Netzrückwirkung

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Von Netzrückwirkung spricht man, wenn der Betrieb eines elektrischen Verbrauchers Einfluss auf die Stabilität des Stromnetzes nimmt. Solche Rückwirkungen können beispielsweise bei transienten Vorgängen (Spannungseinbrüche bedingt durch Schaltvorgänge oder nichtlineare Verbraucher (vor allem mit Bauteilen der Leistungselektronik wie IGBTs, Thyristoren)) etc. auftreten. Letzterer Fall führt zu Oberschwingungen in den Strömen und Spannungen.

Beispielsweise nimmt ein in IGBT-Bauweise ausgeführter Vierquadrantensteller, der dem Netz nahezu sinusförmigen Strom entnimmt, wesentlich weniger Einfluss auf das Oberschwingungsspektrum in einem Stromnetz als ein gewöhnlicher Thyristorsteller mit Phasenanschnittsteuerung.

Spannungseinbrüchen durch den hohen Anlaufstrom von elektromotorischen Verbrauchern kann man mit Sanftanlaufgeräten, zeitversetzter Zuschaltung oder anderen Maßnahmen begegnen.

Somit kann bereits durch den schaltungstechnischen Aufbau eines oder mehrerer Verbraucher Einfluss auf das Ausmaß der Netzrückwirkungen genommen werden.

Falls die genannten Maßnahmen nicht hinreichend sind, muss man durch den Einbau geeigneter Filter (Saugkreis, Tiefpassfilter) versuchen, die Netzrückwirkungen zu minimieren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Kopp: Frequenzumrichter – Emission über Leitung. Definition des Begriffes, die Problematik von Frequenzumrichtern als Störquelle und Maßnahmen dagegen. Grin Verlag, Norderstedt 2007, ISBN 978-3-638-69268-7.
  • Dieter Anke: Leistungselektronik. Wissenschaftsverlag, Oldenburg 2000, ISBN 3-486-22634-7.
  • Kurt Feser: Elektromagnetische Verträglichkeit. 12. Internationale Fachmesse und Kongress für Elektromagnetische Verträglichkeit. VDE Verlag, Berlin und Offenbach 2004, ISBN 3-8007-2810-9.