Octylisothiazolinon

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Strukturformel
Struktur von Octylisothiazolinon
Allgemeines
Name Octylisothiazolinon
Andere Namen
  • 2-Octyl-2H-isothiazol-3-on
  • Octhilinon
  • OIT
  • OI
Summenformel C11H19NOS
Kurzbeschreibung

bernsteinfarbene Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 26530-20-1
EG-Nummer 247-761-7
ECHA-InfoCard 100.043.404
Wikidata Q2013949
Eigenschaften
Molare Masse 213,34 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,04 g·cm−3 (15 °C)[1]

Siedepunkt

120 °C (1,3 Pa)[1]

Dampfdruck

4,9 hPa (25 °C)[1]

Löslichkeit

schwer in Wasser (500 mg·l−1)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]
06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 331​‐​311​‐​302​‐​314​‐​317​‐​410
P: 261​‐​273​‐​280​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338 [1]
MAK

Schweiz: 0,05 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Octylisothiazolinon gehört zur Verbindungsklasse der Isothiazolinone und ist ein weit verbreitetes Biozid.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Octylisothiazolinon kann in der Umwelt durch Hydrolyse, Photolyse, durch mikrobiellen Abbau oder durch Einwirkung nukleophiler Teilchen abgebaut werden.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Octylisothiazolinon wird aufgrund seiner fungiziden Wirkung als Filmkonservierungsmittel zum Schutz eines Beschichtungsfilms, als Holzschutzmittel (bis 2006[1]) sowie in Kühlschmiermitteln, Dachfarben, Druckertinten und Textilien eingesetzt. Handelsnamen von Octylisothiazolinon enthaltenden Formulierungen sind beispielsweise RH-893, Kathon 893 oder Skane M8.[2]

Biologische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da bei Hautkontakt eine Sensibilisierung möglich ist, müssen Produkte ab einer Konzentration von 500 ppm auf der Verpackung gekennzeichnet werden.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu 2-Octyl-2H-isothiazol-3-on in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2017 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (2005): Merkblätter Band 51: Gewässerbelastung durch den Eintrag von Bioziden aus Dachfarben – eine Risikoabschätzung (PDF; 818 kB).
  3. Eintrag zu 2-octyl-2H-isothiazol-3-one im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA): Grenzwerte am Arbeitsplatz 2015 – MAK-Werte, BAT-Werte, Grenzwerte für physikalische Einwirkungen, abgerufen am 2. November 2015.
  5. Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (2005): Sonderprogramm Verbraucherschutz NRW: Zwischenbericht Projekt 25 – Sensibilisierend wirkende Stoffe in Verbraucher-relevanten Produkten (Memento vom 6. März 2007 im Internet Archive).