Nizam

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Dieser Artikel behandelt den muslimischen Titel; für den türkischen Fußballspieler siehe Musa Nizam.

Nizam al-Mulk (arabisch: نظام الملك; im Deutschen auch Nisam) ist der Titel der islamischen Herrscher des Fürstenstaats Hyderabad in Indien, der von 1724 bis 1949 bestand.

Aufkommen des Titels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Titel Nizam al-Mulk (= „Administrator des Reiches“) wurde erstmals im 11. Jahrhundert von den Seldschuken-Sultanen von Bagdad, Alp Arslan und Malik Shah, an ihren Großwesir Abu Ali al-Hasan verliehen. In Urdu taucht er erstmals um 1600 auf.

Nizam von Hyderabad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Nizam-ul-Mulk, Asaf Jah I. (1671–1748), der große Teile Südindiens als Statthalter der Großmoguln verwaltete, regierte zeitweise auch das gesamte Mogulreich für dessen nominellen Herrscher in den Jahren zwischen 1713 und 1721. Nach dem Tode Aurangzebs (1707) und dem daraufhin erfolgenden Zerfall des Mogulreiches wurde seine Herrschaft in Hyderabad 1724 als Eigentum der Asaf-Jahi-Dynastie eigenständig und hatte bis zur indischen Unabhängigkeit Bestand.

Der Nizam von Hyderabad war einer von nur fünf fürstlichen Herrschern in Britisch Indien, und unter diesen der ranghöchste, denen vor dem Ende der britischen Herrschaft ein 21-Kanonenschuss Salut zustand.[1]

Der letzte regierende Nizam von Hyderabad, Asaf Jah VII., muslimischer Herrscher einer mehrheitlich hinduistischen Bevölkerung, wollte zwar seine Unabhängigkeit bewahren oder dem islamisch geprägten Staat Pakistan beitreten, doch die indische Armee besetzte das Herrschaftsgebiet im Rahmen der „Operation Polo“ im September 1948.

Seit Asaf Jah III. (1768–1829) sind alle Nizams von Hyderabad in den königlichen Gräbern der Mekka-Moschee in der Nähe des Charminar in Hyderabad beigesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. India Salute States

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Encyclopaedia of Islam, 2. A., s. v. Nizam und Nizam al-Mulk

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]