Chuch’e-Ideologie

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Koreanische Schreibweise
Koreanisches Alphabet: 주체사상
Hanja: 主體思想
Revidierte Romanisierung: Juche sasang
McCune-Reischauer: Chuch’e sasang

Die Chuch’e-Ideologie (von koreanisch 주체 (主體) Chuch’e: ‚treibender Körper‘[1], ‚Subjekt‘[2]; oft unübersetzt gelassen oder als ‚Selbstständigkeit‘ (engl. self-reliance) übersetzt; Aussprache in IPA: [ʨu.ʨʰe], sprich Dschutsche), meist Juche-Ideologie geschrieben, ist eine politische Ideologie, die unter dem ersten Präsidenten Nordkoreas (Demokratische Volksrepublik Korea, DVRK), Kim Il-sung, entstanden ist. Sie ist dort Bestandteil des Personenkults um die herrschende Kim-Familie.

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lehre vom Subjekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort chuch'e bzw. juche bedeutet wörtlich übersetzt „Subjekt“ im Gegensatz zu „Objekt“. Der vollständige Name der Ideologie, chuch'e sasang, lässt sich also mit „Subjekt-Denken“, „Lehre vom Subjekt“ u. dgl. übersetzen. Die Schriftzeichen, aus denen chuch'e zusammengesetzt ist, bedeuten für sich genommen „Herrscher, Besitzer, Vorrang“ (主 chu) und „Körper, Form, System“ (體 ch'e), zusammengenommen also ungefähr „treibende Kraft“.

In Nordkorea wird die Bevölkerung häufig aufgefordert, „eine Chuch'e-Haltung“ zu jeder erdenklichen Frage einzunehmen: Landwirtschaft, Industrieproduktion, Bauwesen oder Militär. Das bedeutet folglich, auf diesen Gebieten „Die Rolle eines Hausherrn“ zu spielen (주인의 지위를 차지하다 juin-ui jiwireul chajihada) und den eigenen Willen (bzw. die Beschlüsse der Partei) durchzusetzen, anstatt die eigene Unabhängigkeit von äußeren Umständen, welcher Art sie auch immer sein mögen, beschränken zu lassen: Der Mensch soll Subjekt, nicht Objekt der Entwicklung sein und die Entwicklung der Gesellschaft selbst in die Hand nehmen.

Die Chuch’e-Ideologie wird von ihren Anhängern als kompatibel mit dem Marxismus-Leninismus verstanden, widerspricht diesem aber in weiten Teilen. Ein zentraler Anknüpfungspunkt ist allerdings die marxistisch-leninistische Begrifflichkeit vom „revolutionären Subjekt“, die zwar von den „Klassikern“ (Marx, Engels, Lenin) nicht verwendet wurde – dort ist die Rede eher von der „Klasse für sich“ – aber im marxistischen Diskurs die Arbeiterklasse beschreibt, wenn sie sich ihrer historischen Rolle bewusst wird, die darin besteht, den Kapitalismus zu stürzen und den Sozialismus zu errichten. Dieser Klasseninhalt geht in der Chuch'e-Ideologie verloren, und auch andere zentrale marxistische Konzepte wie der Klassenkampf oder gar die Arbeiterbewegung spielen keinerlei Rolle. Nur das Ideenfragment, dass zur Umgestaltung der Gesellschaft ein besonderes Bewusstsein über die eigene Situation notwendig ist, wird aufgenommen und idealistisch verabsolutiert. Chuch'e ist eine Herangehensweise an die Dinge, die den Menschen allmächtig machen soll; in der materialistischen Geschichtsauffassung des Marxismus machen die Menschen ihre Geschichte zwar „selbst, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen. Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden.“[3]

Aus dem „Subjekt“-Gedanken, der den Kern der Ideologie bildet, werden unter anderem zwei Dinge abgeleitet:

  1. dass die Interessen der eigenen Nation über denen der internationalen kommunistischen Bewegung stehen.
  2. Um „das Chuch'e zu erreichen“, braucht das koreanische Volk seinen „großen Führer“. Nur so kann die ganze Gesellschaft als „einheitlicher sozioökonomischer Organismus“ „das Chuch'e ausüben“, also in der Innen- und Außenpolitik selbstständig auftreten und handeln.

