Obelisco Flaminio

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Obelisk auf der Piazza del Popolo

Der Obelisco Flaminio ist ein ägyptischer Obelisk im Zentrum der Piazza del Popolo in Rom.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist 23,9 Meter hoch (mit Basis und Kreuz 36,50 Meter) und damit der zweithöchste nach dem Obelisken auf der Piazza San Giovanni in Laterano. Er ist von vier Löwen im ägyptischen Stil umgeben. Der Obelisk wurde von Sethos I. begonnen und von Ramses II. vollendet und 1200 v. Chr. in Heliopolis aufgerichtet.

Augustus brachte ihn um 10 v. Chr. nach Rom und ließ ihn auf der Spina des Circus Maximus aufstellen. Dort stand er bis ins frühe Mittelalter. Irgendwann stürzte er um und wurde von Schutt, Erde und Abfällen zugedeckt. 1471 wurde er von Leon Battista Alberti entdeckt, dann aber wieder vergessen. 1589 ließ Papst Sixtus V. den Obelisken an seinen heutigen Standort verbringen und durch seinen Architekten Domenico Fontana dort aufstellen. An der Spitze ließ er sein Wappen, drei Berge gekrönt von einem Stern, anbringen. Dieses Wappen findet man auch auf den Obelisken vor dem Lateran und auf dem Petersplatz. Giuseppe Valadier schuf dann bei der Neugestaltung des Platzes zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Brunnen mit ägyptischen Figuren, der den Obelisken heute umschließt.

Die antike Weiheinschrift ist identisch mit der des Obelisken auf der Piazza Montecitorio, des zweiten Obelisken, den Augustus nach Rom brachte. Drei Seiten des Hieroglyphen-Textes stammen von Sethos I., die vierte von seinem Sohn Ramses II. Es handelt sich um eine Anrufung des Gottes Horus, in der auch erwähnt wird, dass Sethos den Obelisken in Anu (Heliopolis) aufgestellt hat.

Zwei Seiten der Basis zeigen noch die Weihinschrift aus den Jahren 10/9 v. Chr., die darauf hinweist, dass Kaiser Augustus den Obelisken, nachdem Ägypten in die Gewalt des römischen Volkes gebracht worden war, der Sonne zum Geschenk gegeben habe.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Bartels: Roms sprechende Steine. 2. Auflage, von Zabern, Mainz 2001, ISBN 3-8053-2690-4.
  • Ernst Batta: Obelisken. Ägyptische Obelisken und ihre Geschichte in Rom. Insel, Frankfurt a. M. 1986, ISBN 3-458-32465-8 (Insel-Taschenbuch, 765).
  • Richard Hillinger, Christian E. Loeben: Obelisken. Heliopolis, Luxor, Kairo, Byblos, Rom, Benevento, Istanbul, Urbino, Florenz, Kingston Lacy, München, Paris, Durham, London, New York, Berlin. Ausstellung im italienischen Saal der Landshuter Stadtresidenz vom 23.5. bis 2.6.1992. Stadt Landshut, Landshut 1992, ISBN 3-927612-06-5.
  • Reinhard Raffalt: Concerto Romano. Prestel, München 1955; 14. Ausg. 1999, ISBN 3-7913-2236-2.
  • Eckart Peterich: Rom. 2. Auflage, Prestel, München 1998, ISBN 3-7913-2043-2.
  • Samuel Ball Platner, Thomas Ashby: A Topographical Dictionary of Ancient Rome. Oxford University Press, London 1929, S. 366–371 (online).
  • Cesare D'Onofrio: Gli obelischi di Roma. Rom 1967

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Obelisco Flaminio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Bartels, in Freiburger Universitätsblätter Heft 163, 43. Jahrgang (2004): Roms sprechende Steine: Ein Spaziergang über die sieben Hügel und durch zwei Jahrtausende (S. 32 f.)

Koordinaten: 41° 54′ 39″ N, 12° 28′ 35″ O