Michael Rostock

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Michał Rostok)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Michael Rostock

Michael Rostock (sorbisch Michał Rostok, * 21. April 1821 in Ebendörfel; † 17. September 1893 in Gaußig) war ein sorbischer Botaniker und Entomologe. Er zählt zu den bedeutendsten sorbischen Naturwissenschaftlern.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rostock wurde als Sohn eines armen sorbischen Häuslers und Schneiders geboren. Er war zunächst als Hilfslehrer in Göda, danach als Lehrer in Dretschen (Doberschau-Gaußig) und verbrachte seinen Lebensabend in Gaußig, wo er schließlich 1893 verstarb. Zeit seines Lebens bemühte er sich um eine Erhöhung der naturwissenschaftlichen Volksbildung.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein für Michael Rostock auf dem Picho

Rostock war naturwissenschaftlich vielseitig interessiert und auch tätig. Er schrieb und publizierte Abhandlungen zu Fragen der Astronomie, Geologie, Mineralogie, vor allem aber zu Fragen der Botanik und Zoologie. Er erforschte systematisch Flora und Fauna der Lausitz. Sein bevorzugtes Forschungsgebiet war der Große Picho. Dank umfangreicher Sprachkenntnis stand er in regem Austausch mit deutschen und ausländischen Naturforschern und lieferte dabei Pflanzen und Tiere für etliche Sammlungen. Einige seiner Neuentdeckungen von Insekten und Pflanzen fanden dabei auch internationale Anerkennung. Große Aufmerksamkeit widmete er der systematischen Bestandserhebung der Netzflügler seiner Heimat.

Bei der Benennung von Pflanzen und Insekten erbrachte er neben der lateinischen und deutschen auch die sorbische Bezeichnung. Fand er keine sorbischen Namen, griff er auf tschechische, polnische und russische Bestimmungen zurück. Noch bevor er 20 wurde, begann er ein sorbisches „Handbuch der Pflanzenkunde“ zu schreiben. Heute liegen viele ungedruckte Manuskripte vor, aber auch elf umfangreiche wissenschaftliche Arbeiten in deutschen und 68 in sorbischen naturwissenschaftlichen Studien. Die handschriftlichen Niederschriften dienten Christian Traugott Pfuhl (1825–1889) bei der sorbischen Bezeichnung von Flora und Fauna in dessen Obersorbisch-Deutschen Wörterbuch. Jan Radyserb Wjela (1822–1907) und M. Urban gaben Rostocks „Sorbische Pflanzennamen“ (erschienen 1908) heraus.

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit schrieb er einige Erzählungen und Schilderungen, die sich oft auf die Beobachtungen in der Natur bezogen und in denen Mensch und Natur eine Einheit bilden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Serbšcina - 2. Studijny list
  • Theodor Schütze - Um Bautzen und Schirgiswalde
  • Wjela, Jan Radyserb und Urban, M. [Hrsg.] - Sorbische Pflanzennamen (1908)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Winter (ca. 1871)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen seiner Heimatstadt, abgerufen am 19. Dezember 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]