Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis

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Filmdaten
Deutscher TitelNear Dark – Die Nacht hat ihren Preis
OriginaltitelNear Dark
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1987
Länge94 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
Stab
RegieKathryn Bigelow
DrehbuchKathryn Bigelow,
Eric Red
ProduktionSteven-Charles Jaffe,
Eric Red
MusikTangerine Dream
KameraAdam Greenberg
SchnittHoward E. Smith
Besetzung

Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis ist ein US-amerikanischer Independent-B-Movie-Horrorfilm mit Gangster-, Western- und Roadmovie-Elementen von Regisseurin Kathryn Bigelow aus dem Jahr 1987, produziert von F/M-Entertainment. Der Film beschäftigt sich mit den Themen körperlicher und persönlicher Abhängigkeit. Obwohl es offenbar ein Vampir-Film ist, wird das Wort „Vampir“ dabei nie erwähnt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caleb ist ein junger Cowboy, der mit seiner kleinen Schwester und seinem Vater auf einer einsamen Ranch lebt. Abends fährt er in den benachbarten Ort, wo er auf die zurückhaltende aber sehr hübsche Mae trifft, die ihm sofort gefällt. Sie bittet Caleb nach einem kurzen Gespräch, sie nach Hause zu fahren. Er fährt zuvor mit ihr auf seine Ranch, um ihr sein Pferd zu zeigen, das allerdings vor ihr scheut. Mae erklärt ihm, dass Pferde sie nicht sonderlich mögen. Als sie bemerkt, wie spät es bereits ist, möchte sie sofort nach Hause gebracht werden. Unterwegs hält Caleb jedoch an, um einen Kuss von ihr zu erpressen. Mae ist sehr unruhig, da die Morgendämmerung schon eintritt. Aber schließlich küsst sie ihn doch und beißt ihn dabei in den Hals. Statt ihn jedoch auszusaugen, läuft sie plötzlich davon.

Zunehmend geschwächt macht sich Caleb zu Fuß auf den Weg nach Hause, weil plötzlich sein Truck nicht mehr anspringt. Kurz bevor er die Ranch erreicht, werden sein Vater und seine Schwester Zeuge, wie er entführt wird. Leute in einem großen Campingwagen mit abgedunkelten Scheiben zerren ihn in den Wagen und nehmen ihn mit. Darin befinden sich Mae und ihre Freunde, die Caleb sofort den Rest geben und ihn töten wollen. Als Mae ihren Freunden aber klarmacht, dass sie ihn gebissen aber nicht ausgesaugt hat, ändern sie ihre Meinung und wollen ihm eine Woche lang eine Chance geben, sich in die Gruppe zu integrieren. Dafür muss er töten, jede Nacht aufs Neue, um überleben zu können und dazuzugehören. Doch er scheitert dabei kläglich, und als er die Gruppe durch ein Missgeschick in große Gefahr bringt, wollen sie ihn töten. Caleb sieht eine Chance, sie vor der Polizei zu retten, was ihm sehr viel Respekt einbringt. Neue Schwierigkeiten tun sich auf, als sie in einem Motel absteigen, in dem Calebs Familie auf der Suche nach ihm ebenfalls untergekommen ist. Die Bande will Calebs Vater und Schwester töten, weil diese ihre Gesichter gesehen haben. Caleb will das nicht zulassen und bittet sie, es nicht zu tun. Calebs Schwester öffnet die Tür, um zu fliehen, dabei dringt die Morgensonne in den Raum und rettet so ihr Leben. Calebs Familie kann flüchten und ihn dabei mitnehmen. Durch eine Bluttransfusion wird er davor bewahrt, sich endgültig zu verwandeln. Als seine Schwester aber in der Nacht entführt wird, macht er sich mit seinem Pferd auf den Weg, um sie zu suchen. Dabei tötet er zuerst Severen durch einen explodierenden Truck, der Rest der Bande verbrennt bei Tagesanbruch im Sonnenlicht. Caleb kann so seine Schwester und sogar Mae retten. Er vollzieht an ihr ebenfalls eine Bluttransfusion, die Mae ihr richtiges Leben zurückgibt und sie sterblich macht. Der Film endet damit, dass Caleb Mae in ihrer Angst vor der aufgehenden Sonne beruhigt.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Near Dark bekam wegen der zum Teil expliziten Gewaltdarstellung keine sonderlich guten Kritiken und fiel auch beim Publikum durch, wurde somit ein finanzielles Desaster für die Produzenten.

Aktuelle Filmrezensionen finden auch lobende Worte für Bigelows Film. Die Mischung aus Western und Horror, sowie die technisch saubere Arbeit werden als Gründe für Bigelows handwerkliche Souveränität genannt.

„Bigelow begreift mit ihrer Western-Punk-Variante von Bram Stokers Roman Dracula (1897) die Welt der Vampire vor allem als lebensfeindliche Umgebung. Zusätzlich zum gefährlichen Sonnenlicht und der Furcht, nicht genügend Nahrung zu bekommen, fokussiert sich die Erzählung auf soziale Anpassungsmechanismen. […] Beinahe schon Neo-Noir in Perfektion, etabliert der Horrorfilm eine Bildsprache, die ganz bewusst den Kampf zwischen dem (Schein-)Menschen und seiner unzähmbaren Natur in den Vordergrund rückt.“

critic.de[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kathryn Bigelow gewann den Silver Raven beim International Fantasy Film Festival für die beste Regie.
  • Weitere Nominierungen waren unter anderem der Saturn Award für die beste Regie, bester Nebendarsteller Bill Paxton, beste Nebendarstellerin Jenette Goldstein und bester Jungschauspieler für Joshua John Miller der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films in den USA.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Oktober 2003 (PDF; Prüf­nummer: 59 909 V).
  2. Stefan Jung: Als die Nacht noch dunkel war. Kathryn Bigelows Vampir-Horror Near Dark zählt zu den stilsichersten Werken des Genres. In: critic.de, 14. März 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]