Neoimpressionismus

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Neoimpressionismus bezeichnet eine Stilrichtung in der Malerei. Der Begriff wurde von dem Kritiker Félix Fénéon im Juni 1886 in einem Beitrag, in Form einer Rezension[1], für die belgische Zeitschrift L’art Moderne geprägt. Ausgeführt hatte Fénéon den Bericht in seinem eigenem Buch Les Impressionistes, ebenfalls 1886. Er wollte damit die Malweise Georges Seurats, sowie später dessen Anhänger, von der der Impressionisten unterscheiden und formte erstmals die Bezeichnung néo-impressionisme.

Die Stilrichtung sollte später auch unter der von Paul Signac geprägten Bezeichnung Pointillismus (Punktierstil) bekannt werden. Seurat dagegen bevorzugte die Bezeichnungsweise Divisionismus (Teilungsmalerei).

Diese Stilrichtung gilt als Ausdrucksform des Post-Impressionismus, wie beispielsweise Cloisonismus oder Synthetismus.[1] Heutzutage wird der Begriff Neoimpressionismus sowohl synonym für Pointillismus, als auch in unscharfer Abgrenzung überlappend mit den Begriffen Spät-, Nach- bzw. Post-Impressionismus gebraucht.

Differenzierung Impressionismus und Neoimpressionismus  [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Impressionistische Maler kennzeichneten sich dadurch aus, die Natur mit Effekten der Farbe und des Lichtes zu dokumentieren. Der grundlegende Unterschied zu Neoimpressionisten hierbei ist, dass diese sich wissenschaftliche Prinzipien von Optik und Farbe zunutze machten. Resultat waren streng formale Kompositionen.[1] Neoimpressionisten wollen die Essenz einer Landschaft oder Persönlichkeit festhalten, weshalb diese das Prinzip der vergänglichen Wirklichkeit des Impressionismus ablehnten.[2]

Charakteristik  [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die streng formalen Kompositionen waren Ergebnis einer speziellen Technik, welche im Nachhinein den Namen Divisionismus bzw. Pointillismus erhielt. Die Farben wurden nicht wie üblich auf einer Palette gemischt, sondern einzeln auf der Malfläche aufgetragen, um durch die Anordnung und Gruppierung der Farbpunkte einen Farbton zu erhalten und eine Komposition zu schaffen. Letztendlich setzt das Auge und die Wahrnehmung des Betrachters das Bild zusammen, nicht die Farbpalette des Künstlers.  

Diese präzise Handhabung der Farbpunkte ist auf den Begründer Georges Seurats zurückzuführen, welcher durch ein Studium farbtheoretischer Literatur von Charles Blanc, Michel Eugène Chevreul und Ogden Rood auf die Idee des Systems der sogenannten Farblichtmalerei kam. Sein 1883 entstandenes Gemälde Badende in Asnières legte dabei beispielhaft den Grundbaustein dieser Bewegung.[1]

Von den Anfängen der Farbpunkte kam es förmlich zu einer Stilentwicklung: der Pinselstrich und somit dessen Form wurden individueller. Cross und Signac führen diese Entwicklung zwischen den Jahren 1893 bis 1898 voran.[2] Das erweiterte das Spektrum künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten in diesem Stil.

Zeitliche Eingrenzung  [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Rahmen des Neoimpressionismus ist auf das Jahr 1884 bis 1935 zu setzten. Der Anfang wurde durch das erste Gemälde Seurats gesetzt, das Ende durch das Ableben eines der bekanntesten Verfechter der Bewegung, Paul Signac. Signac wurde maßgeblich von Seurat beeinflusst. Seurat selbst starb im Alter von 31 Jahren, im Jahr 1891, an Meningitis und eine Reihe anderer Krankheiten.[1]

Maler des Neoimpressionismus  [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Allan Antliff: Anarchie und Kunst, Verlag Edition AV, 2011, ISBN 978-3-86841-052-5, S. 35–45.
  • Félix Fénéon: L’impressionisme aux Tuileries. In: L’art Moderne. Revue critique des arts et de la littérature, Jg. 5 (1886) vom 19. September 1886, ISSN 0774-2541.
  • Rainer Budde: Malerei auf den Punkt gebracht. In: Ders. (Hrsg.): Pointillismus. Auf den Spuren von Georges Seurat. Prestel, München 1997, ISBN 3-7913-1840-3 (Katalog der gleichnamigen Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum, 6. September bis 30. November 1997).
  • Cathérine Marquet (Hrsg.): Le Néo-Impressionnisme. De Seurat à Klee. Edition RMN, Paris 2005, ISBN 2-7118-4896-5 (Katalog der gleichnamigen Ausstellung, Musée d’Orsay).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neo-impressionism – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Lenny: Neoimpressionismus – Gedanken und Hintergründe zur Kunst von Seurat & Signac. In: Das kreative Universum. Ninetyfour Media LP, Kanada, 10. Juli 2019, abgerufen am 25. August 2020 (Schweizer Hochdeutsch).
  2. a b c d e f g h i Der Neoimpressionismus, von Seurat bis Paul Klee. Musée d'Orsay, 2005, abgerufen am 25. August 2020.