Migrationsmuseum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
viele wichtige Weblinks sind defekt

Ein Migrationsmuseum stellt die Geschichte der menschlichen Migration von oder in ein Land oder eine Region in der Vergangenheit und in der Gegenwart dar.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Migrationsmuseen sind ein relativ neues Phänomen. Zahlreiche Migrationsmuseen sind in den letzten 20 Jahren eröffnet worden. Man hofft, dass sie zu einer neuen und multiplen Identität beitragen, sowohl auf individueller wie auf kollektiver Ebene. In den USA (Ellis Island), Australien und Kanada und etwas später auch in verschiedenen europäischen Ländern, zum Beispiel Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien, der Schweiz und in Großbritannien, wurden solche Einrichtungen geschaffen, um die Weitergabe der Erfahrungen zwischen den Generationen sowie Begegnungen zwischen den Migranten und der Gastbevölkerung zu erleichtern, nicht zuletzt durch das Erzählen persönlicher Geschichten.

Über das Bewahren der Erinnerung hinaus dienen diese Museen vor allem drei Zwecken: Anerkennung, Integration und Bewusstseinsbildung.

  • Anerkennung: Es geht um die Anerkennung des Beitrags, den die Migrantinnen und Migranten für die Gastgesellschaft geleistet haben, um die Vielfalt und den Reichtum der Kulturen der Herkunftsländer und um das Recht auf eine doppelte Zugehörigkeit.
  • Inklusion und Integration: Stärkung des Gefühls der Zugehörigkeit, Suche nach Gemeinsamkeiten und Darstellung des Beitrags zur nationalen Identität des Gastlandes
  • Bewusstseinsbildung: Hier geht es darum, historische Kenntnisse über die Gründe zu vermitteln, die Individuen veranlassten, ihr Heimatland zu verlassen, und die Empathie der Bevölkerung des Gastlandes anzuregen. Allgemein sollen Stereotype über Migration abgebaut werden.

Angesichts der internationalen Migrationsbewegungen und der jüngsten Ereignisse wie der Affaire van Gogh und der Unruhen in Frankreich 2005 scheint ein dringendes Bedürfnis zu bestehen, den Migrantengenerationen (der Jugend wie ihren Eltern) eine Stimme zu geben, um Inklusion, Integration und das Recht auf Differenz zu fördern. Individuellen Geschichten zuzuhören, mag helfen, Stereotype abzubauen. Die Verbindung von Gedächtnis, Geschichte und Erzählung mag es erlauben, einen Schritt zurückzutreten und größere Zusammenhänge zu erkennen.

Zu den Herausforderungen, vor die sich Migrationsmuseen gestellt sehen, zählt es, dass sie nicht nur als Orte für Ausstellungen und zur Aufbewahrung von Objekten gedacht sind, sondern lebendige Orte der Begegnung sein wollen. Nicht nur Intellektuelle, Akademiker, Forscher, Historiker und traditionelle Museumsbesucher sollen kommen, sondern ein breites Publikum, das nicht selten vorgefasste Meinungen über Migration und Immigranten hat.

Migrationsmuseen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland

Kanada

San Marino

Weblinks zu Migrationsmuseen in der ganzen Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argentinien

Australien

Brasilien

Dänemark

Deutschland

Frankreich

Großbritannien

Irland

Israel

Italien

Kanada

Niederlande

Portugal

San Marino

Südafrika

Spanien

Schweden

Schweiz

USA

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Beatriz Rocha-Trindade, Miguel Monteiro : "Museums Devoted to Migration: the Portuguese Emigration Museum", Museum International, Volume 59, Numbers 1-2, May 2007, 145–150.
  • Aytac Eryilmaz: "The Political and Social Significance of a Museum of Migration in Germany", Museum International, Volume 59, Numbers 1-2, May 2007, pp. 127-136
  • Henrike Hampe [Hrsg.] : Deutsche Gesellschaft für Volkskunde / Arbeitsgruppe Sachkulturforschung und Museum : Migration und Museum : neue Ansätze in der Museumspraxis, Münster : Lit, 2005
  • Joachim Baur, Einwanderungsmuseen als neue Nationalmuseen. Das Ellis Island Immigration Museum und das Museum „Pier 21“, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 3/2005, S. 456-467[1]
  • Joachim Baur, Die Musealisierung der Migration. Einwanderungsmuseen und die Inszenierung der multikulturellen Nation, Bielefeld: Transcript, 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Füller: Schmerz oder Kommerz? Um das erste Migrationsmuseum ist ein Kampf entbrannt - der mit harten Bandagen geführt wird. In: der freitag vom 8. Dezember 2016, S. 5