Norwegendebatte

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Als Norwegendebatte (engl. Norway Debate) oder Narvikdebatte (engl. Narvik Debate) wird eine der bedeutendsten Sitzungen in der Geschichte des britischen Unterhauses bezeichnet, die am 7. und 8. Mai 1940 im Parlament von Westminster stattfand. Diskutiert wurden die Versäumnisse der amtierenden konservativen Einparteienregierung, nachdem nach dem Scheitern der britischen Operation Wilfred die Besetzung Norwegens durch deutsche Truppen nicht hatte verhindert werden können. Das unmittelbare Ergebnis der Norwegendebatte war der Sturz der Regierung Chamberlain (1937–1940) und die Bildung der Regierung Churchill (1940–1945).

Verlauf[Bearbeiten]

Im Laufe der Debatte wurden die konservative Regierung und insbesondere der Regierungschef Neville Chamberlain wegen der Misserfolge des Norwegenfeldzuges massiv kritisiert, sowohl von Abgeordneten ihrer eigenen Regierungsfraktion (Duff Cooper, Roger Keyes, Leopold Amery) als auch durch Abgeordnete der liberalen (David Lloyd George) wie der Labour-Opposition (Clement Attlee). Diese bemängelten zunächst die unzureichende Planung und Vorbereitung sowie die mangelhafte Durchführung des britischen Norwegenunternehmens im Speziellen, verbreiterten schließlich jedoch den Fokus ihrer Kritik auf die gesamte Kriegsführung der Regierung Chamberlain.

Zuletzt gipfelte die Debatte in einer Rebellion großer Teile der Regierungsfraktion gegen ihre eigene Regierung, der sie in einer Abstimmung, die de facto – wenn auch nicht formal – eine Vertrauensfrage war, die Gefolgschaft verweigerten. Infolgedessen trat Chamberlain zwei Tage später als Premierminister zurück und Churchill wurde in das Amt berufen.

Originaltext der Debatte[Bearbeiten]

Der Originaltext der Debatte ist einsehbar in Hansard (Stenographische Protokolle der britischen Parlamentssitzungen): Fünfte Serie, Band 360, Spalten 1073–1196 und 1251–1366.