OIRT-Band

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Als OIRT-Band (bis 1960 OIR-Band) wird der noch in der ehemaligen Sowjetunion und einigen benachbarten Ländern für den UKW-Rundfunk genutzte Frequenzbereich zwischen 65,8 MHz und 74 MHz bezeichnet. Bis in die 1990er-Jahre wurde dieser Bereich auch in Osteuropa genutzt.

Die Bezeichnung OIRT-Band stammt von der osteuropäischen Rundfunk- und Fernsehorganisation Organisation Internationale de Radiodiffusion et de Télévision (OIRT), die ihren Sitz in Prag hatte. Sie galt als das „sozialistische Pendant“ zur westeuropäischen European Broadcasting Union (EBU). Es gab von der OIRT auch für den Fernsehempfang einen von der CCIR 601 abweichenden Fernsehstandard.

Nach der Wende in Osteuropa und der Auflösung der OIRT im Jahr 1992 wechselten zahlreiche ehemalige Mitgliedsländer der OIRT in den in weltweit verwendeten Frequenzbereich des VHF-Bands II von 87,5 bis 108,0 MHz. Zur Unterscheidung der beiden Frequenzbänder setzten sich auch die Begriffe FM low oder FM-OIRT für das OIRT-Band und FM high oder FM-CCIR für das Band II durch. Heute sind in Osteuropa Radiogeräte auf dem Markt, die beide Bänder empfangen können. Das Frequenzraster im OIRT-Band ist mit 10 kHz feiner als im CCIR-Band, in dem 50 kHz Standard sind.

Tschechien hat als erstes Land die komplette Umrüstung seiner UKW-Sender auf FM-CCIR abgeschlossen. Im Baltikum, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und den meisten GUS-Staaten ist die Umstellung weitgehend vollzogen. Einzelne Sender blieben im OIRT-Bereich aktiv.

Heute wird nur noch in Russland, der Ukraine, Moldawien und Weißrussland das OIRT-Band weiterhin intensiv genutzt. Auch diese Länder haben aber inzwischen das CCIR-Band freigegeben, in dem insbesondere neuere Programme und Privatsender Platz gefunden haben. Dieses kann aber dort nur zum Teil für Radio genutzt werden, weil in diesen Ländern einige Fernsehsender zwischen 87,5 und 100 MHz senden.

In den 1950er-Jahren begann der UKW-Hörfunk in der Tschechoslowakei, Polen und Ungarn zunächst im CCIR-Band. In der Folgezeit mussten die Länder jedoch nach dem von der OIRT ausgearbeiteten Wellenplan in das neu geschaffene OIRT-Band wechseln. Nur in der DDR und in Jugoslawien waren nie Sender im OIRT-Band aktiv.

Die Frequenzen des OIRT-Bandes werden in Westeuropa für andere Zwecke genutzt. Im unteren Bereich bis 68 MHz liegt der Fernsehkanal 4. Der Bereich darüber ist in Deutschland laut Frequenznutzungsplan der Bundesnetzagentur dem mobilen Betriebsfunk, mobilen Landfunkdienst und dem Eisenbahnfunk zugeteilt.

Einen vom weltweiten Standard abweichenden UKW-Frequenzbereich gibt es außer in den OIRT-Staaten noch in Japan, wo die Radiostationen zwischen 76 und 90 MHz senden.

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