Muhammad ibn Saud

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Muhammad ibn Saud ibn Muhammad Al Muqran (arabisch محمد بن سعود بن محمد آل مقرن, DMG Muḥammad b. Saʿūd b. Muḥammad Āl Muqran; * 1710; † 1765) war von 1735 bis 1765 der Stammesführer und erste Imam der saudischen Dynastie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muhammads Vater Saud war Emir von Dir'iyya (17201725). Trotz der Ernennung zum Thronfolger wurde Muhammad aber zunächst von Said, einem Verwandten, von der Macht verdrängt. Erst nach dessen Ermordung 1735 konnte er die Herrschaft antreten.

Als Muhammad ibn Abd al-Wahhab 1744 nach Dariya kam, schloss sich Muhammad ibn Saud dessen Lehre an und unterstützte ihre Verbreitung. Diese erfolgte auch durch die militärischen Erfolge Muhammad ibn Sauds im Kampf um die Vorherrschaft im zentralarabischen Nadschd. In Folge des Krieges, den die saudischen Wahhabiten im Namen des „wahren Islam“ gegen vermeintlich „ungläubige“ Stämme führten, konnten sie die Herrschaft über weite Teile des Nadschd erringen.

Ab ca. 1750 überließ Muhammad die Führung der Kriegszüge seinem Sohn Abd al-Aziz. Allerdings kam es auch zu Rückschlägen. So erlitten die Wahabiten 1764 gegen die Stämme von Nadschran eine schwere Niederlage. Muhammad ibn Saud starb 1765. Sein Sohn Abd al-Aziz ibn Muhammad (1765-1803) konnte die Herrschaft ohne Probleme antreten, wozu sicher auch die Unterstützung durch Muhammad ibn Abd al-Wahhab beitrug.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörg-Dieter Brandes: … mit Säbel und Koran, Saudi-Arabien oder der Aufstieg der Königsfamilie Saud und der Wahabiten. Thorbecke, Stuttgart 1999, ISBN 3-7995-0094-4.