Mitromorphidae

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Mitromorphidae
Mitromorpha dormitor

Mitromorpha dormitor

Systematik
Überordnung: Caenogastropoda
Ordnung: Sorbeoconcha
Unterordnung: Hypsogastropoda
Teilordnung: Neogastropoda
Überfamilie: Conoidea
Familie: Mitromorphidae
Wissenschaftlicher Name
Mitromorphidae
Casey, 1904

Die Mitromorphidae sind eine monophyletische Familie kleiner bis mittelgroßer Gehäuseschnecken, die ausschließlich im Meer beheimatet sind. Die Gattungen und Arten dieser Familie wurden bis zum Jahr 2011 zur Familie der Kegelschnecken innerhalb der Überfamilie Conoidea gezählt.[1][2]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gehäuse der Mitromorphidae kann 3 bis 30 Millimeter hoch werden, bei den meisten Arten ist es aber zwischen 5 und 10 Millimetern hoch. Es ist schlank hochkonisch, mit bis zu 4,5 Windungen. Die Mündung ist schmal, der Siphonalkanal ist kurz oder nicht deutlich ausgebildet. Die Mündung kann nicht durch ein Operculum verschlossen werden. Auf dem Spindelrand können sich 1–3 kleine Wülste befinden, die als Spindelfalten bezeichnet werden. Die Radula is relativ kurz, die Radulazähnchen sind ahlenförmig, mit einer verdickten Basis und fallweise kleinen Widerhaken an der Spitze.[1]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Familie Mitromorphidae ernähren sich räuberisch. Wie bei den anderen Familien der Überfamilie Conoidea, die auch Giftzüngler (Toxoglossa) genannt wird, führt durch die Radulazähnchen ein Giftkanal, mit dessen Hilfe auch relativ große Beutetiere überwältigt werden können.

Systematik und Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Lincoln Casey beschrieb im Mai 1904 mehrere Triben innerhalb der Pleurotomidae, die später der Familie der Schlitzturmschnecken (Turridae) zugeordnet wurden, darunter die Tribus Mitromorphini.[3] Diese Schneckenarten bildeten unter dem Namen Mitromorphinae lange Zeit eine eigene Unterfamilie innerhalb der Schlitzturmschnecken, bevor sie in die Unterfamilie Clathurellinae aus der Familie der Kegelschnecken (Conidae) gestellt wurden. Bouchet et al. erhoben im Jahr 2011 drei Gruppen von Schnecken aus dieser Unterfamilie zu eigenständigen Familien: Borsoniidae, Clathurellidae und Mitromorphidae. Diese Aufteilung beruht sowohl auf morphologischen, als auch auf molekularbiologischen Ergebnissen. Neben der Gehäusemorphologie wurden auch der Bau der Radula und andere anatomische Merkmale herangezogen. Die Analyse der DNA-Sequenzen auf drei Gen-Fragmenten ergänzte die Studie.[1][4]

Die Schwestergruppe der Mitromorphidae sind die 2012 beschriebenen Bouchetispiridae.

Gattungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit werden fünf rezente und zwei fossile Gattungen zu dieser Familie gezählt.[5]

Stand: 15. März 2015

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arielia Shasky, 1961 (einschließlich der Schreibweise Ariella), Cymakra Gardner, 1937, Helenella Casey, 1904, Mitrithara Hedley, 1922, Mitrolumna Bucquoy, Dautzenberg & Dollfus, 1883 und Vexiariella Shuto, 1983 sind Synonyme von Mitromorpha Carpenter, 1865.
  • Citharopsis Pease, 1868 wurde mit Anarithma Iredale, 1916 synonymisiert.

Europäische Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den Meeren entlang der europäischen Küsten sind nur Mitromorphidae aus der Gattung Mithromorpha bekannt.

Im Mittelmeer beheimatete Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im östlichen Nordatlantik beheimatete Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Philippe Bouchet, Y. I. Kantor, A. Sysoev & N. Puillandre: A new operational classification of the Conoidea. Journal of Molluscan Studies, 77, S. 273–308, 2011 (Online)
  2. Philippe Bouchet & Jean-Pierre Rocroi (Hrsg.): Classification and nomenclator of gastropod families. Part 2. Working classification of the Gastropoda. Malacologia, 47, S. 239–283, Ann Arbor 2005 ISSN 0076-2997 ISBN 3-925919-72-4
  3. Thomas Lincoln Casey: otes on the Pleurotomidae with description of some new genera and species. Transaction of the Academy of Science of St. Louis, 14, 5, S. 123–170, 1904 (online)
  4. N. Puillandre, Yu. I. Kantor, A. Sysoev, A. Couloux, C. Meyer, T. Rawlings, J. A. Todd & Philippe Bouchet: The dragon tamed? A molecular phylogeny of the Conoidea (Gastropoda). Journal of Molluscan Studies, 77, 3, S. 259–272, 2011 (PDF)
  5. Philippe Bouchet: Mitromorphidae Casey, 1904. In: WoRMS, World Register of Marine Species, 2014, abgerufen am 12. März 2015
  6. a b c d e f g Bruno Amati, Carlo Smriglio & Marco Oliveiro: Revision of the Recent Mediterranean species of Mitromorpha Carpenter, 1865 (Gastropoda, Conoidea, Mitromorphidae) with the description of seven new species. Zootaxa, 3931, 2, S. 151–195, März 2015 doi:10.11646/zootaxa.3931.2.1
  7. a b c d e f g Constantine Mifsud: The genus Mitromorpha Carpenter, 1865 (Neogastropoda, Turridae), and its sub-genera with notes on the European species. Published by the Author, Rabat, Malta 2001

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philippe Bouchet & Jean-Pierre Rocroi (Hrsg.): Classification and nomenclator of gastropod families. Part 2. Working classification of the Gastropoda. Malacologia, 47, S. 239–283, Ann Arbor 2005 ISSN 0076-2997 ISBN 3-925919-72-4
  • Thomas Lincoln Casey: Notes on the Pleurotomidae with description of some new genera and species. Transaction of the Academy of Science of St. Louis, 14, 5, S. 123–170, 1904 (online, Erstbeschreibung)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mitromorphidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien