Nautischer Stern

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Ein typischer nautischer Stern.

Der Nautische Stern ist ein sternförmiges Symbol, das sich u.a. in modernen Seekarten findet und Bestandteil des Unicode-Zeichensatzes ist. Er wird als fünfzackiger Stern mit dunklen und hellen Schattierungen dargestellt, die eine plastische Wirkung hervorrufen.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Verwendung des nautischen Sterns ist ungeklärt. Inhaltlich wird er mit dem Leitstern der Seeleute, dem Polarstern, in Verbindung gebracht. Dieser steht nahe dem Azimut am Himmel und diente den Seeleuten über viele Jahrhunderte zur Navigation.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nautische Sterne zeigt auf Kompassrosen von Seekarten die geographische Nordrichtung an.

Seekarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderne Seekarten verwenden das gleiche Symbol zur Anzeige von geographisch Nord auf dem äußeren der zwei Kompasskreise einer Kompassrose. Dort symbolisiert er den Polarstern.[1][2] Der U.S. Coast & Geodetic Survey war bereits um 1900 dazu übergegangen, dieses Symbol auf seinen zweikreisigen Kompassrosen zu verwenden.[3][4] (Frühere Karten verwendeten hier die Fleur de lis).

Zeichencodes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Symbol ist Bestandteil des Unicode-Zeichensatzes. Es befindet sich dort im Dingbats-Codeblock unter der Unicodenummer U+272F mit der englischsprachigen Bezeichnung PINWHEEL STAR beziehungsweise der deutschsprachigen Bezeichnung Fünfzackige Kompassrose (). Diese Zeichen wiederum basieren größtenteils auf dem 1978 durch Hermann Zapf entworfenen Zeichensatz ITC Zapf Dingbats, der 1985 durch Steve Jobs als Standardfonts für den LaserWriter ausgewählt und nachfolgend sehr populär wurde.[5]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nautische Stern wird auch als Grundmotiv für Tattoos verwendet. War das Motiv früher ein Symbol für die glückliche Heimkehr der Seeleute durch den leitenden Polarstern, steht er heute im übertragenen Sinn dafür, den Sinn des Lebens zu finden. Mitunter wird er auf Sailor Jerry zurückgeführt.[6][7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NOAA Chart User's Manual, Chapter 2: General Information (PDF; 1,2 MB (Memento vom 15. März 2007 im Internet Archive))
  2. David Greenhood: Mapping. The University of Chicago Press, 1964, S. 64 (Digitalisat)
  3. New York Bay and Harbour, Coast Chart No. 120, 1:8000, 1900
  4. Jonathon L. McConnel: U.S. Coast and Geodetic Survey Nautical Charts: A Cartographic History. Dissertation, Juni 2007 (PDF; 7,16 MB)
  5. Hermann Zapf, ITC & Apple: The History of ITC Zapf Chancery & ITC Zapf Dingbats, abgerufen am 3. März 2016.
  6. Terisa Green: Nautical Star. In: The Tattoo Encyclopaedia. 2003 (Digitalisat)
  7. John Reardon: The Complete Idiot's Guide to Getting a Tattoo. Penguin 2008, ISBN 1-440-63626-5, Kap. 3, S. 43.