Geschlechtsorgan

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Entwicklung der äußeren Geschlechtsorgane in der Embryonalphase
Unterschiedliche Entwicklung der Geschlechtsorgane bei männlichem und weiblichem Embryo

Die Geschlechtsorgane (lat. Organa genitalia), Genitalien oder Fortpflanzungsorgane dienen bei Lebewesen-Arten mit zwei oder mehreren Paarungstypen (Geschlechtern) vornehmlich der unmittelbaren Fortpflanzung. Sie werden deshalb auch als primäre Geschlechtsmerkmale bezeichnet.

In diesem Artikel werden ausschließlich die Geschlechtsorgane von Säugetieren einschließlich des Menschen behandelt.

Allgemeine Unterscheidungen

Funktional unterscheidet man zwischen den Sexualorganen – Organe, die zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs dienen – und den Reproduktionsorganen, welche die Fortpflanzung gewährleisten. Damit die Geschlechtsorgane ihre physiologischen Funktionen aufnehmen können ist sexuelle Erregung erforderlich. Diese stellt eine multiple Reaktion des limbischen Systems im Gehirn dar und baut das Paarungsverlangen auf (siehe auch sexueller Reaktionszyklus, Human sexual response cycle).

Weiterhin werden äußere von inneren Geschlechtsorganen unterschieden. Bei männlichen Individuen kommt hinzu, dass der Penis eine dritte Funktion hat, denn er ist durch die Harnröhre ein Teil der ableitenden Harnwege.

Unterschieden wird ferner zwischen den eigentlichen (primären) Geschlechtsdrüsen wie Hoden und Eierstöcke und (zusätzlichen) akzessorischen Geschlechtsdrüsen.

Weibliche Geschlechtsorgane der Säugetiere

Die weiblichen Geschlechtsorgane (Organa genitalia feminina) werden wie folgt eingeteilt:

Äußere Geschlechtsorgane

Vulva oder Scham bildet die Gesamtheit der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane. Sie verläuft vom Venushügel bis zum Perineum.

Die äußeren Schamlippen schließen mit der Schamspalte die kleinen Schamlippen, den Scheidenvorhof, den Ausgang der Harnröhre sowie die Klitoris samt Klitorisvorhaut ein. Der Scheidenvorhof stellt die Verbindung zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen dar.

Innere Geschlechtsorgane

Innere Geschlechtsorgane der Frau (Die Frau als Hausärztin, 1911)

Die Vagina, auch Scheide genannt, ist die Verbindung zwischen den äußeren und inneren weiblichen Geschlechtsorganen. Sie mündet unten in den Scheidenvorhof und wird oberhalb durch den äußeren Muttermund abgeschlossen, der in den Gebärmutterhals führt. Der Gebärmutterhals ist der untere Teil der Gebärmutter, in welcher sich befruchtete Eizellen bzw. Blastozysten einnisten können (Nidation).

Die Bildung und Reifung der Eier erfolgt in den Eierstöcken, von wo aus sie über die Eileiter, in denen sie befruchtet werden können, in die Gebärmutter gelangen. Die Eierstöcke sind gleichzeitig Hormondrüsen.

Akzessorische Geschlechtsdrüsen

Männliche Geschlechtsorgane der Säugetiere

Halbschematische Darstellung der männlichen Harn- und Geschlechtswerkzeuge

Die folgende Einteilung der männlichen Geschlechtsorgane (Organa genitalia masculina) mag auf den ersten Blick erstaunen: Die Hoden liegen zwar außen, zählen aber dennoch zu den inneren Geschlechtsorganen. Diese Einteilung ist darin begründet, dass die Hoden sich zunächst im Bauchraum entwickeln und bei den meisten Säugetieren erst bei oder nach der Geburt in den Hodensack wandern (Hodenabstieg, Descensus testis).

Äußere Geschlechtsorgane

Der Penis ist das Begattungsorgan des Mannes bzw. männlichen Tieres. Darüber hinaus ist er gleichzeitig ein Teil der ableitenden Harnwege, indem er die Harnröhre umschließt.

Der Hodensack (Skrotum) ist ein Hautsack unterhalb des Penis. Er umhüllt die inneren Geschlechtsorgane, die Hoden, die Nebenhoden und den an den Nebenhoden beginnenden unteren Teil der Samenleiter.

Innere Geschlechtsorgane

Die Hoden sind die männlichen Keimdrüsen. Sie sind das Bildungsgewebe der männlichen Keimzellen, der Spermien, und sind gleichzeitig Hormondrüsen. Zu den inneren Geschlechtsorganen gehören hier des Weiteren die Nebenhoden, Samenleiter sowie die Vorsteherdrüse und einige weitere Drüsen.[1]

Akzessorische Geschlechtsdrüsen

Entlang des Samenweges sind bei den Säugetieren bis zu vier paarige akzessorische (zusätzliche) Geschlechtsdrüsen ausgebildet. Dies sind die Samenleiterampulle, die Samenblasendrüse, die Prostata und die Bulbourethraldrüse. Sie produzieren einen Großteil der Samenflüssigkeit (Ejakulat).

Geschlechtsorgane des Menschen

Siehe auch

Literatur

  • Uwe Gille: Harn- und Geschlechtsapparat, Apparatus urogenitalis. In: Franz-Viktor Salomon u. a. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Enke, Stuttgart 2004, ISBN 3-8304-1007-7, S. 368–403.

Weblinks

 Commons: Geschlechtsorgan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Geschlechtsorgan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Deutscher Ethikrat: Intersexualität - Stellungnahme. Berlin, 23. Februar 2012, ISBN 978-3-941957-27-5, S. 30−31 (Volltext als PDF-Datei)