Muhammad Saʿīd Ramadān al-Būtī

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Mohamed Saïd Ramadân al Boutî

Muhammad Saʿīd Ramadān al-Būtī (arabisch محمد سعيد رمضان البوطي, DMG Muḥammad Saʿīd Ramaḍān al-Būṭī, französisch Mohamed Saïd Ramadân al Boutî; geb. 1929 in Cizre, Türkei; gest. 21. März 2013 in Damaskus) war ein syrisch-sunnitischer Religionsgelehrter türkisch-kurdischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Al-Būtī lehnte den politischen Islam ab und stand in Opposition zu den Aktivitäten der Muslimbruderschaft.[1] In einigen seiner Werke kritisierte er die Salafistenbewegung[2] und bezeichnete 1979 in einer Fernsehansprache die Angreifer, die einen Anschlag auf eine Einrichtung der syrischen Armee verübt hatten, als Kriminelle.[1]

Er war Dekan des Fachbereichs Religion an der Fakultät für Islamisches Recht[3] der Universität Damaskus, Syrien und einer der einflussreichsten islamischen Juristen. Er hatte Zugang zum früheren Präsidenten Hafiz al-Assad und wurde während der Präsidentschaft von Baschar al-Assad 2008 zum Prediger in der Umayyaden-Moschee berufen.[1]

Al-Būtī war Unterzeichner der Botschaft aus Amman und einer der 138 Unterzeichner des offenen Briefes Ein gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch (engl. A Common Word Between Us & You), den Persönlichkeiten des Islam an „Führer christlicher Kirchen überall“ (engl. Leaders of Christian Churches, everywhere …) sandten (13. Oktober 2007).[4]

Mohammed Said Ramadan al-Buti starb am 21. März 2013 während des Bürgerkrieges in Syrien in Damaskus, zusammen mit 41 weiteren Personen, durch einen Selbstmordattentäter.[5] Sein Grab liegt neben der Umayyaden-Moschee direkt an der Seite von Saladin.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Christmann: "A Plea for Circumstantial Innocence: Muḥammad Saʿīd Ramaḍān al-Būṭī's Defence of Roger Garaudy" in Andreas Christmann and Robert Gleave (eds.): Studies in Islamic Law. A Festschrift for Colin Imber. Oxford University Press, Oxford, 2007. S. 51–72.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Charles R. Lister: The Syrian Jihad: Al-Qaeda, the Islamic State and the Evolution of an Insurgency. Oxford University Press, 2016, ISBN 978-0190462475.
  2. Answering Wahhabism and Salafism
  3. Zur Schari'a-Fakultät, vgl. Fred H. Lawson: Demystifying Syria. 2012 (Online-Teilansicht)
  4. acommonword.com: Ein Gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch (zusammengefasste Kurzform) (PDF; 186 kB).
  5. Damaskus: Mehr als 40 Tote bei Selbstmordattentat in Moschee. In: Spiegel Online. 21. März 2013, abgerufen am 9. Juni 2018.
  6. Vgl. Christmann: "A Plea for Circumstantial Innocence". 2007, S. 56f.