Nokia Series 40

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Nokia 6280: Eines der ersten Telefone mit der dritten Generation von Series 40

Nokia Series 40 ist eine Benutzeroberfläche für Mobiltelefone, die auf Nokia OS basiert.[1] Es wurden bislang 1,5 Milliarden Telefone mit der Benutzeroberfläche verkauft.[2] Alle Series-40-Geräte basieren auf einem ARM-Prozessorkern und unterstützen eine Vielzahl verschiedener Mobilfunkstandards, wie z. B. GSM, UMTS und CDMA2000. Nach der Übernahme von Nokias Handysparte durch Microsoft wurde Series 40 ab Juli 2014 nicht mehr weiterentwickelt und sein Pflege und Unterstützung Ende 2015 ganz eingestellt.[3]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Series 40 verwendet als Grundlage ein einfacheres Betriebssystem als die Smartphone-Oberflächen S60, Series 80 und Series 90, die auf dem Multitasking-Betriebssystem Symbian OS basieren. Series-40-Geräte unterscheiden sich von symbianbasierten Plattformen darin, dass sie kein echtes Multitasking unterstützen und nicht über eine native Code-API für andere Hersteller verfügen, wodurch nur in Java geschriebene MIDlets installiert werden können. Das fehlende Multitasking ist der Grund dafür, dass die Series-40-Benutzeroberfläche reaktionsfähiger und schneller wirkt als andere Nokia-Plattformen, aber wesentlich langsamer beim Ausführen zusätzlich installierter Anwendungen ist.

In der Vergangenheit waren Series-40-Geräte auf kleinere Bildschirmauflösungen wie z. B. 128×128 Pixel beschränkt. Mit der Einführung des Nokia 6270 bzw. des Nokia 6280 (und mit ihnen der dritten Generation der Series-40-Oberfläche) wurden Bildschirmauflösungen mit bis zu QVGA (240×320 Pixel) möglich. Die letzte 6th Edition der Series 40 ermöglichte sogar Display-Auflösungen von HVGA (320×480 Pixel). Seit der Einführung von Series 40 6th Edition Feature Pack 1 auf dem Nokia X3-02, unterstützte die Series 40-Oberfläche auch Touchscreens.[4]

Ab 2011 wurden Nokia Asha-Mobiltelefone mit der „S40 Platform“ ausgestattet und diese als „Asha-Platform“ geführt.[5] Dazu wurde die Oberfläche grundlegend überarbeitet und um von Smartphones bekannte Features erweitert. Asha-Geräte werden daher von Nokia als Smartphones bezeichnet, was jedoch strittig ist, da die Asha-Platform immer noch kein vollwertiges Multitasking besitzt und sich keine nativen Apps installieren lassen. Die Geräte bilden eine Zwischenkategorie zwischen Smartphones und Featurephones. Zielmärkte sind Entwicklungsländer in Afrika, Asien und Südamerika und der Niedrigpreissektor in westlichen Ländern als Einsteigersmartphone.[6]

Editionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nokia Series 40 hat sich seit Einführung stetig weiterentwickelt und wurde chronologisch in Editionen gegliedert. Eine weitere Unterscheidung im Funktionsumfang spiegelt sich in Form von Feature Packs (FP) wider. Zusätzlich werden abgespeckte Editionen mit verringertem Funktionsumfang als Lite bzw. Limited Edition (LE) gekennzeichnet.[7]

  • 1st Edition (Series 40 Developer Platform 1.0)
  • 2nd Edition (Series 40 Developer Platform 2.0)
  • 3rd Edition (3rd Edition FP1; 3rd Edition FP2)
  • 5th Edition (5th Edition LE; 5th Edition FP1; 5th Edition FP1 LE; 5th Edition FP2; 5th Edition FP2 LE)
  • 6th Edition (6th Edition LE; 6th Edition FP1; 6th Edition FP1 LE; 6th Edition FP2; 6th Edition FP2 LE)

Letztlich wurde die Series 40 6th Edition durch die Nokia Asha Software Platform abgelöst.

Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standard-Anwendungen sind ein XHTML-Browser und ein E-Mail-Programm mit POP3- und IMAP-Unterstützung. Der XHTML-Browser kann auf die meisten Webinhalte über das XHTML/HTML-Gateway des Mobilfunkanbieters zugreifen.

Eine Einschränkung stellt die fehlende Verknüpfung der E-Mail-Anwendung mit anderen Applikationen dar; das Auswählen einer E-Mail-Adresse aus dem Adressbuch oder der Klick auf einen E-Mail-Link auf einer Webseite öffnet nicht das E-Mail-Programm. Manche Modelle haben sogar zwei E-Mail-Anwendungen; die „echte“ IP/GPRS-basierte und einen Pseudo-E-Mail-Client, der die Nachricht über den SMS/SMTP-Netzübergang des Dienstanbieters zu senden versucht.

Unterstützung für SyncML-Synchronisation mit Diensten externer PIM-Anwendungen ist vorhanden. Viele Series-40-Geräte müssen diese Synchronisationseinstellungen durch eine Textnachricht mit Konfigurationseinstellungen erhalten. Ein manuelles Editieren ist nicht bei allen Parametern möglich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Software Daten eines S40-Telefons. In: Forum. Nokia. Abgerufen am 28. August 2008.@1@2Vorlage:Toter Link/www.forum.nokia.com (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  2. Pressemitteilung. Nokia. Abgerufen am 25. Januar 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/press.nokia.com (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  3. Volker Briegleb: Series 40 und Asha: Microsoft stampft Nokias Handysparte ein. Heise.de, 18. Juli 2014; abgerufen am 5. Dezember 2017.
  4. Daten des Nokia X3-02. In: Forum. Nokia. Abgerufen am 18. August 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.forum.nokia.com (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  5. (Titel unbekannt). (Nicht mehr online verfügbar.) Nokia; ehemals im developer.nokia.com Original; abgerufen am 2013.developer.nokia.com @1developer.nokia.com @2Vorlage:Toter Link/developer.nokia.com (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in developer.nokia.com Webarchiven)
  6. Oliver Völker: Nokia bringt neue Asha-Handys mit Touchscreen. (Nicht mehr online verfügbar.) big-screen.de; ehemals im Original; abgerufen am 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www.big-screen.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  7. Nokia Series. Übersicht. nokiaport.com; abgerufen am 5. Dezember 2017.