Notre-Dame (Poissy)

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Notre-Dame de Poissy

Die Pfarrkirche Notre-Dame in Poissy im französischen Département Yvelines (Region Île-de-France) ist eine im 12. Jahrhundert errichtete ehemalige Stiftskirche (frz. Collégiale), die bis zur französischen Revolution von einem Kanonissenstift betreut wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche erlebte Bauphasen vom Ende des 11. bis zum 16. Jahrhundert, so dass die ältesten Teile romanisch – Vier Kapitelle wurden im Jahr 1150 skulptiert – und die jüngeren gotisch sind. Um 1830 wurde sie durch den Architekten Auguste Goy, von 1845 bis 1869 von Viollet-le-Duc renoviert. Seit 1840 zählt sie zu den Monuments historiques.

Die Bedeutung dieser Kirche liegt vor allem darin, dass König Ludwig der Heilige (Saint Louis) hier am 25. April 1214 getauft wurde.

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche besteht aus einem Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, von denen eine Reihe von Kapellen abgehen. Ein Querschiff ist nicht vorhanden. Zwei Türme prägen das charakteristische Bild der Kirche: Dem quadratischen sehr massiven Westturm ist eine oktogonale Spitze aufgesetzt, der oktogonale Ostturm sitzt über dem östlichsten Joch des Hauptschiffs.

Der Chor ist auf den Sonnenaufgang am 15. August (Mariä Himmelfahrt) ausgerichtet, mit der Folge, dass er sich nicht in der gleichen Achse wie das Kirchenschiff befindet.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1903 von Charles Mutin errichtet, als Ersatz für ein Instrument der Orgelbauerfamilie Dallery. Im Zuge einer Restaurierung fügte der Orgelbauer Gutschenritter im Jahre 1959 vier Register im Récit hinzu. In den Jahren 2000–2003 wurde das Instrument von der Orgelbaufirma Manufacture Bretonne d'Orgues umfassend saniert. Es hat 27 Register auf zwei Manualwerken und Pedal; die Register des Pedals sind überwiegend Transmissionen und Extensionen von Registern der Manualwerke. Die Spieltrakturen sind mechanisch (mit Barker-Maschinen in der Grand Orgue), die Registertrakturen sind mechanisch, mit Ausnahme der Trakturen der vier Register von Gutschenritter, welche pneumatisch sind.[1]

Blick auf die Orgel
I Grand Orgue C–g3
1. Bourdon 16′
2. Montre 8′
3. Bourdon 8′
4. Flûte 8′
5. Prestant 4′
6. Doublette 2′
7. Trompette 8′
8. Clairon 4′
II Récit expressi C–g3
9. Quintaton 16′ (G)
10. Cor de nuit 8′
11. Gambe 8′
12. Voix céleste 8′
13. Flûte 4′
14. Nasard 223 (G)
15. Octavin 2′ (G)
16. Tierce 315 (G)
17. Plein-Jeu V
18. Basson 16′
19. Trompette 8′
20. Basson-Hautbois 8′
21. Clairon 4′
Pedalwerk C–f1
22. Contrebasse 16′
23. Soubasse (= Nr. 1) 16′
24. Basse (Ext. Nr. 1) 8′
25. Bourdon (= Nr. 3) 8′
26. Violoncelle (= Nr. 11) 8′
27. Basson (= Nr. 18) 16′
  • Koppeln: II/I (auch als Sub- und Superoktavkoppeln), I/P, II/P.
  • Spielhilfen: Appel GO, Appels d’anches GO und Récit
  • Anmerkung
(G) = Register von Gutschenritter
Grablegung Christi (um 1522)

Skulpturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere mittelalterliche Skulpturen sind als Einzelstücke Monuments historiques und stehen damit unter besonderem Schutz: Eine Grablegung Christi[2], eine Statue Johannes des Täufers, eine Statue „Heilige Anna und ihre Tochter Maria“ und die Heilige Barbara von Poissy.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Notre-Dame (Poissy) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zur Orgel (französisch)
  2. [Inventaire général du patrimoine culturel] (französisch)

Koordinaten: 48° 55′ 43″ N, 2° 2′ 31″ O