia-Fahrzeugen beklagen, dass die Fahrzeugelektrik störanfällig sei.[7]

Ausstattungsdetails[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mini-Bus-Konzept mit zwei seitlichen Schiebetüren, weit in die Dachlinie öffnend, daher bequemer Einstieg
  • zentrale Fahrerposition mit großen Ablagen und Vorrüstung für Smartphones und Tablet-PC
  • optional: MP3-Radio mit USB-Anschluss und Bluetooth
  • Zentralverriegelung mit Fernbedienung
  • rahmenlose Heckscheibe, zugleich Heckklappe

Technische Daten[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Höchstleistung: 24 kW
  • Akku: 8 kWh (Standard) / 12 kWh (optional)
  • Ladezeit: ca. 3 / 5 Stunden (230V AC, 16A)
  • Reichweite: 80 km / 120 km, Eco-Drive-Modus bei niedrigem Ladestand
  • Verbrauch: 15,2 kWh / 100 km (Testverbrauch ab Steckdose)[8]
  • Bordlader für 230V AC/16A Netzsteckdose
  • ABS mit Notbremsassistent serienmäßig
  • Fahrerairbag
  • Isofix-Kindersitzbefestigung (nur Mia-L mit Rückbank)
  • thermogeformte ABS-Kunststoffkarosserie, nichtrostend und kratzunempfindlich
  • seitliche Schiebefenster
  • Tagfahrlicht
  • Alu-Räder, Bereifung 155/65 R14 (optional 165/45 R16)
  • Wendekreis: 8,50 m
  • Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h

Modellvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich zu den Grundmodellen werden verschiedene Sondermodelle und Designvariationen angeboten. So wurde die miAmore[9] durch orange-farbene 16-Zoll-Felgen und Farbelemente aufgewertet. Bei der Designlösung „Cadabra“ kann man 480 Farbvarianten selbst kombinieren.[10]

Mia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leergewicht inkl. 8-kWh-Akku: 765 kg und mit 12-kWh-Akku: 815 kg
  • Länge: 2,87 m
  • Breite: 1,64 m
  • Höhe: 1,55 m
  • Ladevolumen: 260 l
  • Sitzplätze: 3, Rücksitze ausbaubar
  • Zuladung (abhängig vom Akku 8 oder 12 kWh): 320–370 kg
Mia in der Saarbrücker Fußgängerzone

Mia L[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leergewicht inkl. 8-kWh-Akku: 786 kg und mit 12-kWh-Akku: 836 kg
  • Länge 3,19 m
  • Breite: 1,64 m
  • Höhe: 1,55 m
  • Ladevolumen: 420 l / 998 l bei umgeklappter Sitzbank
  • Sitzplätze: 4, Rückbank umklappbar
  • Zuladung (abhängig vom Akku 8 oder 12 kWh): 285–335 kg
Mia miAmore

Mia K[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leergewicht inkl. 8-kWh-Akku: 765 kg und mit 12-kWh-Akku: 815 kg
  • Länge: 3,19 m
  • Breite: 1,64 m
  • Höhe: 1,55 m
  • Ladevolumen: 1.500 l
  • Sitzplätze: 1 (Möglichkeit des Einbaus eines zusätzlichen Sitzes)
  • Zuladung (abhängig vom Akku 8 oder 12 kWh): 310–360 kg

Das Sondermodell mia K «BLUE STAR»[11] stimmt im Wesentlichen mit dem Modell Mia K überein, bietet jedoch einige zusätzliche Extras in der Ausstattung, darunter ein Dachgepäckträger, eine sparsame stromgespeiste Heizung, PVC-Bodenmatten, ein Multimediaradio sowie farblich sich vom Basismodell Mia K abhebende Karosseriefarben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e The official mia electric product magazine |DE Issue 01/2011, eingefügt 9. Februar 2012
  2. SPON, 1. März 2010: E-Auto Heuliez Mia: Knubbel-Kiste mit Stromanschluss, aufgerufen 16. Juli 2013
  3. EnergieAgentur NRW, 15. Februar 2011: OWL: Vorfahrt für Elektromobilität, aufgerufen 16. Juli 2013
  4. oekonews.at, 15. Juli 2013: Elektro-Flitzer 'mia' in Österreich angekommen, aufgerufen 16. Juli 2013
  5. Hauke Schrieber: Schriebers Stromkasten, Teil 221: Mia mit Brennstoffzelle: Wasserstoff-Mia mit reichlich Reichweite AutoBILD online, 15. November 2013
  6. auto motor sport, 16. Januar 2012: Bus-Gnom mit Elekto-Herz, eingefügt 18. Februar 2012
  7. Michaël Torregrossa: Nouvelles turbulences pour Mia Electric www.avem.fr-Internetportal, 19. Dezember 2013 (französisch)
  8. Bus-Gnom mit Elekto-Herz Auto, Motor und Sport, 16. Januar 2012. 14,3 kWh auf 94 Kilometer (das entspricht rund 15,2 kWh auf 100 Kilometer) im Test verbraucht.
  9. Liebe auf den ersten Blick: die neue miAmore (Memento vom 8. November 2012 im Internet Archive) . Abgerufen am 6. Oktober 2016.
  10. mia-electric :mia cadabra (Memento vom 21. Juni 2013 im Internet Archive) . Abgerufen am 6. Oktober 2016.
  11. mia-electric :mia K BLUE STAR (Memento vom 15. Mai 2013 im Internet Archive) . Abgerufen am 6. Oktober 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mia vehicles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien