Obermehnen

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Obermehnen
Stadt Lübbecke
Koordinaten: 52° 17′ 8″ N, 8° 34′ 40″ O
Höhe: 86 m
Fläche: 9,58 km²
Einwohner: 1360 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner/km²
Postleitzahl: 32312
Vorwahl: 05741
Karte
Lage von Obermehnen in Lübbecke

Obermehnen ist ein Ort in Nordrhein-Westfalen im Kreis Minden-Lübbecke. Das Dorf gehört administrativ zur Stadt Lübbecke und hat gemäß der Hauptsatzung der Stadt den Status einer Ortschaft. Obermehnen hat 1360 Einwohner und ist rund 9,6 km² groß. Mit rund 137 Einwohnern pro km² hat Obermehnen die niedrigste Einwohnerdichte aller Lübbecker Stadtteile, u.a. auch deshalb, weil rund 4,3 km², also 45 Prozent,[1] des Gebietes aus dem unbewohnten Bergwald des Wiehengebirges bestehen. Obermehnen ist damit der relativ waldreichste Stadtteil Lübbeckes.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Südwesten des Stadtgebietes am Nordhang des Wiehengebirges im Lübbecker Lößland, wobei der südliche Teil des Dorfes relativ weit ins Gebirge hineinreicht und deshalb bereits diesem Naturraum zuzurechnen ist.

Bodennutzung und Siedlungen im Stadtteil
Die Topographie Obermehnens

Bis zur Gemeindegebietsreform, die am 1. Januar 1973 in Kraft trat,[2] war Obermehnen eine Bauerschaft und gehörte zur ehemaligen Gemeinde Blasheim und zum Amt Preußisch Oldendorf. Daher hat Obermehnen in gewisser Weise durch die Gebietsreform an Autonomie gewonnen, da es nun ein "gleichberechtigter" Stadtteil neben Blasheim ist.

Heute verläuft die geschlossene Dorfsiedlung beiderseits der Bergstraße, beginnend von der Einmündung zur B65, alle Häuser und Gebiete südlich der Bundesstraße gehören somit formal zu Obermehnen, obschon diese im allgemeinen Bewusstsein noch zu Blasheim (wie z.B. der Blasheimer Markt) gerechnet werden, bergauf nach Süden bis zum Wiehengebirge. Der untere Teil bis etwa zur Bahnlinie wird Untermehnen genannt. Der Kernbereich Obermehnens, d.h. die Siedlung ganz im Süden, wird auch, z.B. auf Straßenschildern oder Stadtplänen, Obermehnen-Dorf bezeichnet. Abseits liegen die Siedlungen Mehner Masch im Westen und Vierlinden im Osten. Ganz im Westen hat Obermehnen im Zuge der Gemeindereform das Gut Obernfelde "geerbet", dass zuvor zwar zur Gemeinde Blasheim gehörte aber als Gut freilich nicht Teil der Bauerschaft Obermehnen war. Kirchlich gehört Obermehnen (bis auf das nach Lübbecke eingepfarrte Gut Obernfelde) zum Kirchspiel Blasheim.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich hieß das Dorf nur Mehnen. Der neue Name Obermehnen sollte es von dem 17 Kilometer entfernten, ursprünglich gleichnamigen Ort unterscheiden, der heute Niedermehnen (heute ein Ortsteil von Stemwede) heißt, und nicht etwa, wie man annehmen könnte, Obermehnen von Untermehnen, dem unteren Teil Mehnens nahe Blasheim. Der Name Mehnen hängt wohl mit mene oder mana zusammen, dessen Grundbedeutung "Lichtung" ist und mit Wörtern wie Allmende, gemeinsam und Gemeinde verwandt ist.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Babilonie, einem 255 Meter hohen Berg, liegt das gleichnamige Kulturdenkmal, eine Wallburg.

Durch das Gebiet der Bauerschaft Obermehnen verlief die einstige Grenze zwischen dem Fürstentum Minden und der Grafschaft Ravensberg. Diese Grenze war zwischen 1614 und 1648 zeitweise eine Außengrenze Preußens. Ein alter Grenzpfahl, der s.g. Preußenpfahl und ein Gedenkstein am Preußeneck erinnern an diesen geschichtlichen Umstand.

Im Osten des Stadtteils, nördlich der Siedlung Vierlinden liegt das Naturschutzgebiet Finkenburg/ Finkenmoor.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Werner, Künstler (Landschaftsmaler) lebte und starb in Obermehnen bei Lübbecke

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. nachgemessen mit TIM-online
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 325.
  3. Gemeinde Blasheim (Hrsg.): 1000 Jahre Gemeinde Blasheim, Blasheim, Minden 1969, S. 12.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]