Nebelschlussleuchte

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Bei diesem Opel Corsa sitzt die Nebelschlussleuchte in der linken unteren Ecke des Stoßfängers. Aus optischen Gründen ist auf der anderen Fahrzeugseite eine Attrappe eingebaut.

Eine Nebelschlussleuchte ist eine hinten am Fahrzeug angebrachte, besonders helle rote Zusatzleuchte. Im Vergleich zu den Schlussleuchten strahlt sie etwa 12- bis 20-mal stärker.[1] Sie dient dazu, das Fahrzeug bei starkem Nebel besser erkennbar zu machen. Nebelschlussleuchten müssen entweder paarweise symmetrisch, oder einzeln, in der Fahrzeugmitte oder links davon, angebracht werden.

Die Nebelschlussleuchte ist ein Instrument der aktiven Sicherheit. Da sie aufgrund ihrer Helligkeit den nachfolgenden Verkehr stark blenden kann, ist ihr Betrieb mit strikten Regelungen eingeschränkt, welche jedoch je nach Land variieren.

Einsatz in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland müssen seit dem 1. Januar 1991 erstzugelassene Autos mit einer Höchstgeschwindigkeit über 60 km/h und ihre Anhänger mit einer oder zwei Nebelschlussleuchten ausgerüstet sein. Andere Kraftfahrzeuge (zum Beispiel Traktoren, Motorräder) und Anhänger unter 60 km/h dürfen mit einer Nebelschlussleuchte ausgerüstet sein. Bei Altfahrzeugen ist eine Nachrüstung nicht erforderlich. Bei Importen von Autos aus Ländern, in denen normalerweise keine Nebelschlussleuchte eingebaut wird, ist eine Nachrüstung im Rahmen einer sogenannten Homologation erforderlich.[2]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daihatsu Cuore mit Nebelschlussleuchte im Stoßfänger, damit die gesetzlich geforderten zehn Zentimeter Abstand zu den Bremsleuchten eingehalten werden

Gemäß § 17 der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) dürfen Nebelschlussleuchten in Deutschland nur benutzt werden, wenn die Sichtweite durch Nebel weniger als 50 m beträgt (§ 17 Abs. 3 Satz 5 StVO). Das ist in Deutschland der Abstand der Leitpfosten am Rand von Landstraßen und Autobahnen bei gerader Streckenführung, wodurch diese geeignet sind, die Sichtweite festzustellen. Die Sichtbehinderung darf nicht nur durch Regen verursacht sein.

In § 3 StVO gibt es zusätzlich folgende Bestimmung zur Höchstgeschwindigkeit bei Nebel: Wenn die Sichtweite durch Nebel bedingt weniger als 50 m beträgt (die gleiche Voraussetzung wie für die Benutzung der Nebelschlussleuchte), darf die Geschwindigkeit maximal 50 km/h betragen. Daher ist bei korrekter Benutzung der Nebelschlussleuchte maximal eine Geschwindigkeit von 50 km/h zulässig.

Ein Nutzungsverbot innerorts besteht nicht.

Eine Kontrollleuchte mit gelbem Licht im Armaturenbrett ist vorgeschrieben. Trotzdem ist es in der Praxis häufig zu beobachten, dass Fahrer nach Durchfahren einer nebligen Stelle das Ausschalten der Nebelschlussleuchte vergessen. Die missbräuchliche Verwendung kann als Ordnungswidrigkeit mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro geahndet werden. Kommt es durch einen falschen Gebrauch zu einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder gar zu einem Unfall, beträgt das Verwarnungsgeld 25 bzw. 35 Euro.

Opel Kadett mit einem Rückfahrscheinwerfer in der Rückleuchteneinheit der Beifahrerseite. In der Einheit der Fahrerseite ist die Nebelschlussleuchte integriert.

In einem Zug (Fahrzeug mit Anhänger(n)) brauchen nur die Nebelschlussleuchten am letzten Anhänger zu leuchten. Das spart zum einen Strom, zum anderen reduziert sich damit die Eigenblendung, die die starke Nebelschlussleuchte der Zugmaschine durch Reflexionen am Anhänger erzeugen würde. Das Abschalten der Nebelschlussleuchten am Zugfahrzeug oder am ersten Anhänger ist aber nur dann zulässig, wenn das jeweilige Ab- bzw. Wiedereinschalten selbsttätig durch Aufstecken bzw. Abziehen des Steckers für die Anhängerbeleuchtung erfolgt.

Nach ECE R48 darf bei Betrieb eines Anhängers das Nebelschlusslicht des Zugfahrzeuges abgeschaltet werden. Bei Anbau von Ladungsträgern (z. B. Fahrradträgern) mit Leuchteneinheiten muss es abgeschaltet werden, um die Blendung zu verringern. Das selbsttätige Ab- und Wiedereinschalten am Zugfahrzeug wird realisiert durch

  • einen mechanischen Abschaltkontakt in der Anhängersteckdose
  • das Anhängersteuergerät bei Erkennen des Anhängers (automatisch).
  • einen in der Anhängersteckdose verbauten Mikroschalter mit zusätzlichem Abschaltrelais

Einsatz in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz ist der Einsatz von Nebelschlussleuchten nicht obligatorisch und nur unter bestimmten Bedingungen gestattet. Nebellichter und Nebelschlusslichter dürfen gemäss Art. 30 der Schweizerischen Verkehrsregelnverordnung (VRV) nur verwendet werden, wenn die Sicht wegen Nebels, Schneetreibens oder starken Regens erheblich eingeschränkt ist.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Kasedorf, Richard Koch: Service-Fibel für die Kfz-Elektrik. 15. Auflage, Vogel Buchverlag, 2007, ISBN 978-3-8343-3098-7
  • Rudolf Hüppen, Dieter Korp: Autoelektrik alle Typen. Motorbuchverlag, Stuttgart, 1968, ISBN 3-87943-059-4
  • Hans-Hermann Braess, Ulrich Seiffert: Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik, 6. Auflage, Verlag Vieweg + Teubner Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-8348-1011-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der richtige Einsatz von Nebelschlusslicht, Licht-Test.de
  2. http://www.icbdubai.com/diplomatic_cars_newsletter/Diplo_Newsletter_2.pdf
  3. Bundeskanzlei - P: SR 741.11 Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV). Abgerufen am 29. Januar 2017.