Doberschau-Gaußig

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Doberschau-Gaußig führt kein Wappen
Doberschau-Gaußig
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Doberschau-Gaußig hervorgehoben
Koordinaten: 51° 9′ N, 14° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 40,48 km2
Einwohner: 4200 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 01877 (Naundorf),
02633 (Gaußig, Weißnaußlitz),
02692 (Doberschau, Gnaschwitz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 03591, 035930, 03592
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 110
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 13
02692 Gnaschwitz
Webpräsenz: doberschau-gaussig.de
Bürgermeister: Alexander Fischer (CDU)
Lage der Gemeinde Doberschau-Gaußig im Landkreis Bautzen
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Über dieses Bild
Blick über den Ortsteil Doberschau, im Hintergrund die Stadt Bautzen
Zweisprachiges, besonders ausführlich beschriftetes Ortsschild des Ortsteils Weißnaußlitz

Doberschau-Gaußig, sorbisch Audio-Datei / Hörbeispiel Dobruša-Huska?/i, ist eine nach den beiden Orten Doberschau und Gaußig benannte Gemeinde im Landkreis Bautzen in der sächsischen Oberlausitz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doberschau liegt etwa vier, Gaußig etwa 9 km südwestlich der Großen Kreisstadt Bautzen am Nordrand des Lausitzer Berglandes.

Die Gemeinde wird begrenzt von Göda und Bautzen im Norden, Obergurig im Osten, Wilthen im Südosten, Neukirch im Süden sowie Schmölln-Putzkau und Demitz-Thumitz im Westen. Alle umliegenden Gemeinden zählen zum Landkreis Bautzen.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in 21 Ortsteile (Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2009)[2]:

  • Arnsdorf (Warnoćicy) – 142 Einwohner
  • Brösang (Brězynka) – 71 Ew.
  • Cossern (Kosarnja) – 90 Ew.
  • Diehmen (Demjany) – 231 Ew.
  • Doberschau (Dobruša) – 1187 Ew.
  • Drauschkowitz (Družkecy) – 67 Ew.
  • Dretschen (Drječin) – 116 Ew.
  • Gaußig (Huska) – 622 Ew.
  • Gnaschwitz (Hnašecy) – 323 Ew.
  • Golenz (Holca) – 96 Ew.
  • Grubschütz (Hrubjelčicy) – 255 Ew.
  • Günthersdorf (Hunćericy) – 110 Ew.
  • Katschwitz (Kočica) – 41 Ew.
  • Naundorf (Nowa Wjes) – 360 Ew.
  • Neu-Diehmen (Nowe Demjany) – 40 Ew.
  • Neu-Drauschkowitz (Nowe Družkecy) – 39 Ew.
  • Preuschwitz (Přišecy) – 49 Ew.
  • Schlungwitz (Słónkecy) – 239 Ew.
  • Techritz (Ćěchorjecy) – 89 Ew.
  • Weißnaußlitz (Běłe Noslicy) – 78 Ew.
  • Zockau (Cokow) – 114 Ew.

Abgesehen von Naundorf und Cossern zählen alle Ortsteile zum amtlichen sorbischen Siedlungsgebiet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Doberschau wurde 1223 erstmals in der Oberlausitzer Grenzurkunde erwähnt. Südlich von Doberschau liegt an der Spree die Doberschauer Schanze, die früher als Wallburg den Einwohnern als Zuflucht diente. Sie konnte gut verteidigt werden, da sie in nördlicher Richtung durch das steil abfallende und felsige Tal der Spree begrenzt wird. Überreste des Walls sind noch heute erkennbar. Den Erzählungen nach soll ein unterirdischer Tunnel von der Schanze zum ehemaligen Rittergut in Doberschau existiert haben. Ob die Schanze mit dem 1007 erstmals erwähnten castellum Trebista identifiziert werden kann, ist umstritten. Auf dieser Erwähnung basierte die 1000-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 2007.

In der Reformationszeit kam es zu einem langjährigen Streit um die Pfarrei Gaußig. Der Ort war im Besitz des katholischen Domstifts Bautzen, das Präsentationsrecht für die Pfarrstelle hatte aber der evangelische Pfarrer von Göda. Letzterer wurde vom sächsischen Kurfürsten unterstützt, zu dessen Gebiet Göda, nicht aber Gaußig, seit 1559 gehörte. Die Protestanten konnten sich schließlich in den 1560er Jahren endgültig durchsetzen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Arnsdorf 01.04.1936 Eingemeindung nach Dretschen
Brösang 1840 Eingemeindung nach Drauschkowitz
Cossern 1934 Eingemeindung nach Naundorf
Diehmen 01.01.1973 Eingemeindung nach Gaußig
Doberschau 01.01.1994 Zusammenschluss mit Gnaschwitz zu Gnaschwitz-Doberschau
Drauschkowitz 01.01.1974 Eingemeindung nach Gaußig
Dretschen 01.01.1974 Eingemeindung nach Gaußig
Gaußig 01.01.1999
Gnaschwitz 01.01.1994 Zusammenschluss mit Doberschau zu Gnaschwitz-Doberschau
Gnaschwitz-Doberschau 01.01.1999
Golenz 01.04.1936 Eingemeindung nach Gaußig
Grubschütz 01.07.1950 Eingemeindung nach Doberschau
Günthersdorf 1935 Eingemeindung nach Gaußig
Katschwitz 01.01.1974 Eingemeindung nach Gaußig
Naundorf 01.01.1994 Eingemeindung nach Gaußig
Preuschwitz 1936 Eingemeindung nach Doberschau
Schlungwitz 01.04.1936 Eingemeindung nach Doberschau
Techritz 01.04.1936 Eingemeindung nach Gnaschwitz
Weißnaußlitz 1936 Eingemeindung nach Gnaschwitz
Zockau 01.07.1950 Eingemeindung nach Gaußig

