Museum der sowjetischen Spielautomaten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Museum der sowjetischen Spielautomaten ist ein privates Museum in Moskau bzw. in St. Petersburg, wo Spielautomaten ausgestellt werden, die seit Mitte der 1970er Jahre in der UdSSR gefertigt wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum wurde am 13. April 2007[1] von ehemaligen Studenten der Moskauer polytechnischen Universität gegründet – Alexander Stachanow, Alexander Wugman und Maksim Pinigin – und befand sich im Luftschutzkeller des Universitätswohnheimes.[2] Zu jenem Zeitpunkt bestand die Sammlung aus 37 Spielautomaten[3]. Geöffnet war nur mittwochs nach vorheriger Vereinbarung. Die ersten Objekte fanden die Gründer des Museums im ganzen Land: auf Mülldeponien, in aufgelassenen Pionierlagern, Parks, Kulturhäusern, Filmtheatern, oder sie wurden im Park „Prjamikowa“ auf Taganka gekauft. Fast alle Automaten funktionierten nicht mehr, aus drei defekten musste man einen ganzen zusammenbauen.[4][5] April 2010 zog das Museum ins ehemalige Fabrikgebäude Rot Front in die Straße Malaja Ordynka und war täglich geöffnet

Am 15. Juni 2013 wurde eine Museumsfiliale in Sankt Petersburg am Konjuschennaya Platz eröffnet.[6] Sie befindet sich in einem, das im 18. Jahrhundert als Remise für Kutschen genutzt wurde. Zu Zeiten der UdSSR befanden sich hier Garagen, Reparatur- und Produktionswerkstätten des Taxibetriebshofs. Die Sammlung dieser Filiale umfasst über 50 funktionierende Spielautomaten.[7] Laut Angaben des Museums hatte die Petersburger Filiale 23.000 Besucher im Jahr 2016.[8]

Ende August 2014 wurde die dritte Museumsfiliale in Kasan in der Kremlstraße mit rund 40 Spielautomaten eröffnet.[9] Das Museum wurde am 12. Januar 2015 geschlossen.[10]

Ausstellungen und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausstellung «Museum der Computerspiele» im Museum der sowjetischen Spielautomaten in St. Petersburg

In den Museen von Sankt Petersburg und Moskau finden regelmäßig Wechselausstellungen zu bestimmten Themen statt.

  • 2015: Währung der Kindheit, Ausstellung von Beiblättern von Kaugummis ;[11] Ausstellung der Automodelle Transport 1:43;[12]
  • 2016: Die Evolution der Spielautomaten in der Werbegraphik. Die Arkade-Maschinen im Kontext des Kunstdesigns, Plakate;[13] Ausstellung Konjok-gorbunok;[14]
  • 2017: Auf der Tanne, Ausstellung vom sowjetischen Weihnachtsbaumschmuck von 1930 bis 1990.[15][16]

Das Tochterprojekt Museum der Computerspiele, das 2014 geschaffen wurde, existiert nur als temporäre Ausstellung. In dieser Sammlung gibt es mehr als 30 Spielgeräte aus acht Generationen, von denen ein großer Teil funktioniert. Die Sammlung wird ständig mit neuen Spielkonsolen ergänzt. Sie wurde auf der Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft in der Petersburger Filiale des Museums gezeigt.[17][18]

Die Museen nehmen an städtischen Projekten teil. Sie bieten Programme für die jährlichen Kinderfestivals Museen, Parks, Hofes und Familienreise in Moskau, die Kindertage und die Große Regatta in Sankt Petersburg, sie nehmen teil an den Aktionen Nacht der Museen, Nacht der Künste, Restauranttag, das soziale Projekt Uppsala-Zirkus, am internationalen Festival der Museen Intermuseum. Museumsexponate wurden bei den Festivals VKontakte, Geek Picnic, Disko 90, Retro FM gezeigt.[19][7][7] Außerdem gibt es in den Moskauer und Petersburger Filialen regelmäßig Vorführungen von alten Bildbändern, Vorlesungen, Tischtennis-Wettkämpfe, Dame- und Schachspiele und verschiedene Kreativ-Workshops.[20]

Die Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Museumsführer im Moskauer Museum der sowjetischen Spielautomaten neben dem Seegefecht

Die ersten ausländischen Spielautomaten wurden 1971 in der UdSSR auf der Ausstellung Attraktion-71 im Gorki-Park gezeigt.[4][21] Eigenständige Modelle wurden in der UdSSR erst einige Jahren später produziert.[22] Zum Beispiel wurde der Spielautomat Seegefecht vom radiotechnischen Betrieb Serpuchowski hergestellt,[23] Die Ingenieure kopierten ausländische Spielautomaten, ihnen fehlten jedoch Mittel und Bauteile für eine perfekte Imitation. Statt einen modernen Prozessor zu verwenden, waren die Ingenieure gezwungen, komplizierte Prozessoren durch einfachere zu ersetzen. Insgesamt wurden in der UdSSR ca. 90 Arten von Spielautomaten nachgebaut[5][21], einige als genaue Kopien (Produktpiraterie) im Westen produzierter Modelle.[24]

