Niveaumenge

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Niveaumengen (schwarze Linien) um einen Sattelpunkt einer Funktion von zwei Variablen

In der Mathematik bezeichnet man mit Niveaumenge oder Levelmenge die Menge aller Punkte des Definitionsbereichs einer Funktion, denen der gleiche Wert zugeordnet ist. Eng verwandte Begriffe für Funktionen mit Werten in einer geordneten Menge sind die der Subniveaumenge, die alle Punkte enthält, deren Funktionswerte einen vorgegebenen Wert nicht überschreiten, und der Superniveaumenge, die alle Punkte enthält, deren Funktionswerte einen vorgegebenen Wert nicht unterschreiten.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es seien U,V Mengen, f\colon U \to V eine Funktion und c \in V ein Wert aus der Zielmenge, dann heißt

\mathcal N_f(c) :=  f^{-1}(c) = \{x\in U \mid f(x)=c\} \subseteq U

die Niveaumenge der Funktion f zum Niveau bzw. Level c.

Trägt V eine Ordnungsrelation \leq (mit Umkehrrelation \geq), können wir folgende Begriffe definieren.

Als Subniveaumenge wird die Menge

\mathcal L^\leq_f(c) := \{x \in U \mid f(x) \leq c\}

bezeichnet, im Falle V=\R ist \mathcal L^\leq_f(c) = f^{-1}(\left(-\infty,c\right]).

Als Superniveaumenge wird die Menge

\mathcal L^\geq_f(c) := \{x \in U \mid f(x) \geq c\}

bezeichnet, im Falle V=\R ist \mathcal L^\geq_f(c) = f^{-1}(\left[c, \infty \right)).

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Physik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für zweidimensionale Skalarfelder ist diese Menge zumeist eine Linie und man spricht von einer Isolinie oder Niveaulinie. Für dreidimensionale Skalarfelder (zum Beispiel für skalare Potentialfelder) ist diese Menge zumeist eine gekrümmte Fläche und man nennt sie Isofläche oder Niveaufläche (z. B. Höhenlinien).
Der Begriff Niveaufläche wird aber auch für andere Kraftfelder wie einem elektrischen Feld oder einem Magnetfeld verwendet.

Wirtschaftswissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für eine Produktionsfunktion f\colon (0, \infty)^n \to (0, \infty) sowie ein Produktionsniveau c \in (0, \infty) ist \mathcal N_f(c) = f^{- 1}(c) die Menge aller Bündel von Produktionsfaktoren, mit denen sich die Menge c generieren lässt. Die Menge \mathcal N_f(c) wird als Isoquante zum Produktionsniveau c bezeichnet.[1]

Verallgemeinerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ist die Funktion reell-vektorwertig, hat also als Bildraum den  \R^n und ist dieser mit einer verallgemeinerten Ungleichung  \preccurlyeq_K versehen, so lässt sich die Subniveaumenge verallgemeinern zu

\mathcal L^\leq_f(c) := \{x \in U \mid f(x) \preccurlyeq_K c\}

und die Superniveaumenge zu

\mathcal L^\geq_f(c) := \{x \in U \mid f(x) \succcurlyeq_K c\}.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus D. Schmidt: Mathematik. Grundlagen für Wirtschaftswissenschaftler. 2. Aufl. Springer-Verlag, Berlin 2000, ISBN 978-3-540-66521-2, S. 369 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).