Nationalkommunismus

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Nationalkommunismus bezeichnet eine Form marxistisch-leninistischer Gesellschaftsentwürfe.

Die marxistisch-leninistische politische Ordnung soll hierbei mit den besonderen Bedingungen eines Staates und seiner geschichtlichen Traditionen in ökonomischer und kultureller Hinsicht in Übereinstimmung gebracht werden. Der Publizist Karl Otto Paetel sieht in der deutschen Revolution von 1918, mit u. a. den Aufständen der Arbeiter in Hamburg, die Geburtsstunde des Nationalkommunismus. Der Hamburger Bund der Kommunisten, der inoffiziell eine Zeitlang die Bezeichnung Nationalkommunisten führte, wurde von Lenin in seiner Schrift Kinderkrankheiten des Kommunismus (1920) scharf kritisiert, da er innerhalb der internationalen kommunistischen Bewegung die „Hamburger Nationalbolschewisten“ strikt ablehnte.[1]

1945/46 entwickelten kommunistische Parteien, wo sie an die Macht gelangt waren, eine Anschauung des nationalen Sonderwegs zum Kommunismus. Josef Stalin verwarf diese Idee. Nach dem Tod Stalins 1953 gingen nationalkommunistische Vorstellungen zunehmend häufig mit reformkommunistischen Ideen einher. Die Sowjetunion versuchte, die ideologische Einheit der kommunistischen Bewegung zu halten und setzte sie besonders im Ostblock teilweise gewaltsam durch. Hervorzuheben sind hier die Niederschlagung des Aufstands in Ungarn 1956 und des Prager Frühlings 1968. Die Politik der Perestroika unter der Regierung Michail Gorbatschows ab 1985 mit Verwerfung der Breschnew-Doktrin führte zur Einflusslosigkeit national- und reformkommunistischer Ideen. Stattdessen führte sie durch Voranschreiten der Demokratisierung zum Ende der kommunistischen Herrschaft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Rheinländer: Der Nationalkommunismus. Eine praktisch-wissenschaftliche Studie über die nationale Planwirtschaft. Karlsruhe 1932

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Otto Paetel: Der Hamburger Nationalkommunismus. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 10. Jahrgang 1959, S. 734-743.