Chuch'e, Songun und Chajusong[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Ende der 1990er Jahre entwickelte sich in Nordkorea außerdem die sogenannte Songun („Militär zuerst“)-Politik, die als konsequente Umsetzung der „Chuch'e-Haltung“ zum Militär dargestellt wird und sich darin erschöpft, die Koreanische Volksarmee gegenüber den übrigen Teilen der Gesellschaft in jeder Frage bevorzugt zu behandeln. Das betraf sowohl die Durchdringung der Partei mit Militärvertretern als auch eine bevorzugte Behandlung bei der Verteilung von Lebensmitteln, Textilien und medizinischen Ressourcen. Die Songun-Politik wurde zum Markenzeichen der Ära Kim Jong-ils. Die Koreanische Zentrale Nachrichtenagentur erklärt:

Leader Kim Jong Il clarified in a unique manner the philosophy on arms in which a revolution starts and advances and is brought to completion by dint of arms, the principle of Songun that an army precisely means a political party, state and people and the principle of giving priority to military affairs and putting the army before the working class and pursued Songun politics based on them. Der Führer Kim Jong Il erklärte in einzigartiger Weise die Waffenphilosophie, der zufolge eine Revolution durch Waffen beginnt, voranschreitet und zur Vollendung geführt wird, das Songun-Prinzip, wonach eine Armee nichts anderes als eine politische Partei, ein Staat und Volk ist, und das Prinzip der Bevorzugung von Militärangelegenheiten und der Gewährung des Vorrangs gegenüber der Arbeiterklasse an die Partei, und gestützt auf diese Prinzipien folgte er der Songun-Politik.“[4]

Der Zusammenhang von Chuch'e und Songun wird in der nordkoreanischen Propaganda in folgender Weise dargestellt. Unter den Bedingungen des Zusammenbruchs des „sozialistischen Lagers“ und der angeblich existierenden unmittelbaren Bedrohung durch die USA kann das koreanische Volk nur dann „sein Chuch'e ausüben“, wenn es die Landesverteidigung absolut priorisiert. Darauf zu verzichten, hieße, vor den USA zurückzuweichen – das Gegenteil einer „Chuch'e-Haltung“. So heißt es im „Lied über die Hwasong-Artillerie“, in dem das nordkoreanische Interkontinentalraketenprogramm verherrlicht wird:

침략자 도발자들 이 행성 어데 있건 chimryangja dobaljadeul i haengseong eode itgeon

Angreifer und Provokateure, wo sie sich auf dem Planeten auch befinden mögen –

선군조선 핵탄두를 들씌워 족치리 seongunjoseon haektandureul deulssiwo jogchiri

Songun-Korea [„Korea, in dem das Militär über allem steht“] überzieht sie mit Atomsprengköpfen,

그 위력도 한계를 모르는 주체의 화성포 geu wiryeongdo hangyereul moruneun juche-ui hwaseongpo

und diese Macht, die keine Grenzen kennt, ist die Chuch'e-Hwasong-Artillerie [„Die Hwasong-Artillerie des Subjekts“].

우리 당 결심하면 언제든타격하리 uri dang gyeolsimhamyeon eonjedeun tagyeokhari

Wenn die Partei es befiehlt, dann schlagen wir los,

주체조선 보위하여 용감히 쏘리라 juchejoseon bowihayeo yonggamhi ssorira

mutig schießen wir, um Chuch'e-Korea [„das Subjekt Korea“ bzw. Korea als Subjekt, als selbstständigen Akteur] zu beschützen.

