Natriumhexacyanidoferrat(II)

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Strukturformel
Strukturformel von Natriumhexacyanidoferrat(II)
Allgemeines
Name Natriumhexacyanidoferrat(II)
Andere Namen
  • Natriumferrocyanid
  • Gelbnatron
  • Natrium-hexakis-cyanoferrat
Summenformel Na4[Fe(CN)6][1]
CAS-Nummer
  • 13601-19-9 (Decahydrat)
  • 14434-22-1
Kurzbeschreibung

gelbe, geruchlose, monokline Kristalle (Decahydrat)[1]

Eigenschaften
Molare Masse 303,91 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,46 g·cm−3[1]

Löslichkeit

gut in Wasser (318 g·−1 bei 20 °C[2])[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: 412
P: 273​‐​501 [2]
Toxikologische Daten

1600–3200 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Natriumhexacyanidoferrat(II), Natriumferrocyanid beziehungsweise Gelbnatron, Natrium-hexakis-cyanoferrat ist das Natriumsalz der Hexacyanidoeisen(II)-säure mit der Konstitutionsformel Na4[Fe(CN)6]. Man findet noch häufig die Bezeichnung Natriumhexacyanoferrat(II) nach älterer Nomenklatur der IUPAC.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumhexacyanidoferrat(II) kann durch Ausfällung von Calciumcarbonat aus einer Lösung von Calciumhexacyanidoferrat(II) durch Zusatz von Soda oder direkt aus Eisen(II)-chlorid und Natriumcyanid oder aus Eisenhexacyanidoferrat(II) und Natriumcyanid gewonnen werden.[1]

\mathrm{Ca_2[Fe(CN)_6] + 2 \ Na_2CO_3 \longrightarrow Na_4[Fe(CN)_6] + 2 \ CaCO_3}
\mathrm{6 \ NaCN + FeCl_2 \longrightarrow Na_4[Fe(CN)_6] + 2 \ NaCl}

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumhexacyanidoferrat ist ein als Decahydrat gelber Feststoff mit monoklinen Kristalle. Ab 81,5 °C ist es wasserfrei und farblos. Es ist in Wasser und Aceton gut, in Ethanol und Ether nicht löslich. Die Cyanidionen sind sehr fest an das Eisen gebunden (Durchdringungskomplex) und werden erst durch starke Säuren abgespalten.[1] In wässriger Lösung (besonders in sehr verdünnter) zersetzt es sich in geringem Maße im Licht.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Lebensmittelindustrie wird es als Trennmittel (genauer als Rieselhilfe) für pulverförmige Lebensmittel eingesetzt. In der EU ist es, wie auch Kaliumhexacyanidoferrat(II) (E 536) und Calciumhexacyanidoferrat(II) (E 538) als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 535 für Kochsalz und Kochsalzersatz mit einer Höchstmengenbeschränkung von maximal 20 mg/kg zugelassen.[4] Außerdem werden Hexacyanidoferrate(II) zur Schönung von Wein verwendet; in der EU ist von den dreien hierfür allerdings nur das Kaliumhexacyanidoferrat(II) (E 536) zugelassen.

Giftigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Freisetzung der gebundenen Blausäure reichen z.B. die Magensäure oder Essigsäure aus Lebensmitteln in der Regel nicht aus. Die Substanz gilt als nicht toxisch, allerdings zeigt sie im Tierversuch und in höheren Konzentrationen beim Menschen eine nephrotoxische (nierenschädigende) Wirkung. In größeren Mengen ist sie wassergefährdend.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu Hexacyanidoferrate. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 6. Juni 2014.
  2. a b c Datenblatt Natriumhexacyanidoferrat bei AlfaAesar, abgerufen am 16. Februar 2010 (JavaScript erforderlich).
  3. Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA), Monograph für CALCIUM, POTASSIUM, SODIUM FERROCYANIDE, abgerufen am 15. September 2015.
  4. ZZulV: Anlage 4 (zu § 5 Abs. 1 und § 7) Begrenzt zugelassene Zusatzstoffe