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 51,5 %
 %
50
40
30
20
10
0
45,0 %
16,8 %
12,8 %
8,6 %
8,6 %
8,2 %
GS
EWB
BBN

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 8 Sitze
  • Gaußiger Sportler (GS): 3 Sitze
  • Evangelisches Wählerbündnis (EWB): 2 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz
  • Wählervereinigung Bürgerbewegung Naundorf (BBN): 1 Sitz
  • FDP: 1 Sitz

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden am 10. April 2016 statt. Nachdem der langjährige Amtsinhaber Michael Schulze (CDU) nicht mehr antrat, wurde Alexander Fischer (CDU), der die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang knapp verfehlt hatte, im zweiten Durchgang mit 59,9 % der Stimmen zu dessen Nachfolger gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,8 %.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warnschild am Betriebsgelände des Sprengstoffwerk Gnaschwitz

Bekannt ist der Ortsteil Gnaschwitz vor allem durch das Sprengstoffwerk Gnaschwitz, welches noch heute Sprengmittel für die zivile und militärische Nutzung in aller Welt herstellt. Hier wurden in den sechziger Jahren große unterirdische Anlagen in dem überwiegend aus Granit bestehenden Untergrund angelegt, in welchen die Produktion und Lagerung stattfand.

Es kam hier auch zu mehreren Unfällen – meist durch menschliches Versagen – und die entstandenen Druckwellen konnten sich im Spreetal mehrere Kilometer weit ausbreiten. Zu Zeiten der DDR fanden jeden Mittwochnachmittag Tests der Sprengmittel auf dem Betriebsgelände statt, die weithin zu hören waren.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein Gaußig e.V.
  • Kleintierzüchterverein Gaußig und Umgebung e.V.
  • Interessenverband Freundeskreis Musik Gaußig
  • Heimatverein Gaußig e. V.
  • Kleingartenverein "Am Schwanenteich" e.V. Gaußig
  • SV Gnaschwitz-Doberschau e.V.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisches Schulzentrum Gaußig
  • Evangelische Grundschule Gaußig
  • Evangelische Oberschule Gaußig
  • Evangelisches Gymnasium Gaußig (mit den Fachrichtungen Gesundheit und Soziales sowie Wirtschaft)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche am Schlosspark

In Gaußig befindet sich Schloss Gaußig, ein palladianisch umformtes Barockschloss mit Rhododendrenpark. Das Schloss war bis 1945 in Besitz der Reichsgrafen Schall-Riaucour, im Zuge der Bodenreform wurden sie enteignet und nach Rügen in ein Sammellager deportiert. Nachdem das Schloss zu DDR-Zeiten als Ferienheim der TU Dresden benutzt wurde, erfolgte danach seine Renovierung und private Nutzung, ab August 2008 auch als Schlosshotel. Der Park ist weiterhin zugänglich. Am Schloss befindet sich eine römisch-katholische Kapelle. Hier befand sich von 1895 bis 1998 der berühmte Flügelaltar von 1471, der sich ursprünglich in der hiesigen ev. Pfarrkirche befand, bis diese 1874 von Carl August Schramm, Zittau, umgebaut wurde. Durch fehlende Nachweise einer Übereignung des Altars an das Schloss hat der evangelische Pfarrer vor der Rückgabe beweglichen Inventars an den nutzungsberechtigten früheren Besitzer des Schlosses 1998 den Altar aus der katholischen Kapelle in die evangelische Kirche zurückgeholt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Panse: Palladianisches Schloß im Dornröschenschlaf. Schloßpark Gaußig; in: Ders. (Hg.): Parkführer durch die Oberlausitz; Lusatia Verlag: Bautzen 1999; S. 89–94; ISBN 3-929091-56-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Doberschau-Gaußig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Laut Auskunft der Gemeinde Doberschau-Gaußig
  3. Sächsisches Sorbengesetz, Anlage zu § 3 (2)
  4. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  5. Ergebnis der Bürgermeisterwahlen 2016 in Doberschau-Gaußig