Navjote

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Navjote-Zeremonie

Die Navjote-Zeremonie ist in der zoroastrischen Religion die rituelle Bekleidung mit Hemd (Sedre) und Gürtel (Kusti). Da das Tragen von Sedre und Kusti das identifizierende Merkmal des Gläubigen ist, hat das Navjote-Ritual den Charakter einer Initiation in die Religionsgemeinschaft.

Bei den Parsen in Indien wird vor der Einkleidung ein Reinigungsritual durchlaufen und es wird ein Sündenbekenntnis rezitiert, was ebenso wie die Einkleidung selbst von einem Priester (Mobed) durchgeführt wird. Bei der Einkleidung streift der Priester das Sedre über das Kind und hilft ihm anschließend beim ersten Binden des Kusti. Nach der Einkleidung malt der Priester dem Kind ein rotes Glückszeichen auf die Stirn, überreicht ihm von einem Metalltablett glücksbringende Gegenstände (z. B. eine Kokosnuss), spricht über das vor ihm sitzende Kind Segensformeln und bewirft es mit Rosenblättern, Reiskörnern, Granatapfelsamen und Kokosraspeln. Anschließend findet eine große Feier statt, bei der das Kind Geschenke erhält.

Die Einkleidung erfolgt in Indien im Alter von 7 bis 10 Jahren, im Iran sind die Kinder etwas älter. Eingekleidet werden bei den konservativen Zorastriern nur (männliche) Nachkommen von Zoroastriern, was dort zum Rückgang der Zahl der Gläubigen beiträgt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Stausberg: Zarathustra und seine Religion. Beck, München 2005, ISBN 3-406-50870-7, S. 10, 109-112

Weblinks[Bearbeiten]