화성포로 통일의 축포성 우리가 울리리 hwaseongporo tong-ir-ui chugposeong uriga ulliri

Durch die Hwasong-Artillerie erschallt der Kanonengruß der Wiedervereinigung.[5]

Die Wiedervereinigung Koreas gilt als notwendige Bedingung der politischen Souveränität (Chajusong, von 자주 chachu, „Selbst-Bestimmung“, sprich Dschadschusong). Politische Souveränität, wirtschaftliche Eigenversorgung (자립 charib, „Selbst-Stehen) und militärische Eigenständigkeit (자위 chawi, „Selbst-Schutz“) werden gelegentlich als „drei Prinzipien der Chuch’e-Ideologie“ bezeichnet. Der Staat habe demnach die Aufgabe, politische, wirtschaftliche und militärische Unabhängigkeit zu gewährleisten, was unter anderem aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Japan resultiere, die dem Korea unter japanischer Herrschaft vorausging.[6] Um „sein Chuch'e auszuüben“ muss das koreanische Volk vereint sein. Es hat sonst „kein Chajusong“. Der Begriff Chajusong bleibt wie Chuch'e meist unübersetzt. In der offiziellen Übersetzung der Rede Kim Il-sungs „Über die Entwicklung der blockfreien Bewegung“ von 1986 heißt es:

This is the age of Chajusong. The people who were once oppressed have emerged as masters of the world and are pressing forward with history. With the tide of the age of Chajusong the imperialist colonial system is finally being eliminated from the world; the peoples of many countries in Asia, Africa and Latin America have achieved political independence and are making rapid advances along the road of creating a new life. Dies ist das Zeitalter des Chajusong. Die Völker, die einst unterdrückt waren, sind als Herren der Welt hervorgetreten und treiben die Geschichte vorwärts. Mit dem Zeitalter des Chajusong wird das imperialistische Kolonialsystem endlich zerstört. Die Völker vieler Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika haben die politische Unabhängigkeit erreicht und schreiten auf dem Weg zu einem neuen Leben rasch voran.“[7]

Der große Führer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mensch steht laut Chuch’e-Ideologie in der Position eines Gestalters und Herrschers der Welt. Jedoch müsse sich der einzelne Mensch den Volksmassen unterordnen, da er sich nur in der Gruppe entfalten könne. Die Volksmassen wiederum sollen durch die Partei und den Führer geleitet werden.

In der Chuch’e-Ideologie ist der Mensch zwar Subjekt, doch wird von ihm bedingungslose Loyalität gefordert. Er kann seine Rolle als Subjekt nur als Teil des „einheitlichen sozioöonomischen Organismus“, der Nation, spielen, und auch dann nur, wenn ein „Großer Führer“ deren denkendes und leitendes Zentrum bildet. So heißt es im Lied „Außer dir kennen wir nichts“ über Kim Jong-un: „Der Beschluss des Führers ist der Sieg des Volkes“ (령장의 결심은 인민의 승리 ryongjang-ui gyeolsim-eun inmin-ui seungni)[8]. Im Lied „Alles verdanken wir der Zärtlichkeit des Führers“ heißt es: „Dieses Glück, wer hat es uns gegeben? Das verdanken wir dem Führer“ (이 행복을 그 누가 주었나 수령님의 은덕일세 i haengbog-eul geu nuga jueonna? suryeongnim-ui eundeog-ilse)[9].

In seiner Rede „Über die Entwicklung der Chuch'e-Haltung zur Revolution“ bemerkt Kim Jong-il:

