Nacktrückenflughunde

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Nacktrückenflughunde
Dobsonia moluccensis

Dobsonia moluccensis

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Flughunde (Megachiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Tribus: Nacktrückenflughunde
Wissenschaftlicher Name
Dobsoniini
Andersen, 1912
Dobsonia peronii, Illustration

Die Nacktrückenflughunde sind eine Gattungsgruppe innerhalb der Familie der Flughunde (Pteropodidae). Die Gruppe umfasst zwei Gattungen (Dobsonia mit rund 15 Arten; und Aproteles mit einer Art, Aproteles bulmerae).

Beschreibung und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass ihre spärlich behaarten Flughäute nicht wie bei den meisten anderen Flughundarten von den Flanken ausgehen, sondern direkt vom Rückgrat, was den Eindruck einer nackten Rückseite ergibt. Weitere Kennzeichen sind die zugespitzten Ohren sowie das Fehlen der Kralle an den zweiten Fingern (die bei den meisten Flughunden vorhanden ist). [1]

Das Fell dieser Tiere ist graubraun gefärbt, sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 10 bis 24 Zentimeter und ein Gewicht von 70 bis 600 Gramm. Die Schwanzlänge beträgt 19 bis 39 mm. Dobsonia minor ist die kleinste, Dobsonia magna und Aproteles bulmerae sind die größten Arten. [1]

Sie sind Waldbewohner, schlafen aber im Gegensatz zu vielen anderen Flughundarten anscheinend bevorzugt in Höhlen, Felsspalten oder hohlen Bäumen statt in Bäumen. Manche Arten wie zum Beispiel D. magna bilden dabei große, mehrere tausend Tiere umfassende Kolonien, man findet aber auch immer wieder einzelgängerische Tiere. In der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche, sie ernähren sich vorwiegend von Früchten. [1]

Über die Fortpflanzung ist nicht viel bekannt, trächtige oder säugende Weibchen wurden in fast allen Monaten beobachtet, man nimmt an, dass sie ein- oder zweimal im Jahr meist ein einzelnes[1] Jungtier zur Welt bringen. Die Jungen sind nach zwei Jahren geschlechtsreif.[1]

Verbreitung und Bedrohung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Nacktrückenflughunde umfasst das östliche Indonesien (von Sulawesi und Bali an ostwärts), Neuguinea, die Salomonen sowie das nordöstliche Australien. Eine Art, Dobsonia chapmani, lebt auf den Philippinen, diese galt als ausgestorben, ehe sie 2001 auf Cebu und 2003 auf Negros wiederentdeckt wurde.[2]

Die Zerstörung des Lebensraumes stellt die Hauptbedrohung dieser Tiere dar. Dobsonia chapmani, die auf den Philippinen-Inseln Negros und Cebu vorkommt, ist aufgrund großflächiger Waldrodungen und der Förderung von Guano in ihren Wohnhöhlen vom Aussterben bedroht. Aproteles bulmerae, die nur vereinzelt auf Neuguinea vorkommt, gilt als akut bedroht[3], drei weitere Arten gelten laut IUCN als bedroht oder gefährdet.

Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Systematik der Flughunde basiert weitgehend auf der phylogenetischen Untersuchung von Kate E. Jones u. a.: A Phylogenetic Supertree of Bats.[4] Die Autoren verwenden für die Taxa keinen Rang im klassischen Sinn. Die Bezeichnung dieser Gruppe als Tribus mit der Endung -ini ist daher willkürlich gewählt, manchmal findet man dieses Taxon auch als Dobsoniina.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Ronald M. Nowak: Walker's mammals of the world, Band 1. Johns Hopkins University Press, Sixth Edition, 1999. ISBN 978-0801857898 S. 273-276.
  2. Heaney, L., Ong, P., Tabaranza, B., Rosell-Ambal, G., Balete, D., Alcala, E., Paguntulan, L.M., Pedregosa, S. & Cariño, A.B. 2008. Dobsonia chapmani. In: IUCN 2010. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2010.1. <www.iucnredlist.org>. (englisch, abgerufen am 24. Mai 2010)
  3. Hutson, T., Helgen, K., Flannery, T. & Wright, D. 2008. Aproteles bulmerae. In: IUCN 2015. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2015.3. <www.iucnredlist.org>. (englisch, abgerufen am 30. Dezember 2015)
  4. K. E. Jones, A. Purvis, A. MacLarnon, O. R. Bininda-Emonds, N. B. Simmons: A phylogenetic supertree of the bats (Mammalia: Chiroptera). In: Biol Rev Camb Philos Soc. Band 77, Nr. 2, 2002, S. 223–259, doi:10.1017/S1464793101005899 (PDF; 5,17 MB [abgerufen am 3. April 2014]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]