Gewölberippe

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Lehrgerüst zum Aufbau von Rippen

Unter einer Gewölberippe, auch kurz Rippe genannt, (englisch rib; italienisch nervatura; französisch nervure) wird in der Kunstgeschichte ein bogenförmiges Bauteil eines Gewölbes aus Naturstein verstanden, das eine tragende Funktion einnimmt. Rippen sind nicht immer sichtbar, sondern können innerhalb oder über der Gewölbeschale liegen. Lediglich der bearbeitete profilierte Teil der Rippe ist sichtbar.

Nach dem jeweiligen Einbauort wird unterschieden in Wandrippe, Schildrippe, Quer- oder Gurtrippe, Scheitelrippe und in Diagonalrippe. Eine weitere Unterscheidung findet nach der Gewölbeform statt: z. B. Kreuzrippe, Netzrippe oder Schlingrippe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Rippen hatten einen quadratischen Querschnitt (Bandrippe). In der Weiterentwicklung wurden sie schräg gefast und anschließend hinter der Fase profiliert (Kehlrippe). Die Rippenformen entwickelten sich zu immer reichhaltigeren Profilformen mit Rundstäben bis zum sogenannten Birnstab, der ein birnenförmiges Profil zeigt. In der Spätgotik wurden Rippen auch dekorativ und weitgehend ohne tragende Funktion verbaut (Tierceron, Lierne) oder sie hingen frei und losgelöst von der Gewölbeschale im Raum (siehe Abhängling).

Statik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die auf hölzernen Lehrgerüsten aneinandergefügten Rippen eines Gewölbes tragen sich, im Gegensatz zu den Gewölbekappen, nach dem Einsetzen des Schlusssteins selbst. Erst danach erfolgt die Aufmauerung der Gewölbekappen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Köpf: Bildwörterbuch der Architektur. 3. Auflage. Alfred Kröner, Stuttgart 1999, ISBN 3-520-19403-1, S. 384 f.