„Der Führer, die Partei und die Massen bilden das Subjekt der Revolution, indem sie einen soziopolitischen Organismus bilden... Das Wesen des Führers besteht in allen Zusammenhängen darin, dass er das Zentrum des Lebens der soziopolitischen Gemeinschaft ist. Es gibt keinen Zweifel daran, dass das Zentrum des Lebens wichtig für das Dasein und die Tätigkeit des Organismus ist. Wenn die Massen nicht vereint und auf den Führer ausgerichtet sind, können sie als unabhängige soziopolitische Gemeinschaft keine Lebenskraft entwickeln. Wir müssen verstehen und daran glauben, dass der Führer das Zentrum des Lebens ist und dass wir nur, wenn wir organisatorisch, ideologisch und als Genossen mit ihm verbunden sind, eine unsterbliche soziopolitische Integrität erreichen können.“[10]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Chuch’e-Ideologie wird unmittelbar Kim Il-sung zugeschrieben. Nach nordkoreanischer Geschichtsschreibung entstanden ihre Grundzüge bereits während des antijapanischen Partisanenkampfs, und im Dezember 1955 habe Kim die Chuch’e erstmals öffentlich erwähnt.[11] Teilweise wird die Richtigkeit dieser Zuordnung bezweifelt. Andere verorten die Entstehung der Chuch’e in den 1960er-Jahren und sehen darin eine Reaktion Nordkoreas auf die Entwicklung des Ostblocks in den frühen 1960er-Jahren. Kim Il-sung habe einerseits die Entstalinisierung in der Sowjetunion abgelehnt und zudem aus dem Nachgeben Chruschtschows in der Kubakrise den Schluss gezogen, dass die Sowjetunion im Falle einer Auseinandersetzung kein zuverlässiger Verbündeter mehr sei; andererseits habe das Scheitern des Großen Sprungs nach vorn und die aufkommende Kulturrevolution einer verstärkten Anlehnung an China entgegengestanden. Kim Il-sung habe deshalb die Chuch’e als dritten Weg entwickelt, der die Eigenständigkeit Nordkoreas dokumentierte.[12]

Bedeutung in Nordkorea[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chuch’e ersetzte 1977 den klassischen Marxismus-Leninismus als Weltanschauung in der Verfassung der Demokratischen Volksrepublik Korea und hat auch nach dem Tod Kim Il-sungs 1994 Bedeutung. Unter seinem Sohn Kim Jong-il wurde die Chuch’e-Ideologie aber zunehmend von der Sŏn’gun-Politik (nordkoreanischer Militarismus) verdrängt, die seit 2009 in der nordkoreanischen Verfassung an erster Stelle genannt wird.[13]

1997, drei Jahre nach Kim Il-sungs Tod, wurde in Nordkorea offiziell der Chuch’e-Kalender eingeführt. Er entspricht dem chinesischen Minguo-Kalender (siehe auch den dortigen Abschnitt) und unterscheidet sich vom Gregorianischen Kalender nur durch die Jahreszählung, die mit dem Geburtsjahr Kims beginnt. Monate und Tage laufen synchron mit dem Gregorianischen Kalender. So gilt seitdem das Jahr 1912 als „Chuch’e (auch: Juche) 1“; das aktuelle Jahr 2019 entspricht somit dem Jahr 108 der Chuch’e-Ära. Im nordkoreanischen Alltagsleben werden Chuch’e-Jahreszählung und gregorianische Jahreszählung parallel verwendet.

Als Denkmal der Ideologie wurde 1982 das Monument der Chuch’e-Ideologie in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang fertiggestellt.

Internationale Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1970er und 1980er Jahren gelang es Nordkorea, auch international Anhänger für die Chuch’e-Ideologie zu gewinnen. Vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika entstanden „Chuch’e-Ideologie-Studiengruppen“. Sie wurden großzügig mit Studienmaterialien unterstützt. Anhänger, die Werke von Kim Il-sung und anderen Vertretern der Chuch’e-Ideologie lesen, wurden häufig in den nordkoreanischen Medien gezeigt. Diese Gruppen fühlten sich auch von der Vorstellung einer von den damaligen Großmächten Sowjetunion und USA unabhängigen nationalen Entwicklung angezogen. Auch Regierungsvertreter einiger afrikanischer Staaten waren Anhänger der Chuch’e-Ideologie. So wurde das „Internationale Wissenschaftliche Seminar der Juche-Ideologie“, das vom 28. bis zum 30. September 1976 in Antananarivo, Madagaskar, stattfand, vom damaligen Staatspräsidenten Didier Ratsiraka eröffnet. Auch andere Staatsoberhäupter sprachen in den 1980er Jahren bei Staatsbesuchen in Nordkorea positiv über die Chuch’e-Ideologie.

