Multi-Channel-Netzwerk

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Als Multi-Channel-Network (kurz MCN oder Netzwerk, wortwörtlich übersetzt ‚Viel-Kanal-Netzwerk‘) bezeichnet man Unternehmen, die auf Videoportalen wie YouTube tätig sind und dort Webvideoproduzenten Unterstützung bei „Videoproduktion, Vermarktung und Promotion, der Monetarisierung, digitaler Rechteverwaltung und Publikumsentwicklung“[1] bieten. Im Gegenzug werden sie an den Werbeeinnahmen des Kanals beteiligt. Dazu schließen die Netzwerke entweder Verträge mit bereits bestehenden Kanälen oder produzieren selbst Inhalte auf eigenen Kanälen.[2]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Multi-Channel-Netzwerke unterstützen Webvideoproduzenten in Hinblick auf Werbung, Finanzierung, Cross-Promotion, Partner-Management, Verwaltung digitaler Rechte und Aufbau eines Publikums.[3] Für ihre Unterstützung erhalten die Netzwerke einen Teil der generierten Werbeeinnahmen.

Deutsche Netzwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Gründungsdatum Partnerzahl Aufrufe pro Monat Abonnenten Bekannte Kanäle
Allyance Network[4] 2010 über 440 370 Millionen k. A. PietSmiet
Divimove[5] 2012 über 900 1,7 Milliarden über 170 Millionen Paluten, Sallys Welt, Gio, DieBuddiesZocken, Bullshit TV, Joyce Ilg
Mediakraft Networks[6] 2011 über 1500 ca. 600 Millionen k. A. Y-Titty, iBlali, Freshtorge, Die Lochis
Studio71[7] 2013 über 13220 5,8 Milliarden k. A. Gronkh, Sarazar, LeFloid, Kelly MissesVlog, Dner, Oliver Pocher, Germany’s Next Topmodel, Knallerfrauen
TubeOne Networks[8] 2014 über 320 ca. 540 Millionen über 50 Millionen ApeCrime, Simon Desue, DieAussenseiter, Joyce Ilg, Alberto, Dagi Bee, Julien Bam
GamingClerks[9] 2009 über 120 ca. 50 Millionen k. A. SparkofPhoenix, earliboy, Zander, skate702, m00sician

Stand 26. März 2016[10]

Subnetzwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Subnetzwerk bezeichnet man ein virtuelles Netzwerk unter einem Multi-Channel-Netzwerk welches über keinen direkten Vertrag mit YouTube, sondern über ein Netzwerk eingeschränkten Zugriff auf Netzwerk Funktionalitäten erhält. Die Ausübung als Subnetzwerk wird von vielen amerikanischen Netzwerken durch spezielle Software vereinfacht. Partner von Subnetzwerken unterschreiben einen Vertrag mit zwei Unternehmen gleichzeitig und werden dann im Multi-Channel-Netzwerk welches das Subnetzwerk unterhält eingeladen.

Aufgrund vieler Subnetzwerke die den Markt überschwemmen und unflexibel gegenüber den YouTubern sind, hat YouTube im Juni 2016 eine Richtlinie eingeführt die Subnetzwerke verbietet[11].

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der YouTuber LeFloid kritisierte in einem Interview, dass die Netzwerke mittlerweile viel zu gewinnorientiert seien und so der Nutzen für die Webvideomacher viel zu gering wäre. Solche Aussagen sind auch von anderen Webvideoproduzenten zu hören.[12] Im Dezember 2014 gab der YouTuber Simon Unge bekannt, dass er nach Streitigkeiten mit Mediakraft keine Videos auf seine Kanäle mehr hochladen werde. Stattdessen startete er einen neuen, von Mediakraft unabhängigen Kanal. Später gab er in einem Interview bekannt, dass er von Mediakraft nicht die richtige Unterstützung bekommen habe. Unter anderem spielten dabei kostspielige Projekte eine Rolle. Des Weiteren sei ihm seitens des Netzwerkes eine Privatinsolvenz angedroht worden, wenn er versuche, das Netzwerk zu verlassen.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. YouTube: Multi Channel Networks 101. Archiviert vom Original am 23. Dezember 2012; abgerufen am 4. August 2015.
  2. Neil Davidson: Can a Multi-Channel Network Boost Your YouTube Marketing Success? Site Pro News, abgerufen am 4. August 2015.
  3. Multi-Channel-Netzwerke: Grundlagen (Memento vom 28. März 2013 im Internet Archive), abgerufen am 14. Juni 2015.
  4. Socialblade: Divimove auf Socialblade. Abgerufen am 6. Juli 2017.
  5. Socialblade: Divimove auf Socialblade. Abgerufen am 6. Juli 2017.
  6. FAQ. Mediakraft Networks, abgerufen am 6. Juli 2017.
  7. Socialblade: Studio71 auf Socialblade. Abgerufen am 6. Juli 2017.
  8. Socialblade: TubeOne Networks auf Socialblade. Abgerufen am 27. März 2016.
  9. GamingClerks auf Socialblade. Socialblade, abgerufen am 21. November 2017.
  10. Socialblade: Top 100 Networks. Abgerufen am 1. September 2015.
  11. Richtlinie zu Subnetzwerken. YouTube, abgerufen am 19. Juni 2016.
  12. „Wenn ich eine Frau wäre, wäre ich Beauty-Blogger“—LeFloid im Interview, VICE, abgerufen 14. Juni 2015.
  13. Videointerview: YouTuber Simon Unge über seinen Streit mit Mediakraft, abgerufen 14. Juni 2015.