Michael Bauer (Journalist)

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Michael Bauer (* 29. März 1947 in Kaiserslautern) ist ein deutscher Journalist, Redakteur und Autor.

Bekannt wurde er als Pfälzer Mundartdichter durch neue Gedichtformen in der Mundart der Region. Aufsehen erregte er, als er einen Mundartpreis nach der Verleihung zurückgab, weil er sich nicht mit der NS-Vergangenheit des Preis-Namensgebers identifizieren wollte. Bauer wohnt seit 1995 in Herxheim bei Landau.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1966 studierte Bauer in Saarbrücken und Mainz Literaturwissenschaften und schloss sein Studium mit dem Ersten Staatsexamen ab. In den 1970er Jahren tingelte Bauer als Liedermacher über viele Kleinkunstbühnen Deutschlands. Damals veröffentlichte er zwei Schallplatten, die vergriffen sind.

Nachdem Bauer eine Lehre als Buchhändler absolviert und in Frankfurt am Main, Wiesbaden und Mainz diesen Beruf auch eine Zeitlang ausgeübt hatte, ermöglichten ihm seine Kontakte aus der Liedermacherzeit den Wechsel in den Beruf als Redakteur und Autor. Zuerst war er Reporter, dann Moderator bei S2 Kultur, SWF1 und SWF4, als Gast auch bei WDR 2. Als Radio- und Fernsehautor veröffentlichte er u. a. Hörspiele, Features und Glossen bei SWF, HR, WDR und SR. Mit der Fusion des SWF und des SDR zum SWR (1998) wechselte er zum SWR-Fernsehen. Seit 2009 arbeitet er als Theaterdramaturg und Autor mit den Schwerpunkten Print, Theater und Funk.

Seine Texte wurden u. a. von Rosemarie Fendel, Rudolf Jürgen Bartsch, Ulrich Noethen, Michael Quast, Hanns Dieter Hüsch, Maren Kroymann, Sabine Postel und Udo Lindenberg realisiert. Es bestand eine Kooperation mit Hans Reffert (Guru Guru). Zur Zeit arbeitet er mit Musikern wie Albert Koch, Benno Burkhart, Andrea C. Baur und Adax Dörsam zusammen.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauer war in den 1970ern zwei Jahre als Liedermacher unterwegs, brachte bei BELLAPHON RECORDS zwei LPs heraus und wurde mit der Unterhausglocke ausgezeichnet. Danach trat er als Autor erst wieder 1991 ins Rampenlicht einer interessierten und teilweise polarisierten Öffentlichkeit mit seinem Mundartgedicht Do de Dom (Da der Dom).

Für Aufsehen sorgte er, als er 1991 in Bockenheim den Jakob-Böshenz-Preis für das literarische Gesamtwerk nach der Verleihung zurückgab, weil er von Böshenz’ Sympathien für die Machthaber im Dritten Reich erfahren hatte. Trotz mancher Animositäten, die Bauer damals spontan entgegengebracht wurden, verschwand der strittige Preis binnen kurzer Zeit aus der Palette der Bockenheimer Mundartauszeichnungen.

Großen Publikumserfolg hatte Bauer mit der Figur De klääne Pälzer. Illustriert von Zeichner Xaver Mayer entstand eine Serie, die den Weg in die Sonntagszeitung Sonntag Aktuell und in mehrere Buchauflagen fand.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dem Meier Jean sei Määnung. 1975, 2. Auflage. 1976.
  • Olwerdolwer. 1980.
  • Es Landauer Jaköbsche. 1988.
  • Sätisfäktschen. 1988, 2. und 3. Auflage 1989.
  • Die Els. 1989.
  • Die Liebestinte. 1991.
  • Fremd in unserer Mitte. Rheinland-pfälzisches Jahrbuch für Literatur 1, herausgegeben von Michael Bauer zusammen mit Sigfrid Gauch und Gabriele Weingartner. Verlag Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-86088-437-9.
  • Heimatmaladie. Mit einem Nachwort von Gabriele Weingartner und Bildern von Ines Braun. Verlag Gollenstein, Blieskastel 1997, 2. Auflage. 1998, ISBN 3-930008-72-6.
  • Der Hupsmichel und die Herz-Jesu-Marie. Eine Dorfgeschichte. Mit Illustrationen von Klaus Fresenius. Verlag Marsilius, Speyer 2000, ISBN 3-929242-22-2.
  • De klääne Pälzer. Mit Illustrationen von Xaver Mayer. Verlag Reinhold Gondrom, Kaiserslautern 2001, 2. Auflage. 2002, ISBN 3-88874-521-7.
  • „Mütter, Väter, Dome“ oder „Lobel weiß alles“. Zwölf teils katholische Geschichten. Mit einem Nachwort von Klaus Wiegerling. Verlag Reinhold Gondrom, Kaiserslautern 2002, ISBN 3-88874-523-3.
  • Klääner Pälzer, hopp verzehl. Mit Bildern von Xaver Mayer. Verlag Reinhold Gondrom, Kaiserslautern 2003, ISBN 3-88874-524-1.
  • Klääner Pälzer, bleib am Ball. Mit Bildern von Xaver Mayer. Verlag Reinhold Gondrom, Kaiserslautern 2005, ISBN 3-88874-525-X.
  • Pfalzkönig. Mit Zeichnungen von Xaver Mayer. Agiro Verlag, Neustadt 2014, ISBN 978-3-939233-29-9.
  • Seeleschokolad. Mit bunten Illustrationen von Xaver Mayer. Agiro Verlag, Neustadt 2015, ISBN 978-3-939233-36-7.
  • Plauderwelsch und Pfalzgezeter. Prosa und Lyrik. Wellhöfer Verlag, Mannheim 2016, ISBN 978-3-95428-200-5.
  • Holt die Tauben aus dem Schlag. Erzählungen, Reden, Verse und eine Predigt. Wellhöfer Verlag, Mannheim 2017, ISBN 978-3-95428-237-1.

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mei’ Freundin hat die Pill’ vergeß’. Lieder & Liedscher. Bellaphon Germany 1975, BLPS 3321 Stereo.
  • Do de Dom – Do de klääne Pälzer. Verlag Palatina Viva, Mutterstadt 2001.
  • Weltunnergangsblues (mit Hans Reffert und Wolfgang Schuster). musiker.de, Heidelberg 2015. 13 Tracks, 45 Minuten; Booklet 40 Seiten. Label Code 30499, Katalognummer 3049920152.

Auszeichnungen und Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]