Die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof bezog sich in ihren letzten, in der JVA Stammheim verfassten, Schriften positiv auf die Ideologie. Im Januar 1976 schrieb sie:

„der kampf selbst proletarisiert die kämpfer. besitzlosigkeit und - das ist der begriff der koreanischen partei für das proletarische verhältnis zum kampf für den kommunismus: das dschutsche charakterisieren das proletariat als antagonist des imperialismus, das heisst als subjekt der befreiung.“[14]

Dabei nimmt sie korrekt Bezug auf die wörtliche Bedeutung von "chuch'e" als "Subjekt".

Am 9. April 1978 wurde in Tokio das „International Institute of the Juche Idea“ (IIJI)[15] gegründet. Ziel war laut Gründungserklärung „die Verbreitung der klassischen Werke des hochverehrten und geliebten Präsidenten Kim Il-sung, die Organisation von Seminaren und Vorlesungen sowie die Veröffentlichung von Schriften, die Koordinierung der Zusammenarbeit der Juche-Studiengruppen und die Eröffnung von Bibliotheken zum Studium der Juche-Ideologie sowie Buchausstellungen zur Verbreitung der Juche-Ideologie“.[16] Erster Generaldirektor des Instituts war der Japaner Yasui Kaori. Von 1985 bis 1989 wurde das IIJI vom vormaligen österreichischen Bundesjustizminister Hans Klecatsky geleitet.[17] Gegenwärtiger Generaldirektor ist der Inder Vishwanath. Organ des IIJI ist die Zeitschrift Study of the Juche Idea.

Heute hat die Chuch’e-Ideologie außerhalb von Nordkorea kaum Einfluss. Es gibt in einigen Ländern aber noch Juche-Studiengruppen, besonders in Lateinamerika und Afrika, aber auch in Europa. In Deutschland zählt zu diesen Gruppen der „Freundeskreis der Juche-Ideologie“ in der KPD-Ost.

Von 1996 bis 1998 bestand die Partei der Arbeit Deutschlands (PdAD), die sich an der Partei der Arbeit Koreas orientierte. Die PdAD hatte kurzzeitig Kontakt zur NPD, wo die Ideologie im Rahmen des propagierten Antiamerikanismus rezipiert wurde.[18] Im Rahmen seiner Querfrontstrategie orientierte sich auch der 2008 aufgelöste neonazistischeKampfbund Deutscher Sozialisten“ an der Chuch’e-Ideologie.[19]

Am 12. und 13. April 2012 fand aus Anlass des 100. Geburtstages Kim Il-sungs in Pjöngjang eine „Weltkonferenz der Chuch’e-Ideologie“ statt.[20]

In Frankreich bezieht sich die Parti Juche de France (PJF) auf die Chuch’e-Ideologie.[21] Die Kommunistische Partei Maltas verfügt über eine eigene Studiengruppe der Chuch’e-Ideologie.

Im Marxismus bleibt die Chuch’e-Ideologie umstritten; mehrere Kritiker ordnen diese Ideologie als antimarxistisch ein.

