Musculus pubococcygeus

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Musculus pubococcygeus
Gray404.png
Ursprung
Schambein
Ansatz
Steißbein
Funktion
Bestandteil des Musculus levator ani
Innervation
Plexus sacralis
Spinale Segmente
S3-S5

Der Musculus pubococcygeus (lat. „Schambein-Steißbein-Muskel“, ausgespr. pubokogzygäus) – kurz auch PC – ist einer der Muskeln, die die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane im Bereich des Beckenbodens umgeben. Er ist ein Teil des Musculus levator ani. Die Position des PC kann leicht erkannt werden, denn es handelt sich dabei um jenen Muskel, mit dem das Urinieren unterbrochen werden kann. Bei Frauen kann er auch vaginal erfühlt werden.

Anatomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Muskel entspringt am Körper des Schambeins (Corpus ossis pubis) und zieht zum Steißbein. Anhand der Lagebeziehungen zu den Beckenorganen wird der Muskel weiter untergliedert in den:

  • Musculus puboprostaticus („Schambein-Prostata-Muskel“; Syn. Musculus levator prostatae) bzw. Musculus pubovaginalis („Schambein-Scheiden-Muskel“) sowie bei beiden Geschlechtern den
  • Musculus puboanalis.

Training des Musculus pubococcygeus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Muskel arbeitet sowohl nach reflexhafter (Vegetatives Nervensystem) als auch nach willkürlicher (Somatisches Nervensystem) Steuerung. Deshalb kann er wie jeder andere willkürlich steuerbare Muskel trainiert werden. Das Trainieren des PC kann helfen, die sexuelle Gefühlsintensität zu erhöhen, und ist auch ein probates Mittel gegen Stuhlinkontinenz.

Bei vielen neueren gymnastischen Ansätzen, (wie zum Beispiel Callanetics) kommt dem Training des PC-Muskels große Bedeutung zu. Auch im Tantrismus und in Daoistischen Sexualpraktiken ist er sehr wichtig. Das Anspannen des Muskels kann angeblich zu einer willentlichen Beherrschung der normalerweise unwillkürlichen Prostata-Kontraktionen führen und eine so genannte Injakulation ermöglichen. Bei weitgehender Beherrschung des PC-Muskels soll es dem Mann außerdem möglich sein, einen Samenerguss (Ejakulation) hinauszuzögern oder zu verhindern.

Vier Hauptkräfte kontrahieren bzw. entspannen sich gegen die suspensorischen Beckenbänder, „PUL“ an der Urethra „U“ und USL am Uterus in einer koordinierten Weise, um die Urethra „U“ Vagina „V“ und Rektum „R“ zu schließen oder zu öffnen. Die vorderen und hinteren Bänder („PUL“, „USL“) ziehen sich dabei zusammen. PUL = pubourethrales Ligament; „USL“ = Ligamentum uterosacralis; „PCM“ = vorderer Teil des Musculus pubococcygeus; „LP“ = Levator-Platte; „LMA“ = gemeinsamer longitudinaler Muskel des Anus; „PS“ = Schambeinfuge; „S“ = Kreuzbein; „EAS“ = Musculus sphincter ani externus. Perspektive: sitzende Position.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. Richard Drake, Wayne Vogl, Adam W. M. Mitchell: Gray's Anatomie für Studenten. Elsevier, Urban & Fischer, 2007, ISBN 978-3-437-41231-8, S. 404.
  • Heike Höfler, Ulli Seer: Beckenbodengymnastik : 140 Übungen für sie und ihn. blv, München 2005, ISBN 3-405-16922-4 (enthält Übungen für Männer und Frauen).
  • Margo Anand: Tantra oder die Kunst der sexuellen Ekstase. Goldmann, München 2000, ISBN 3-442-13847-7 (englisch: The art of sexual ecstasy. Übersetzt von Karin Petersen, enthält praktische Anleitungen zum Einsatz des PC-Muskels).