In den ersten Jahren waren alle Spielautomaten Eigentum der Sojus-Attraktion . Anfang der achtziger Jahre wurde diese Vereinigung von einem anderen Unternehmen abgelöst, das sich nur mit der Herstellung und dem Verkauf von Spielautomaten beschäftigte. Mit dem Zerfall der UdSSR wurde die Herstellung der Spielautomaten beendet.[5]

Heute werden an jedem Ausstellungsor mehr als 50 Spielautomaten gezeigt, darunter die Modelle Seegefecht, Gorodki, Sniper-2, Magistrale, Autorallye, Repka, Basketball, Fußball, Basketball, Safari, Winterjagd, Quiz, Luftkampf, Galoppieren, U-Boot, Tankodrom, Dublette, Sonde, Billard, Schneekönigin, Zirkus, Telesport, Überholung, Kurve, Kran, Jagdflugzeuge, Fortuna und andere.[25]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016 — Beste Organisation in der Sphäre der interaktiven Jugendfreizeit;[26]
  • 2017 — Bestes spezialisiertes Museum;[27]
  • 2017 — Sieger des Allrussischen Festivals der Museumsmultimedia Museums Geek in der Kategorie Spiele und Quiz.[28]

Adressen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Moskauer Museum. Moskau, Kusnezky Most 12 (Handelsgebäude in der K.S.Popow-Passage)
  • Das Petersburger Museum. Sankt Petersburg, Konjuschennaja Platz 2В (Gebäude aus dem 18. Jahrhundert)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Das Museum der sowjetischen Spielautomaten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Игорь Карасев: В Петербурге откроется музей советских игровых автоматов. Metro. 21. Mai 2013. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  2. Александра Маянцева: В столице открылся Музей советских игровых автоматов. «Комсомольская правда». 23. Juni 2007. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  3. Александра Шевелева: Советские игровые автоматы пережили эпоху. bbcrussian.com. 22. Mai 2007. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  4. a b Елена Косова: «Однорукие дедушки»: где живут предки современных игровых автоматов. РИА Новости. 31. Juli 2012. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  5. a b c «Это был коррумпированный бизнес»: история Музея советских игровых автоматов. «Афиша Daily». 24. April 2017. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  6. В июне откроется Музей советских игровых автоматов. «Бумага». 28. Mai 2013. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  7. a b c Das Museum in Sankt Petersburg. Offizielle Internetpräsenz. 2017. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  8. Мария Буравцева: Администрация Петербурга ожидает удвоения туристов в городе к 2023 году. «Ведомости». 10. Februar 2017. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  9. Музей советских игровых автоматов: первый в Казани. Inkazan.ru. 22. August 2014. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  10. Василина Олейник: Сладко место пусто не бывает: в Казани вновь заработал Музей чак-чака. РБК. 29. Dezember 2015. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  11. В Москве открыли выставку вкладышей от жевачек. Газета Metro. 23. April 2015. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  12. Открыта выставка миниатюр «Транспорт 1:43». Гид событий. 6. Mai 2017. Abgerufen am 1. Juni 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/gidsobitiy.ru (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. Выставка «Эволюция игровых автоматов в ретро-графике». KudaGo. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  14. «Конек-Горбунок», выставка для всей семьи в Музее советских игровых автоматов, Москва. KidsReview. 11. Juli 2016. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  15. Елена Ливси: Петербуржцам покажут довоенные елочные игрушки. Комсомольская правда. 22. Dezember 2016. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  16. Инга Бугулова: В Петербурге открылась выставка винтажных елочных игрушек. Российская газета. 13. Januar 2017. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  17. Игровая станция МКИ. Политех. 13. Januar 2017. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  18. Музей в Москве. Музей советских игровых автоматов. Официальный сайт. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  19. В Москве стартовал Международный фестиваль «Интермузей – 2016». Россия Культура. 14. Mai 2016. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  20. Яна Хватова: Слайды из детства. Где и как посмотреть старые диафильмы. «Аргументы и факты». 19. Januar 2017. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  21. a b Максим Пинигин: Брось 15 копеек. «N+1». 4. April 2017. Abgerufen am 10. April 2017.
  22. Григорий Ревзин: Пххх! Тххх! Григорий Ревзин о Музее советских игровых автоматов. «Коммерсант.ru». 14. Mai 2010. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  23. Светлана Витковская: «Музей советских игровых автоматов»: Как продать ностальгию. «Секрет фирмы». 23. April 2015. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  24. Даня Тристан: Люди в городе: Первые посетители «Музея советских игровых автоматов». The Village. 17. Mai 2013. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  25. Exposition. Offizielle Internetpräsenz. 2017. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  26. В Доме молодежи определили победителей конкурса на лучшую организацию в сфере досуга. «Диалог». 1. Dezember 2016. Abgerufen am 7. Oktober 2017.
  27. KudaGo вручил свои премии. InterMedia. Abgerufen am 7. Oktober 2017.
  28. В Москве завершился «Интермузей». Культура.рф. Abgerufen am 7. Oktober 2017.