Primärliteratur (Nordkorea)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kim Jong-il, Über die Dschutsche-Ideologie, Pjöngjang: Verlag für Fremdsprachige Literatur, 1982
  • Kim Jong-il, Über die Juche-Philosophie, Pyongyang: Verlag für Fremdsprachige Literatur, 2002
  • Kim Il-sung, Über die Beseitigung des Dogmatismus und des Formalismus sowie über die Herstellung des Juche in der ideologischen Arbeit, Pjöngjang: Verlag für Fremdsprachige Literatur, 1971, Juche-Bibliothek
  • Kim Il-sung, On Juche in our Revolution, Bände 1–3, Pyongyang: Foreign Languages Publishing House, 1975–1982
  • Kim Il-sung, On the Juche Idea, Pyongyang: Foreign Languages Publishing House, 1979, ohne ISBN
  • The International Seminar on the Juche Idea, Pyongyang: Foreign Languages Publishing House, 1977, ohne ISBN
  • The Immortal Juche Idea, Pyongyang: Foreign Languages Publishing House, 1984, ohne ISBN

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Fiedler: Die Juche-Philosophie in Nordkorea. Eine Einführung in Entstehung und politische Denken der nordkoreanischen Staatsideologie. Verlag Traugott Bautz, Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-345-2.
  • J. Thomas Belke: Juche. A Christian Study of North Korea's State Religion. Living Sacrifice Book Company, Bartlesville 1999, ISBN 0882643290.
  • Luise Rinser: Nordkoreanisches Tagebuch. Fischer, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-596-24233-9.
  • Alfred Pfabigan: Schlaflos in Pjöngjang. Vom gescheiterten Versuch, einen skeptischen Europäer zu einem Mitglied der Großen Roten Familie zu machen. Verlag Christian Brandstätter, Wien 1986, ISBN 3854472048.
  • Colin Mackerras: The ‚Juche‘ idea and the thought of Kim Il Sung. In: Colin Mackerras, Nick Knight, Marxism in Asia, Croom Helm, London 1985.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 주체 - Wiktionary. Abgerufen am 26. November 2019.
  2. Bruce Myers: The Juche Myth.
  3. Karl Marx - Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte - I. Abgerufen am 21. November 2019.
  4. KCNA: Originality of Political Theory Clarified by WPK's Songun Revolutionary Idea Underscored. 28. November 2013, abgerufen am 26. November 2019.
  5. Moranbong Band - Song of Hwasong Artillery Piece. Abgerufen am 26. November 2019 (deutsch).
  6. Rüdiger Frank: Nordkorea. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2014, Seite 33, ISBN 978-3-421-04641-3
  7. FOR THE DEVELOPMENT OF THE NON-ALIGNED MOVEMENT.
  8. 우리는 당신밖에 모른다. Abgerufen am 26. November 2019 (deutsch).
  9. Pochonbo Electronic Ensemble - That's Thanks to the Leader's Care. Abgerufen am 26. November 2019 (deutsch).
  10. ON ESTABLISHING THE JUCHE OUTLOOK ON THE REVOLUTION. Abgerufen am 26. November 2019.
  11. Adrian Buzo: The Guerilla Dynasty. Politics and Leadership in North Korea, Tauris & Co., London 1999, ISBN 1-86064-415-5, S. 23.
  12. Rüdiger Frank: Nordkorea. Innenansichten eines totalitären Staates, Pantheon, 2017, ISBN 978-3-570-55293-3, S. 95.
  13. The Purpose of the Revised Constitution, Daily NK, 29. September 2009 (englisch).
  14. Ulrike Meinhof: Letzte Texte von Ulrike. Hrsg.: internationales komitee zur verteidigung politischer gefangener in westeuropa. Eigendruck im Selbstverlag, S. 29 (socialhistoryportal.org [PDF]).
  15. The International Institute of the Juche Idea (Memento des Originals vom 2. November 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cnet-ta.ne.jp (englisch)
  16. Pyongyang Times, 15. April 1978, S. 4
  17. Pan, Christoph, Nordkorea - Die ideologische und soziologische Basis, Wien: Braumüller Verlag, 1992, S. 125
  18. Henrik Steglich, Die NPD in Sachsen, Göttingen 2005, S. 77 Google Books
  19. Sebastien Nekyia: Mit Milchpulver und Armbrust, Jungle World Nr. 22, 31. Mai 2012
  20. Pyongyang Times, 14. April 2012, S. 12
  21. Parti Juche de France (französisch)