Modehaus

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Der Begriff Modehaus bezeichnet im Deutschen laut Duden[1] sowohl

  • eine Kombination aus Warenhaus und Fachgeschäft, wo von Dritten hergestellte Modebekleidung verkauft wird, als auch
  • ein Unternehmen, das Mode selbst entwirft, herstellt und – zumeist unter dem eigenen Markennamen – verkauft.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelhandelsgeschäft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Modehaus als Einzelhandelsgeschäft hat in der Regel eine große Verkaufsfläche, wie ein Warenhaus, und bietet dabei ein sehr tiefes Sortiment, wie ein Fachgeschäft. Oftmals wird in einem solchen Bekleidungsgeschäft eine breite Palette von Produkten verschiedener Markenhersteller und Modefirmen angeboten. Ein solches Modehaus beschränkt sich dabei auf die verschiedenen Warengruppen der Bekleidung, zusätzlich werden häufig auch Schuhe und Accessoires (Broschen, Gürtel etc.) als ergänzende Warengruppen angeboten. In Einzelfällen werden neben dem genannten Kerngebiet auch noch ganz andere Warengruppen verkauft, dieses Zusatzangebot kann jedoch keinen großen Anteil der Verkaufsfläche einnehmen, da ansonsten das Modehaus eher als klassisches Warenhaus zu bezeichnen ist.

Mit „Modehaus“ wurden früher auch häufig Textil-Fachgeschäfte bezeichnet, welche heute eher als „Boutique“ bezeichnet werden. Boutiquen sind gegenüber einem Modehaus deutlich kleiner und bieten ein weniger breites und/oder tiefes Sortiment an. Oft verfügen Modehäuser über mehr als eine Verkaufsetage. Auf Grund der dafür benötigten Kundenströme, befinden sich Modehäuser in der Regel in den Innenstädten von Mittel- und Großstädten oder in Einkaufszentren in Stadtnähe. In Kleinstädten sind Modehäuser hingegen seltener anzutreffen. Ein Modehaus kann als Einzelunternehmen (beispielsweise Lodenfrey oder Hirmer in München) oder als Kette (bspw. Peter Hahn) betrieben werden.

Unter Modehäusern gibt es auch speziell auf bestimmte Kundengruppen ausgerichtete Häuser, wie etwa Modehäuser nur für Herren (bspw. Eckerle Herrenmoden aus München) oder Damen (bspw. AppelrathCüpper aus Köln). Unternehmen, die in Deutschland etwa 20 und mehr Modehäuser in Form einer Modehauskette betreiben, sind bspw. C&A, Peek & Cloppenburg und SinnLeffers. Textilhandelsunternehmen mit einem Netz an eigenen Filialen wie H&M, Zara, Mango, Zero oder Orsay werden üblicherweise schon deshalb nicht als Modehäuser bezeichnet, weil sie ausschließlich die eigens entworfenen bzw. hergestellten Artikel und kein breites Sortiment an Modeherstellern anbieten. Einige herausragende Modehäuser sind z. B. Breuninger und Engelhorn (Deutschland), Selfridges (Großbritannien), Printemps und Galeries Lafayette (Frankreich) oder Bergdorf Goodman, Nordstrom, Barneys und Saks Fifth Avenue (USA), die ihr Sortiment aber meist um zusätzliche Warengruppen, wie etwa Parfüm und Kosmetik, erweitert haben und daher korrekterweise eher als Warenhäuser bezeichnet werden müssen.

Modehersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Anlehnung an den englischen Begriff fashion house oder den französischen Ausdruck maison de couture (beide wörtlich: Modehaus) werden auch im Deutschen große Modeunternehmen, besonders international renommierte Modefirmen (bspw. Chanel, Dior, Jil Sander, Burberry, Armani, Versace, Ralph Lauren etc.), als Modehäuser bezeichnet.[2][3][4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Modehaus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Definition: Modehaus, duden.de, abgerufen: 3. Februar 2013
  2. Modehaus Dior suspendiert Stardesigner Galliano, zeit.de, 25. Februar 2011
  3. Beiersdorf hat ein Auge auf Modehaus Armani geworfen, welt.de, 7. November 2007
  4. Ein Berufungsgericht hat das Modehaus Chanel wegen einer nachgeahmten Strickweste eines kleinen Zulieferers zu einer Entschädigungszahlung verurteilt., handelsblatt.com, 14. September 2012