Normbrunnenflasche

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Normbrunnenflasche

Die Normbrunnenflasche für Mineralwasser oder Brunneneinheitsflasche (umgangssprachlich Perlenflasche) ist eine 0,7-Liter-Mehrwegflasche aus Klarglas mit Schraubverschluss für kohlensäurehaltiges Mineralwasser, Limonaden und ähnliche Getränke, deren Einführung am 8. August 1969 beschlossen wurde. 1969/1970 kam die Flasche in Deutschland auf den Markt. Grund der Einführung war, den Anbietern solcher Getränke bundesweit ein standardisiertes Vertriebssystem zu ermöglichen, das auf die Konkurrenz der Coca-Cola Company, die damals verstärkt auf den deutschen Markt drängte, reagieren konnte. Sie ist mit 0,15  bepfandet.

Die wesentliche technische Neuerung war der Schraubverschluss. Er ermöglicht eine automatische Abfüllung mit wesentlich mehr Abfüllungen pro Stunde. Zugleich ging im Vergleich zu den Hebelverschlussflaschen die Zahl der bei der Abfüllung beschädigten Flaschen zurück. In puncto Wirtschaftlichkeit brachte die Perlenflasche den Mineralbrunnen enorme Vorteile, da die Umlaufhäufigkeit der Flaschen erhöht werden konnte: Bei gleichem Flaschenbestand war es einem Mineralbrunnen so möglich, eine höhere Anzahl an Füllungen durchzuführen. Dies gelang, weil die Perlenflasche von Anfang an als bundesweiter Mehrwegpool geführt wird. Unabhängig davon, wo eine Flasche abgefüllt wurde, kann sie bei praktisch jedem Händler zurückgegeben werden und braucht nur zum nächstgelegenen Abfüller zurücktransportiert zu werden.

Die Normbrunnenflasche wurde 1968 vom Industriedesigner Günter Kupetz entworfen. Charakteristisch für die Form ist die Einschnürung in der Mitte, die einen sicheren Griff ermöglicht, ergänzt um darüber liegende 230 Noppen, die zusätzlich die Griffsicherheit erhöhen und das Sprudeln des Inhalts beim Öffnen symbolisieren sollen. In der Einschnürung steht umlaufend in Reliefschrift „Deutscher Brunnen“ und – umgeben von zwei Logos mit der Aufschrift „GDB“ für Genossenschaft Deutscher Brunnen – „Leihflasche“ oder „Mineralbrunnen Mehrweg-Leihflasche“ mit nur einem GDB-Logo. Der darunterliegende, zylindrische Teil der Flasche, der für die Etiketten bestimmt ist, wird oben und unten von zwei kaum wahrnehmbaren Wulsten begrenzt, welche die Oberfläche der Flaschen und die Etiketten während des automatischen Befüllens und Reinigens sowie beim Transport schützen. Gleichzeitig sind sie ein ungefährer Indikator dafür, wie oft eine Flasche wiederverwendet wurde: Im Lauf der Zeit bilden sich durch den Kontakt mit anderen Flaschen auf den Wulsten matte Ringe, die durch die Abnutzung nach und nach breiter werden. Wenn diese Ringe nach etwa 50-maligem Gebrauch eine Breite von mehreren Millimetern erreichen, wird die Flasche aussortiert.

Die Normbrunnenflasche war 1999 auf eine Briefmarke abgebildet: Vgl. http://www.prophila.de/images/stk/b/B26715z.jpg (Sondermarkenserie "Design in Deutschland"). Günter Kupetz wurde dort auch genannt.

Von 1971 bis 2006 wurden etwa fünf Milliarden Normbrunnenflaschen hergestellt. Die Flasche hat ganz bewusst ein Fassungsvermögen von 0,7 Litern, damit auch der letzte Rest des Getränks ggf. noch Kohlensäure enthält, was bei 1,0- oder 1,5-Liter-Flaschen aufgrund der häufigeren Öffnungs- und Verschlussvorgänge nicht mehr gegeben ist.

Mineralwasserkasten GDB Deutscher Brunnen

1983 wurde für stilles Mineralwasser eine grüne Glasflasche mit einfacherer Formgebung ohne Einschnürung und einem Fassungsvermögen von 0,75 Litern eingeführt.

Seit 1996 gibt es dem Entwurf von Kupetz nachempfundene Mehrwegflaschen aus dem Kunststoff Polyethylenterephthalat (PET) in verschiedenen Größen von 0,5 bis 1,5 Litern. Sie sind erheblich leichter als die je 600 Gramm schweren Normbrunnenflaschen, lassen sich jedoch nur etwa 15 bis 25 mal befüllen.

Die Normbrunnenflasche und die grüne 0,75-Liter-Flasche werden bis zu 50 mal wiederverwendet, die PET-Flaschen bis zu 25 mal. Die Kunststoffkästen haben etwa 100 Einsätze, bis sie nicht mehr umlauffähig sind und als Kunststoff recycelt werden.[1][2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten: Mehrweg in der Mineralwasserbranche (Stand 2013), Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB), abgerufen am 18. Dezember 2015
  2. Eine Flasche – viele Gesichter, GDB, abgerufen am 18. Dezember 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]